[00:00 – 00:06] Einleitungsjingle


[00:07 – 01:21] – Leonie

Hi und herzlich willkommen bei Chaos, Kaffee, Krisenzeit, der Podcast. Hier sprechen wir alle zwei Wochen bei einer Tasse Kaffee oder Tasse Tee über die Ups und Downs der Ende 20er und Anfang 30er. Ich bin Leonie, ich bin euer Host und stecke gerade selbst noch mitten im Chaos der Ende 20er.


Ich probiere gefühlt alle paar Monate ein neues Hobby aus und kann mich nie wirklich für eins entscheiden. Doomscrolling auf Instagram und Trash TV stehen bei mir auf jeden Fall auf der Tagesordnung und wo es beruflich hingehen soll, das weiß ich auch noch nicht. Also ich habe auf jeden Fall das Gefühl, das mit dem Erwachsensein noch nicht so richtig im Griff zu haben und vielleicht geht es euch ja ganz genauso.


In meinem Podcast treffe ich mich mit vielen verschiedenen Menschen und alle bringen ihre ganz eigene Geschichte zum Leben Ende 20, Anfang 30 mit. Gemeinsam sprechen wir über Neuanfänge, Krisen, Zweifel und vielleicht auch mal die kleineren und größeren Lebensfragen. Also schnappt euch ein Lieblingsgetränk eurer Wahl und los geht's mit der ersten Folge.


JINGLE


[01:27 – 01:48] – Leonie

Ganz passend zu unserem Podcast Neustart habe ich für heute das Thema Neuanfänge ausgewählt. Und zwar soll es darum gehen, wie es ist, mit Anfang 30 nochmal neu durchzustarten. Und dazu habe ich natürlich auch jemanden eingeladen, die gerade ganz schön was gewagt hat und eine Menge Neuanfänge durchmacht.


Hallo, schön, dass du meine erste Gästin bist.


[01:52 – 02:14] – Maggie

Hi, Leo. Ja, genau, also ich bin Maggie und ich glaube, mein ganz aktueller kleiner Neuanfang in meinem Leben war, so mein Zimmer umzustellen, weil das mache ich eigentlich regelmäßig, um irgendwie wieder neue Motivationen zu haben und ein bisschen eine andere Perspektive, wenn ich keine größeren Neuanfänge wagen kann.


Aber heute geht es ja auch um meine größeren Neuanfänge.


[02:15 – 02:22] – Leonie

Genau, hast du da vielleicht schon von vornherein mal ein Beispiel, was du in letzter Zeit so Großes, Neues gemacht hast?


[02:23 – 02:55] – Maggie

Genau, also ich bin nach Leipzig gezogen. Ich habe mich, also ich habe davor tatsächlich in Kolumbien gelebt, zwei Jahre.


Das war tatsächlich auch ein Neuanfang, zu sagen, ich verkaufe alles, ziehe von Stuttgart weg, wo ich ursprünglich herkomme, um nach Südamerika zu gehen, reisen zu gehen. Genau, habe mich dann entschlossen, wieder zurückzukommen und nach Leipzig zu ziehen, ein Master anzufangen, wieder meinen Jop zu kündigen, wieder was Neues anzufangen, in eine neue WG zu ziehen. Also ich glaube, mit Neuanfängen kenne ich mich mittlerweile ganz gut aus.


[02:56 – 03:09] – Leonie

Das klingt richtig, richtig gut und ich freue mich auch, gleich mit dir nochmal richtig ins Thema reinzustarten. Bevor es losgeht, habe ich dir aber noch eine kleine Überraschung mitgebracht. Da hören wir jetzt vielleicht mal zusammen rein.


JINGLE


[03:16 – 04:08] – Sprachnachricht Whatsapp

Hi, mir ist jetzt halt wieder, was richtig Gutes passiert. Und zwar bin ich gerade auf dem Weg zur Arbeit und ich war gestern mit meinen WG-Mädels noch was trinken, weil die eine Geburtstag hatte und habe dann gedacht, na klar, nach zwei Cocktails wäre der ideale Zeitpunkt, um mir eine passende S-Bahn für den nächsten Morgen rauszusuchen. Und ich war sicher, ich suche mir eine raus, bin ich eine halbe Stunde eher da, alles ganz entspannt und jetzt saß ich gerade an der Bahn, guckte auf die Uhr und dachte, hä, es ist ja schon kurz vor 8 und ich bin noch nicht da, wie kann das sein? Und dann ist mir aufgefallen, ich bin auch erst 7.40 Uhr losgefahren, obwohl ich eigentlich schon 7.30 Uhr da sein wollte. Naja, das ist jetzt halt dann so.


[04:09 – 04:20] – Leonie

Also was du gerade gehört hast, war mein ganz persönlicher Chaosmoment der letzten Woche. Wie gesagt, ich habe versucht pünktlich auf der Arbeit zu sein, es hat absolut gar nicht geklappt.


[04:21 – 04:59] – Maggie

Okay, ja das kann ich nachvollziehen. Ich hatte tatsächlich letzte Woche einen ähnlichen Chaosmoment mit einer Bahn und ich habe die Bahn dann aber tatsächlich nicht mehr genommen und zwar war ich so irgendwie ein bisschen in meiner PMS-Zeit und ich bin noch zur S-Bahn gelaufen und dann hatte sie schon wieder, wie irgendwie immer, diese 5 Minuten Verspätung, dass ich zu meinem Anschlusszug hätte rennen müssen und dann war ich so, nee, das schaffe ich jetzt nicht. Dann musste ich auf einmal anfangen zu weinen und dann war ich so, ich gehe jetzt einfach nach Hause.


Und ja, habe mich dann zwar gefühlt wie, okay, eigentlich sollte ich mein Leben in Griff haben, aber irgendwie fühlt es sich auch schön, diese Entscheidung getroffen zu haben und jetzt hier mit meiner Toblerone im Bett zu liegen.


