Transkript fem*voc Folge #01
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S00: [00:00:08] Danke für gar nichts. (..) Wir sind einfach nicht immer auf Männer verlassen. (..) Das war es jetzt mit, dass sie irgendwie nochmal für einen Mann angestellt sind. Das ist einfach Pain. (..) Aber check ich. (..) Einmal treffen wir uns auch dann, um uns nur über patriarchierte Männer abzufacken. (..) Ich würde es jetzt auch nicht so beschreiben, dass wir jetzt übelst die Feministen hassenden Leute sind. (..)
S01: [00:00:39] Ich bin Fonny. Und ich bin Camilla. Und wir produzieren heute unseren ersten Podcast für FemFuck.
S02: [00:00:54] FemFuck ist ein intersektionales, feministisches Netzwerk von verschiedenen Personengruppen. Was das genau alles beinhaltet, was FemFuck ist, das besprechen wir heute mit unserer Gastperson Jojo. (..) Und wir machen diesen Podcast für FemFuck.
S01: [00:01:16] Warum machen wir das eigentlich, Camilla? Weil es uns wichtig ist, dass vor allem Flinterpersonen ein weiteres Sprachrohr zu geben. Genau, ich denke, wir sind beide selbst Flinterpersonen und sind auch aus der Szene. Genau. Und ja, Fanny, du aus der Szene. Was machst du?
S02: [00:01:33] Ich mache hauptsächlich Awareness-Arbeit. In verschiedenen Kontexten, für verschiedene Kollektive oder auch Orte. Genau, das sind eigentlich so meine größten Berührungspunkte. Ansonsten bin ich auch selber gerne feiern und in der Szene unterwegs und habe auch viele befreundete Personen, die entweder auch in der Szene arbeiten oder auch einfach so unterwegs sind in verschiedenen Positionen. Genau. Und was ist mit dir, Camilla? Was machst du so in der Szene?
S01: [00:02:04] Ich gehe vor allem gerne feiern tatsächlich und mache das ja auch schon eine Weile. Ich bin ja auch nicht mehr die ganz Jüngste.
S02: [00:02:11] So wie ihr schon merkt, wir sind irgendwie ganz schön viel da drin. Und wir haben heute eine weitere Person als Gast und das ist Jojo. Und Jojo wird uns von den Erfahrungen ein bisschen berichten, uns mehr zu FemFuck erzählen. Und ja, wir sind ganz gespannt, was Jojo uns alles heute erzählen wird. Und genau, erst mal hallo Jojo.
S00: [00:02:37] Hi. (.)
S02: [00:02:39] Ja, schön, dass du da bist auf jeden Fall.
S00: [00:02:40] Danke für die Einladung, also gerade auch von ganz FemFuck. Herzlichen, herzlichen Dank. Ich kann jetzt nicht für FemFuck für alle davon sprechen, aber es ist auf jeden Fall immer eine nice Chance. Und ihr habt gerade schon gesagt, so Flinters ein Sprachrohr geben, das machen wir auch. Wir machen eine Bühne geben, versuchen das. Und ich fühle mich total geehrt, jetzt diese Sprache hier haben zu dürfen.
S01: [00:03:02] Cool, dann würde ich sagen, starten wir direkt rein, oder?
S02: [00:03:07] Ja, sehr gerne. Vielleicht ein kleiner Rückblick vom Wochenende. Am Freitag war ja euer Vernetzungstreffen slash offenes Plenum. Wie war es?
S00: [00:03:18] Es ist immer cute. Also wenn wir das machen, dann ist es immer unterschiedlich. Man weiß nie, wie viele kommen, wer kommt, wem kann man so Altes und Neues begrüßen. Aber es ist immer süß. Und dieses Mal waren zum Beispiel jetzt nicht so viele Leute da, aber ich habe schon den Eindruck, dass der Output, was da nachfolgt, auch wenn immer nur wenige Leute da manchmal da sind, manchmal sind es drei, manchmal sind es 20. (..) Der Output ist immer groß. Also ich habe das Gefühl, man kann immer viele Leute irgendwie gut abholen und mitreißen. Und es fühlt sich danach einfach immer empowered an. Also wir selber, wir auch die Leute. Man geht immer mit einem guten Gefühl daraus. (.)
S02: [00:04:02] Boah, das hört sich einfach richtig, richtig schön an. (.) Jetzt sind wir ja direkt schon so reingestartet. Magst du dich einmal kurz vorstellen, wer du bist? Was machst du? Wo kann man dich gerade hören, sehen? Genau, erzähl mal. (.)
S00: [00:04:17] Also bekannt bin ich unter It's a Disaster. Ich glaube, die meisten Leute würden sagen, ich bin DJ und Producer und irgendwie auch so, mache viel mit Mediengestaltung. Ich selber würde mich aber eher als so Quatschkünstler schreiben, weil ich habe jetzt nichts, was ich jetzt irgendwie groß verfolge oder jetzt da meine große Karriere drin sehe, sondern ich probiere halt ein bisschen aus, fuck ein bisschen around, gucke mal, was dabei rumkommt. Habe einfach sehr viel Spaß auch am Veranstalten jetzt gefunden. (..) So bin ich auch reingerutscht. Also ich glaube, damals durch eine ganz, ganz schlimme Beziehung bin ich jetzt in einen Club gekommen, in das Clubleben und vor allem durch Drogenmissbrauch auch und habe da halt meine Geschichte damit (.) und war ein bisschen co-abhängig, ein bisschen doll co-abhängig von meinem damaligen Partner und auch eben Drogen. Und als das Ganze seine Spitze gefunden hat an Drogenmissbrauch und Gewalt auch in der Beziehung, [00:05:19] habe ich dann einfach was gebraucht, wo ich mich dran, wo ich halt mehr irgendwie sein konnte und halt auch meinen Wert auch mal da wieder draus ziehen konnte. und habe dann so Stück für Stück reingefunden. Erst durch Visuals, dann irgendwie durch Auflegen, dann durchs Produzieren und immer mit irgendwie Events veranstalten. Und so kam dann auch Femfuck mein Baby mit zustande. (.) Und daher kommt auch mein ganzer Aktivismus oder zumindest ein Teil, um gegen diese komischen Gewalt- und Machtstrukturen, die man halt selber so erlebt hat, mit angehen zu können. Und ja, man kennt sich aus, man weiß, wo die Brennpunkte sind und möchte da handeln. (...)
S01: [00:06:04] Ja, danke fürs Teilen auf jeden Fall und deine Offenheit. Genau, und dass du das irgendwie auch hier, also dass du trotzdem auch hier bist