[05:00 – 05:23] – Leonie

Ja, kann ich voll verstehen. Also ich habe schon mal im Supermarkt geheult, weil ich konnte mich nicht entscheiden, welche Tiefkühlpizza ich kaufen wollte und ich hatte auch richtig PMS.


Und ja, also Entscheidungen zu treffen, während man PMS hat oder nach zwei Cocktails auf jeden Fall immer keine gute Sache. Kann ich auf jeden Fall nicht weiter empfehlen.


JINGLE


[05:28 – 05:52] – Leonie

Kommen wir jetzt aber mal zu den richtig großen Lebensentscheidungen und zum eigentlichen Thema unserer Folge.


Du hast ja gerade schon so ein bisschen erzählt, was du in letzter Zeit alles Neues gemacht hast. Das ist ja wahnsinnig viel. Gab es so einen bestimmten Moment oder so einen bestimmten Auslöser, wo du dir gedacht hast, okay, ich will jetzt nochmal ganz neu anfangen? Oder ja, wie kam es überhaupt dazu?


[05:53 – 07:01] – Maggie

Also ich glaube, so einen richtigen Auslösemoment, wo ich jetzt komplett umgeswitcht bin, gab es bei mir nicht.


Ich würde sagen, das war eher so ein schleichender Prozess. Und zwar habe ich mir irgendwie schon über Jahre gedacht, dass ich weiß nicht, Stuttgart ist nicht ganz so meine Stadt. Der Job ist okay, aber er macht mich jetzt auch nicht glücklich.


Irgendwie hatte ich schon nach dem Abi den Wunsch, reisen zu gehen. Aber klar, nach dem Abi ist es natürlich erst mal finanziell schwierig. Dann kam irgendwie nach meinem Studium Corona.


Dann habe ich erst mal gearbeitet. Und dann war ich aber irgendwie so 27 und war immer noch so, ich hatte das Gefühl, ich habe noch nicht das gemacht, was ich machen musste, um mich irgendwie ein bisschen gesettelter irgendwo zu fühlen. Und dachte mir dann so, nee, jetzt muss ich das, glaube ich, einfach machen.


Und ja, habe dann, das war vielleicht ein spontaner Moment, im Urlaub mit meinen Eltern, denen einfach beim Frühstück gesagt, in einem halben Jahr kündige ich meinen Job und gehe nach Südamerika, weil ich irgendwie so das Gefühl hatte, wenn ich es meinen Eltern erzähle, dann mache ich es auch wirklich. Dann ist es so eine Entscheidung, jetzt muss ich es auch durchziehen.


[07:02 – 07:07] – Leonie

Wie haben die darauf reagiert, dass du ihnen das einfach so random beim Frühstück erzählt hast?


[07:08 – 07:46] – Maggie

Also mein Dad fand es relativ cool. Mein Dad ist da auch, also der reist auch super gerne, ist auch sehr abenteuerlustig unterwegs. Meine Mom fand es natürlich ganz schlimm. Alleine, als Mädchen nach Südamerika, oh Gott, und dann spricht sie auch kein Spanisch.


Und du kennst da niemanden, du warst da noch nie. Und auch so alles aufgeben, also meine Mom ist eher Team Sicherheit. Für die war es eben ganz schlimm, dass ich gesagt habe, ich will meine Sachen verkaufen, ich möchte mein Auto verkaufen, ich möchte meinen Job aufgeben.


Ja, und da bin ich, muss ich sagen, auch wirklich meinem Dad, glaube ich, dankbar, weil ich, glaube ich, sonst mehr Stress mit meiner Mutter gehabt hätte. Der hat sie so ein bisschen zurückgehalten und beruhigt.


[07:47 – 07:55] – Leonie

Aber gab es für dich auch so einen Moment, der dich viel Überwindung gekostet hat? Oder bist du einfach nicht so der Typ Sicherheit und machst einfach spontan drauf los?


[07:56 – 08:26] – Maggie

Puh, das ist schwer. Ich glaube, ich bin immer so zwischen beiden hin- und hergerissen. Ich glaube, deswegen habe ich auch immer wieder so viele Neueinfänge, weil ich bin so, wenn ich die Sicherheit habe, merke ich, dass ich an so einen Punkt komme, wo ich so bin: Aber es muss doch noch mehr geben, wie nur diese Sicherheit.


Und dann kremple ich alles um und bin so, oh Gott, aber mir fehlt die Sicherheit. Ich kann ja nicht nur in meinem Chaos von Tag zu Tag leben und gehe dann wieder zurück zur Sicherheit. Und dann ist es ein bisschen so ein Kreislauf bei mir.


Ich habe da noch nicht so meine Mitte gefunden zwischen beiden, muss ich sagen.


[08:27 – 08:37] – Leonie

Gab es dann auch mal einen Moment, wo du das so ein bisschen bereut hast, dass du jetzt alles umgeworfen hast und jetzt gerade alles so unsicher ist und wo du dir das manchmal so ein bisschen zurückgewünscht hast?


[08:38 – 09:25] – Maggie

Ja, voll. Also klar. Ich meine, vor allem zum Beispiel zwischen dem Reisen gibt es ja auch Momente, klar, wenn man niemanden kennt oder am Anfang konnte ich ja die Sprache noch nicht so gut, wo man sich irgendwie auch einsam fühlt. Und dann kriegt man so mit, was die Freunde irgendwie daheim machen. Und man ist so, oh Gott, da wäre ich jetzt eigentlich voll gerne dabei.


Wenn, keine Ahnung, bei dem Geburtstag, den hätte ich gerne miterlebt oder die WG-Party für meine alte WG. Genau, ich glaube, das waren schon so Momente. Oder ja, auch wenn man andere Reisende getroffen hat, die dann so waren, so ja, und sie gehen dann nach einem halben Jahr wieder zurück in den sicheren Job, war ich so, oh Gott, vielleicht hätte ich eher sowas machen sollen, anstatt so Hals über Kopf alles hinzuwerfen.


Aber ja, im Nachhinein muss ich sagen, bin ich ziemlich happy mit meiner Entscheidung. Weil sonst wäre ich ja nicht hier, wo ich gerade bin.


[09:26 – 09:50] – Leonie

Ja, total krass. Also ich bin auf jeden Fall eher Typ Sicherheit, muss ich sagen. Ich glaube, mich würde das wahnsinnig viel Überwindung kosten, so was zu machen. Vor allen Dingen in ein neues Land zu gehen, in dem ich die Sprache gar nicht spreche.


Ich glaube, ich hatte so richtig, richtig Angst. Ich kann mich gar nicht verständigen, wie soll das alles werden? Deshalb, ja, ich muss sagen, schwer beeindruckt von deiner Spontanität und deinem Mut.


JINGLE


[09:54 – 10:01] – Leonie

Und danach bist du ja jetzt wieder nach Leipzig zurückgekommen.


Wie kam es dazu? Wie hast du dir gerade Leipzig ausgesucht?


[10:02 – 11:09] – Maggie

Genau, also wie gesagt, ich glaube, ich bin schon während dem Reisen bin ich an so einen Punkt gekommen, wo ich mir dachte, okay, ich brauche wieder ein bisschen mehr Stabilität. Also ich fand Kolumbien richtig, richtig toll und habe dann eben längere Zeit, also anderthalb Jahre in Kolumbien verbracht und bin dann aber auch da an so einen Punkt gekommen, wo ich so das Gefühl hatte, okay, jetzt komme ich hier auch irgendwie nicht mehr weiter. Und eigentlich fände ich es voll schön, noch eine Master zu machen.


Habe mich dann tatsächlich eher aus so praktikablen Gründen wieder für Deutschland entschieden, weil eben einfach das Bildungssystem hier kostenlos ist, was schon ein großer Vorteil ist. Und genau, Leipzig, weil ich finde, Leipzig hat für mich noch so ein bisschen so einen spontaneren, freieren Vibe, vor allem wenn man es jetzt mal mit Stuttgart vergleicht. Und es ist halt auch einfach noch erschwinglich.


Dann habe ich irgendwie, ich wollte auch einfach mal weg aus Süddeutschland, also auch in Deutschland noch mal was Neues. Ich wollte irgendwie nicht nach über zwei Jahren dann zurückkommen zu dem Punkt, wo ich gestartet bin und ja, habe mich dann hier auf eine Master beworben und dann hat es geklappt.


[11:10 – 11:30] – Leonie

Aber hast es dann nicht vielleicht auch ein bisschen vermisst? Du meinst ja gerade schon, es ist schon manchmal blöd gewesen, wenn man jetzt irgendwie WG-Partys und seine Friends verpasst hat, weil man unterwegs war.


Dann wäre es ja vielleicht auch ein bisschen einfacher gewesen, jetzt wieder nach Stuttgart zurückzugehen und dann vielleicht auch wieder sein Umfeld und sein Netz zu haben. Hast du darüber nachgedacht, als du umgezogen bist?


[11:31 – 12:11] – Maggie

Ja, ich habe auf jeden Fall darüber nachgedacht. Ich glaube aber auch, dass ich ja zu einem Zeitpunkt zurückgekehrt wäre, an dem die anderen gar nicht mehr sind.


Weil ich bin ja gegangen und die haben sich natürlich ja auch weiterentwickelt. Und ich hätte diese Entwicklung ja aber gar nicht mitgemacht. Ich würde ja zu dem Zeitpunkt, also zu so einem Stand zurückkommen, wo ich mir denke, die Personen wohnen noch in der WG, die Personen führen noch die Beziehung, die Personen machen noch genau das.


Und die haben sich natürlich auch weiterentwickelt. Und ja, wie gesagt, ich glaube, ich wollte nicht zu meinem Punkt zurück, vor dem ich gegangen bin. Macht das Sinn?


[12:12 – 12:20] – Leonie

Ja, schon ein bisschen.


Also es kann ja dann auch sein, dass das voll enttäuschend ist, wenn man irgendwie zurückkommt und denkt, man knüpft jetzt genau dort an, wie lange warst du weg?


[12:21 – 12:23] – Maggie

Zweieinhalb Jahre.


[12:24 – 12:44] – Leonie

Ja, okay, wie man vor zweieinhalb Jahren war und stellt dann fest, okay, weiß ich nicht, die sind jetzt ausgezogen, die haben jetzt vielleicht Kinder, die haben jetzt gar nicht mehr so viel Zeit und man kann die Freundschaft, die man hatte, gar nicht mehr so aufleben lassen und ist dann vielleicht auch eher so ein bisschen enttäuscht darüber. Und dann, ja, ist es vielleicht schon leichter, sich sozusagen nochmal in was Neues reinzustürzen.


[12:45 – 12:45] – Maggie

Genau, ja.


JINGLE


[12:51 – 13:00] – Leonie

Aber wie war das dann für dich in Leipzig? War das dann einfach, wieder zu connecten und dann auch wieder neue Freundschaften aufzubauen? Wie hat sich das angefühlt?


[13:02 – 14:35] – Maggie

Ich glaube, ich würde sagen so 50-50. Also manche Sachen sind erstaunlich entspannt und einfach gelaufen.


Zum Beispiel, ich habe ja noch von Kolumbien aus eine Wohnung gesucht und es hat mir immer jeder gesagt, dass der Wohnungsmarkt so schwierig ist und ich habe wirklich, ich habe eine WG angeschrieben und es hat auch sofort geklappt und die war auch noch möbliert, was für mich natürlich perfekt war, weil ich bin ja ohne Möbel gekommen. Und zum Beispiel bin ich auch zurückgekommen und habe dann festgestellt, dass Leipzig eine super große lateinamerikanische Community hat. Also ich konnte weiterhin irgendwie Bachata und Salsa tanzen, super viel Spanisch sprechen, was ich super fand.


Und so mit Leuten zu connecten, was natürlich schwer war am Anfang, war einmal das Thema Wetter, weil so aus zweieinhalb Jahren Sommer zu kommen in so Oktober Leipzig, ja, kann ich nicht empfehlen, vor allem wenn man schon eh nicht der Herbst-Winter-Typ ist. Und dann muss ich sagen, fand ich es am Anfang auch oder immer noch irgendwie schwieriger, jetzt vielleicht auch mit Anfang 30 wirklich so Freunde-Freunde zu finden, weil ich habe so das Gefühl, das ist vielleicht ein bisschen so ein Alter, wo man so einen etablierteren Freundeskreis hat und dann in den reinzukommen, ist natürlich schwieriger. Und mein Master ist auch nicht vor Ort in Leipzig, sondern in Merseburg.


Und dadurch, dass man da eben pendelt, ist auch schwer hinterher dann, jetzt gehen wir mal noch kurz ein Bier trinken oder so, dass man sich irgendwie so kennenlernt. Ich glaube, das ist mir am Anfang schon sehr schwer gefallen.


[14:36 – 16:04] – Leonie

Ja, viele haben wahrscheinlich einfach auch schon so ein festes Netz aufgebaut und sind vielleicht auch gar nicht mehr so doll auf der Suche nach Freundschaften.


Also so wie das ist, wenn man zum Beispiel anfängt zu studieren und alle rennen zu den Ersti-Veranstaltungen, weil niemand kennt irgendwen und man will unbedingt irgendwie Leute kennenlernen, mit denen man was machen kann. Und jetzt haben wahrscheinlich viele auch schon so feste Freundschaftsgruppen, wo sie sagen, wir brauchen nicht unbedingt noch jemanden dazu. Wir freuen uns, wenn jemand kommt, der passt, aber dann ist es halt meistens eher so zufällig.


Also ich fand das tatsächlich auch schwer, bzw. ich finde, es braucht einfach lange. Ich habe ja auch sechs Jahre in Leipzig gewohnt und ich würde sagen, es hat auch wirklich so drei, vier Jahre gedauert, bis ich wirklich sage, ich hatte jetzt so meinen sozialen Zirkel irgendwie aufgebaut, sodass ich sage, jetzt fühle ich mich wirklich gut connected und gut vernetzt, weil es ja einfach auch oft Zufall ist.


Manchmal trifft man dann einfach irgendjemanden und dann wird eine Freundschaft raus, aber ich finde, man kann das ja so schlecht so forcieren, dass es klappt. Also ich meine, es gibt es auch, aber eher selten datet man quasi ja seine Freunde, so nach dem Motto von wegen, also wie so Freundschaftsdates gibt es ja bei Bumblefriends auch, dass man sagt, ich suche direkt Freundschaften und gehe dann los, so wie man jetzt nach Dates suchen würde, sondern meistens passiert das ja irgendwie zufällig.


[16:05 – 17:24] – Maggie

Ja und ich glaube, es ist auch ein ganz normaler Prozess, dass es so lange dauert.


Ich finde es nur so spannend, dass man das irgendwie immer wieder vergisst, weil wenn ich mich jetzt so zurück erinnere, also ich bin ja auch, ich komme aus einem ganz kleinen Dorf in der Nähe so Richtung Bodensee und bin ja auch irgendwann dann zum Studieren nach Tübingen gezogen, dann wieder von Tübingen nach Stuttgart für den Job und es hat immer gebraucht am Anfang und irgendwie geht man dann aber wieder aus der Stadt und ist so, boah, jetzt habe ich hier so voll meine Base und hat dann irgendwie vergessen, wie schwer der Anfang eigentlich war und gleichzeitig, oh Gott, jetzt wird es ein bisschen cringy, aber ich möchte ein kurzes Zitat von meinem Lieblingsdichter hier nennen und zwar ist es Hermann Hesse, der hat ein richtig schönes Gedicht und da geht es so darum, also der Ende ist so, der Ende, wow, das Ende und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben und ich glaube, das ist so ein bisschen mein Motivationspunkt, dass ich immer gerne wieder neue Anfänge wage, weil es schon stimmt, auch wenn es schwierig ist, dass es einen irgendwie nochmal inspiriert und anders beeinflusst, weil es so ein bisschen so ein magischer Moment ist, weil man sich ja nochmal neu erfinden kann, jetzt zum Beispiel in einer Stadt, wo einen niemand kennt, weiß ja niemand, wie man davor war.


[17:25 – 17:57] – Leonie

Total und man entwickelt sich ja auf jeden Fall auch immer total weiter, weil es gibt immer irgendwelche Challenges, die kommen und irgendwie geht es dann halt immer, dass man weiterkommt und am Ende ist es wahrscheinlich, also so ging es mir auf jeden Fall auch, dass man dann auch schon ein bisschen stolz ist, wenn man sagt, okay, das habe ich jetzt geschafft, ja, voll.


Gab es dann auch mal für dich so Momente, wo du dich einsam gefühlt hast, wo du schon auch deine Freunde jetzt so aus der Heimat oder aus Stuttgart irgendwie vermisst hast?


[17:58 – 19:04] – Maggie

Klar, also wie gesagt, am Anfang fand ich es relativ schwierig, muss aber sagen, dass ich dann auch einen coolen Freundeskreis einfach habe, die mich auch regelmäßig besuchen kommen sind einfach oder mit denen ich auch telefonieren konnte und ich habe dann, oder das versuche ich eigentlich immer, wenn ich neu in der Stadt bin, dass ich irgendwie so versuche, ein bisschen diese Stadt als Tourist zu sehen, auch wenn ich jetzt weiß, dass ich da länger wohne, also dass ich irgendwie, ich weiß nicht, es gibt da in Leipzig zum Beispiel super viele süße Cafés, es gibt super viele Flohmärkte und ich glaube, wenn man länger hier wohnt, dann ist es schon so normal, dass es das gibt, dass man es gar nicht mehr mit so einem Wow-Faktor wahrnimmt, aber wenn man natürlich irgendwie neu hier wohnt, dann ist man so, da kann ich hingehen und das kann ich entdecken und ich war noch nie in der Leipziger Oper oder ich habe irgendwie noch nie das Kunstmuseum gesehen und ja, ich glaube, mein Glück ist natürlich auch ein bisschen, dass ich das auch alleine machen kann, dass ich es auch schön finde, für mich alleine einfach so Sachen zu entdecken, aber das kann ich auf jeden Fall empfehlen, dass man, oder ich glaube auch generell empfehlen, wenn man schon länger in der Stadt wohnt, dass man ein bisschen versucht, so seine Stadt nochmal als Tourist wahrzunehmen.


[19:05 – 20:44] – Leonie

Ja, total, also würde ich 100 Prozent so unterschreiben, also kleiner Funfact, ich bin auch vor ungefähr anderthalb Jahren nochmal umgezogen, nur, sage ich jetzt mal, aus Leipzig nach Halle, die Entfernung ist zwar nicht super groß, aber ich fand, das war trotzdem eine ziemlich große Umstellung, weil ich habe auch meinen Freundeskreis, den ich mir über Jahre hier aufgebaut habe, zurückgelassen und musste auch nochmal eine neue Stadt kennenlernen und ich fand das auch, ich habe mir am Anfang so eine richtige Liste gemacht mit so Orten, die ich abarbeiten will, ich habe noch nicht alle geschafft und ich fand, das hilft auch so ein bisschen, weil man dann auch so ein bisschen das Gefühl hat, man hat die Orte schon mal gesehen, man kennt sich so ein bisschen aus und man weiß auch so ein bisschen, was ist cool, beziehungsweise man kennt dann so seine Spots und hat dann das Gefühl, man hat auch so ein bisschen das Insider-Wissen, man weiß jetzt, welches Café ist cool, wo kann man gut frühstücken gehen, welches Museum lohnt sich und kann dann halt auch anderen Leuten Tipps geben und ich finde, das hilft voll, dass man irgendwie das Gefühl hat, man ist zu Hause.


Und was ich finde, witzigerweise, was mir richtig hilft oder wo ich das Gefühl habe, ich bin angekommen, wenn ich die Straßenbahnlinien kenne, das heißt, wenn ich einfach das Gefühl habe, ich kann in die Straßenbahn einsteigen, ich muss nicht auf den Plan gucken, sondern ich weiß einfach, wo die hinfährt oder wenn ich sozusagen wo Spezielles hin will und weiß, okay, dann muss ich da einsteigen, dann habe ich so das Gefühl, ich kenne die Stadt, ich habe es voll im Griff, ich weiß nicht, wie das bei dir ist, ob du auch so Sachen hast, wo du das Gefühl hast, okay, wenn ich das weiß, jetzt fühle ich mich angekommen, jetzt fühle ich mich so langsam zu Hause irgendwo.


[20:45 – 21:43] – Maggie

Ja, ich glaube, meinen größten Zuhause-Moment habe ich immer, wenn ich dann von dem Ort, zum Beispiel jetzt hier in Leipzig, wenn ich zum Beispiel mal meine Eltern in den Süden besuchen gehe oder Freunde und dann bin ich so eine Woche weg und dann bin ich aber so und jetzt gehe ich nach Hause und dann ist dieses neue Zuhause, in dem Fall jetzt Leipzig und dann kommt man so zurück und es ist einem alles schon so vertraut und man kommt vielleicht auch in so ein selber eingerichtetes Zimmer wieder zurück. Ich glaube, das schafft für mich so einen richtigen Zuhause-Moment, wenn man dann mal kurz weg ist und so merkt, ah nee, das ist jetzt irgendwie mein Lebensmittelpunkt, das ist der Punkt, zu dem ich im Moment zu Hause zurückkomme, genau.


Und ich glaube, dann ist für mich auch immer noch wichtig, dass ich so ein Yoga-Studio finde an dem jeweiligen Ort, wo ich länger wohne, dass ich so ein Yoga-Studio für mich habe, wo ich dann vielleicht auch da Leute kenne, wo ich die Lehrer oder Lehrerinnen schon so ein bisschen kenne, das schafft für mich auch irgendwie so einen, ja ich weiß nicht, vielleicht so einen Beruhigungsort, ja.


[21:44 – 22:05] – Leonie

Also ja, das mit dem Zimmer, das geht mir auf jeden Fall auch so. Also wenn man so das Gefühl hat, man hat so einen sicheren Ort irgendwie, an dem man zurückkommen kann, ich finde das auch sehr beruhigend irgendwie und dann fühlt man sich immer richtig gut, wenn man dann nach Hause kommt und so alles Stressige einmal so draußen und dann die Tür zu.


Ich finde das immer richtig gut.


JINGLE


[22:10 – 22:32] – Leonie

Du bist ja nicht nur umgezogen, sondern du hast ja auch gleich nochmal neu angefangen zu studieren. Also ein Neuanfang war nicht genug.


Wie war das für dich jetzt auch nochmal ins Studi-Leben rein zu starten, obwohl du vorher schon gearbeitet hast, schon so viel unterwegs warst und jetzt einfach nochmal, ich sag mal, einen ganz neuen Abschnitt begonnen hast?


[22:33 – 23:27] – Maggie

Also es war glaube ich in dem Sinne eine krasse Umstellung wieder, weil davor war ich ja eher freiberuflich und jetzt nicht zwingend an Zeiten gebunden, was ich jetzt natürlich mit dem Studium ein bisschen mehr bin, war aber natürlich andererseits auch ein sanfterer Einstieg, wie jetzt irgendwie in so einen 9-to-5-Job fünf Tage die Woche gleich direkt wieder zu starten. Deswegen war das eigentlich ein ganz guter Ausgleich und ich finde daher, dass das jetzt ein Master ist, wo die Leute aus ziemlich verschiedenen Bachelor-Richtungen kommen, ist das für viele ja nochmal so ein kleiner Neuanfang. Deswegen fand ich das eigentlich, muss ich sagen, ganz cool und die Altersgruppe ist auch tatsächlich eher so Ende 20, Anfang 30.


Also klar, mit Anfang 30 bin ich vielleicht schon in der älteren Gruppe, aber ich habe jetzt trotzdem nicht das Gefühl, dass ich irgendwie mit lauter 20-Jährigen da einen Master mache.


[23:28 – 23:31] – Leonie

Das heißt, du hast dich jetzt nicht zu alt gefühlt sozusagen, um nochmal zu studieren?


[23:32 – 23:34] – Maggie

Nee, das ist auf gar keinen Fall.


[23:35 – 24:03] – Leonie

Aber hattest du trotzdem so Momente, wo du dich schon auch nochmal mit den anderen verglichen hast, jetzt vielleicht mit denjenigen, die mit dir angefangen haben zu studieren? Wenn man so sieht, okay, was machen die schon, was haben die vielleicht schon für Jobs gemacht oder was haben die vielleicht auch vorher gemacht an Studien, Sachen, Ausbildung, bla bla bla und jetzt kommt man so alle zusammen.


Gab es da irgendwie Momente für dich?


[24:04 – 25:24] – Maggie

Ja, also klar, ich meine, man vergleicht sich ja immer irgendwie mit anderen und ich muss auch sagen, eine meiner liebsten Beschäftigungen, ich hänge nicht so super viel auf Instagram ab, dafür finde ich LinkedIn super spannend, einfach so ein bisschen Leute, glaube ich, stalken, einmal mit vielleicht Leuten, die ich einfach kenne, wo die jetzt mittlerweile hingekommen sind oder wie die hingekommen sind oder andererseits aber auch Leute, denen ihren jetzigen Beruf ich super spannend finde und dann irgendwie so den Lebenslauf zu lesen, wie die da hingekommen sind, weil mich das manchmal auch beruhigt, weil die auch so viele Umwege genommen haben und dann trotzdem irgendwie so an einem für sie super coolen Job wieder hängen geblieben sind. Deswegen habe ich irgendwie das Gefühl, also ja, klar, ich würde schon sagen, dass ich mich vergleiche, aber irgendwie wertfreier. Also ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich mich vergleiche und sage, oh mein Gott, das, was ich gemacht habe, ist aber voll schlimm, so ich hätte das doch viel anders da machen müssen, dann wäre ich schon irgendwie irgendwo ganz anders jetzt in meinem Alter oder so.


Genau, das sehe ich eigentlich irgendwie entspannter, auch wenn ich mich irgendwie mit meinen Freunden vergleiche, wo manche jetzt klar schon irgendwie ein Haus haben, eine Ehe führen, Kinder haben und ich bin so, ja, ich war halt einfach dafür aber reisen zum Beispiel. Und deswegen, also ja, vergleichen ja, aber wertfreier.


[25:25 – 25:32] – Leonie

Also es setzt sich jetzt einfach nicht so unter Druck oder es gibt jetzt dir dann einfach kein schlechtes Gefühl, sondern du schaust es dir eher lieber so als Inspo an oder?


[25:33 – 25:36] – Maggie

Genau, ja, ich finde, so kann man es auf jeden Fall sagen.


[25:37 – 25:52] – Leonie

War das schon immer so, dass dir das keinen Stress gemacht hat, dich mit anderen zu vergleichen oder gab es dann früher auch schon Momente, wo das anders war und dass du gesagt hast, du musstest das auch erst lernen, dass man sich nicht so vergleicht mit diesem Druck dahinter?


[25:53 – 26:51] – Maggie

Das musste ich auf jeden Fall lernen. Also ich kann mich zum Beispiel erinnern, ich hatte mit 25, glaube ich, was früher viele vielleicht so mit 30 hatten, so ein bisschen so eine, also jetzt keine Midlife-Crisis, aber so ein kleines so, oh mein Gott, ich bin jetzt 25, eigentlich sollte ich doch erwachsen sein und mein Leben im Griff haben und nicht irgendwie komplett verloren in einer Stadt leben, in der ich nicht leben will, nicht happy sein mit meinem Job. Genau, und ich glaube, das war so ein bisschen so ein Down-Moment, wo ich dann ab dem Zeitpunkt auch immer wieder zurückgekommen bin und darüber nachgedacht habe, ich muss jetzt nochmal was ändern, ich will nochmal was Neues machen.


Und ich glaube, dass mir das, dieser finale Schritt, den ich dann gegangen bin, eigentlich so ein bisschen so eine Bestärkung gegeben hat, dass ich das ja irgendwie jederzeit tun kann, auch jetzt noch jederzeit tun kann, das ist ja nicht irgendwie ein Stein gemeißelt, ich muss ja jetzt nicht für immer hierbleiben oder für immer das Leben führen, das ich im Moment führe. Genau, und das gibt mir so ein bisschen mehr Ruhe, muss ich sagen.


[26:52 – 27:55] – Leonie

Ja, ich habe auch das Gefühl, dass es gerade viel weniger dieses klassische Midlife-Crisis gibt, sondern dass eigentlich eher so alle in unserem Alter das schon mal durchmachen.


Also ich muss sagen, bei mir ist genauso, ich habe das Gefühl, seit 23, 24 bin ich so in der konstanten Midlife-Crisis. Es findet sich immer wieder irgendwas Neues, worüber man eine Krise haben kann. Gerade ist es auf jeden Fall dieses ganze Berufsstudiums-Thema, finde ich ultra stressig und ich finde es da tatsächlich auch super schwer, mich nicht mit Druck zu vergleichen, weil ich sehe dann immer so, boah, die haben das jetzt schon gemacht und dann gucke ich so auf meinen Lebenslauf und bin so, nö, das kann ich jetzt hier nicht vorweisen und ich versuche das auch immer mehr einzureden und zu sagen, es ist nicht so schlimm.


Ganz viele machen ganz viele unterschiedliche Sachen, aber ich finde es tatsächlich richtig, richtig schwer. Ich weiß nicht, vielleicht hast du einen guten Tipp für mich, was hilft, sich nicht so viel Druck zu machen.


[27:56 – 29:01] – Maggie

Naja, vielleicht so ein bisschen herauskristallisieren, was so wirklich die eine Sache ist, die für dich so super, die für dich also persönlich so super wichtig ist.


Für mich war es jetzt eben Reisen und dann wieder woanders hinzuziehen. Und das dann einfach mal zu machen. Ich weiß nicht, ob es bei dir irgendwie eine Fähigkeit erlernen ist oder nochmal in dem Bereich gearbeitet zu haben oder mal dir eine Auszeit zu gönnen oder sowas oder was der Punkt ist, wo du dich mit anderen vergleichst.


Oder sagst, das wäre eigentlich schon das, was ich gerne hätte. Genau, und sich dann aber vielleicht auch andererseits ein bisschen so zu überlegen, was du dafür aber im Vergleich hast, also mit dem du gerade so super happy bist. Ich weiß nicht, mit deiner WG zum Beispiel oder genau, so Sachen einfach.


Ja, ich glaube, das ist so das, was mir im Moment hilft. Ja, und mich eben daran zu erinnern, dass es eben nicht so ist, wie man oder ich zumindest immer mit 14 dachte, mit Mitte 20, Anfang 30 ist man so erwachsen oder muss man auch so erwachsen sein.


[29:02 – 29:03] – Leonie

Haus, Kinder, Hund.


[29:04 – 29:29] – Maggie

Ja, genau. Also ich meine, das war auf jeden Fall, wenn ich das mit meinen Eltern vergleiche, war das bestimmt in der Generation von meinen Eltern oder unseren Eltern auf jeden Fall noch so. Aber ich glaube, für uns gilt das einfach nicht mehr.


Und irgendwie ist ja auch, also ich zum Beispiel, ich glaube, ich habe immer irgendwas aus meiner Krise gelernt. So klar möchte ich alle meine Krisen nicht nochmal durchmachen, aber ich möchte auch irgendwie die Learnings, die ich da mitgenommen habe, nicht missen.


[29:30 – 30:38] – Leonie

Ja, auf jeden Fall.


Ich glaube, das ist auch manchmal ein bisschen schwierig, sich dann vielleicht auch durchzusetzen gegen die Erwartungen, die dann kommen oder die man halt so mitbekommen hat, weil es halt noch in quasi der Generation vor uns auch normaler war, vielleicht auch, ja gibt es ja tausend verschiedene Gründe, warum es damals auch noch einfacher war. Ich meine, die Berufs- und Arbeitswelt sah halt ganz anders aus. Das war ja viel fest oder man hat sich viel einfacher festgelegt auf einen Job und den dann viel länger gemacht.


So funktioniert es halt bei uns einfach nicht mehr. Und ich glaube, das ist vielleicht auch so ein bisschen die Last, die unsere Generation sozusagen tragen musste, der Übergang zu sein zwischen diesem eigentlich noch so strukturierten und dann so flexiblen Arbeitsleben, was wir jetzt halt haben, weil wir die Ersten sind, die das jetzt so durchmachen. Ich die sind ja, die kennen ja nur TikTok, ne, aber die sind ja quasi damit dann schon aufgewachsen, dass es so ist.


Und für die ist das dann vielleicht auch gar nicht mehr so eine große Herausforderung.


JINGLE


[30:41 – 31:02] – Leonie

Aber gibt es denn eine von diesen Entscheidungen, die du jetzt getroffen hast, die du auch vielleicht nur so für dich getroffen hast, auf die du so besonders stolz bist oder wo du dir sagst, das habe ich richtig, richtig gut gemacht, das kann mir auf jeden Fall niemand nehmen, dass ich das so gemacht habe?


[31:06 – 32:16] – Maggie

Ich glaube, das wäre so trotzdem erst mal darauf zu hören, was ich eigentlich möchte. Also beziehungsweise ich versuche voll oft, meine Entscheidungen erst mal so für mich zu treffen und das dann aber auf jeden Fall jemandem zu sagen, habe ich ja vorher schon mal gesagt, weil ich dann irgendwie für mich so einen inneren Druck ein bisschen mehr habe, jetzt muss ich diese Entscheidung wirklich umsetzen.


Aber genau, dass ich mich eben nicht mehr so von außen beeinflussen lasse. Und ich glaube, meine letzte Entscheidung, die mir auf jeden Fall so richtig gut getan hat, ich habe ja auch, wie gesagt, lange irgendwie online nur so gearbeitet und habe aber auch festgestellt, dass gerade in einer neuen Stadt das eben nicht so optimal ist, wenn man eh schon nicht viele Leute kennt und dann den ganzen Tag noch in seinem WG-Zimmer sitzt und dann da vor sich hinarbeitet. Und habe dann auch relativ spontan, ohne irgendwie was Neues in Aussicht zu haben, den Job gekündigt und habe jetzt vor zwei Monaten eine neue Arbeit angefangen beim DBFZ in Leipzig und auch vor Ort und bin da eigentlich wirklich happy.


Also einmal mit meinem Aufgabenbereich und andererseits aber auch irgendwie wieder ein bisschen rauszukommen, ein bisschen mehr Leute noch kennenzulernen, wieder was Neues zu haben.


[32:17 – 33:20] – Leonie

Ich finde das so voll spannend, dass du quasi deine Entscheidung erstmal mit dir selber ausmachst und sie dann anderen Leuten mitteilst, weil ich mache es komplett umgekehrt. Ich muss gefühlt alle Personen aus meinem Freundeskreis dann erstmal dazu befragen, was jetzt nun so ihre Meinung ist und was jetzt ihr Ratschlag ist.


Und dann bastel ich mir quasi zusammen, was ich als die sinnvollste Entscheidung betrachte. Ich finde es sehr schwer, dann einfach so Entscheidungen zu treffen. Ich glaube, ich würde nicht einfach meinen Job kündigen.


Also Hochachtung. Aber ja, Mensch, vielleicht sollten wir es alle öfter mal tun. Vielleicht ist das ja ein gutes Learning.


Ja, dann auf jeden Fall richtig, richtig cool, dass du so viele Sachen zu deinen Neuanfängen jetzt erzählt hast. Ich hätte noch eine allerletzte Frage für dich heute in unserem Podcast und zwar, gibt es etwas, was du deinem jüngeren Ich raten würdest?


[33:21 – 34:39] – Maggie

Auf jeden Fall weniger To-Do-Listen anlegen. Ich bin so, auch wenn ich spontan Entscheidungen treffen kann, plane ich super gerne Sachen vor.


Also ich strukturiere ein bisschen meine Tage durch, was ich machen möchte. Ich strukturiere meine Woche durch. Ich habe so meine Termine für den Monat.


Ich mache mir Ende des Jahres so ein bisschen einen Plan, was ich gerne nächstes Jahr machen würde. Und jetzt nicht nur so beruflich, sondern auch einfach, ich würde zum Beispiel gerne einen Handstand können. Das habe ich übrigens schon sehr lange auf meiner Lernliste und bis jetzt ist es noch nicht umgesetzt worden.


Aber es ist ja bald Jahreswechsel. Ich gehe das dann für 2026 an. Genau, weil, also man kann ja gar nicht alles umsetzen von dieser Liste und irgendwie kommt es dann anders.


Und ich habe mich super viel gestresst wegen diesen Listen, die ich mir immer selber gemacht habe früher, weil ich mir so dachte, ich muss das jetzt alles abhaken, weil sonst erreiche ich die Ziele nicht, die ich mir gesetzt habe. Und ja, habe mittlerweile gemerkt, dass es mit weniger Planung manchmal entspannter ist, Sachen zu erreichen. Oder man erreicht einfach Sachen oder erlebt Sachen, die man nicht mit eingeplant eingerechnet hätte und die bringen einen dann auch wieder weiter.


Deswegen weniger To-Do-Listen.


[34:40 – 35:22] – Leonie

Ich finde es einen richtig, richtig guten Ratschlag. Ich muss sagen, ich habe auf jeden Fall auch die Angewohnheit, mir Sachen vorzunehmen, auch Sachen, die man einfach erledigen muss.


Badputzen, whatever, wir kennen es alle. Und bin dann sehr schlecht darin, einzuplanen, wie viel Zeit die Sachen eigentlich wirklich brauchen und was man sonst noch so erledigen muss. Und schreibe mir dann immer so vier, fünf Aufgaben für den Tag auf und denke, ach ja, das schafft man bestimmt.


Und am Ende kann man halt nicht alle abhacken. Und ich finde, das ist dann immer sehr unbefriedigend. Man hat dann immer so das Gefühl, man hat irgendwie nicht richtig was geschafft.


Deshalb, ja, vielleicht schreibe ich jetzt auch einfach weniger auf meine To-Do-Liste für die nächste Woche.


[35:23 – 35:23] – Maggie

Sehr gut.


[35:24 – 35:47] – Leonie

Okay, alles klar.


Wir hören uns ja dann in zwei Wochen mit unserem Podcast wieder. Vielleicht hast du ja zur Überbrückung noch einen Tipp der Woche, etwas, was man nächste Woche tun kann, ein Film, eine Serie, ein Buch, irgendwas, was du unseren Hörerinnen und Hörern empfehlen könntest, um ein bisschen die Zeit zu überbrücken, bis wir wieder am Start sind.


[35:48 – 36:27] – Maggie

Ja, also ich glaube, da möchte ich meine absolute Süßigkeiten-, also aktuelle Süßigkeiten-Obsession empfehlen.


Und zwar, nochmal bezogen auf meinen Chaosmoment der Woche, hatte ich ja meinen kleinen Mental Breakdown an der S-Bahn und bin mir dann Süßigkeiten kaufen gegangen. Und unter anderem nicht nur, wie ich gesagt habe, Toblerone, sondern auch was, das nennt sich Cocosette. Und das kommt ursprünglich aus Südamerika.


Das ist so ein bisschen wie so ein Manners-Waffelkeks, aber mit Kokos. Und das schmeckt wirklich spektakulär. Also ich kann es nur jedem empfehlen.


[36:28 – 24:03] – Leonie

Alles klar. Wir haben es gehört. Wir werden es jetzt hoffentlich alle ausprobieren.


Sehr gut.


[36:33 – 36:34] – Maggie

Ja, danke dir, Leo, dass ich hier sein durfte.


[36:35 – 36:55] – Leonie

Ja, danke auch, dass du meine allererste Podcast-Gästin warst.


Es war ein richtig, richtig tolles Gespräch. Ich konnte eine ganze Menge mitnehmen. Ich hoffe, ihr da draußen auch.


Und dann war es das für heute mit unserer ersten Folge Chaos Kaffee Krisenzeit. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.


JINGLE


[37:00 – 37:37] – Leonie

Wenn ihr noch mehr zum Podcast wissen wollt, dann findet ihr mich auf jeden Fall auf Instagram unter chaoscaffeekrisenzeit-podcast.


Und wenn ihr schon immer mal eure Geschichte erzählen wolltet, dann meldet euch doch einfach über Instagram oder über die E-Mail-Adresse. Die findet ihr dann auch nochmal in den Show Notes. Ich würde mich auf jeden Fall auch über eure Geschichte freuen.


Und vielleicht seid ihr dann ja auch ganz bald Teil unseres Podcasts.


Dann bis ganz bald.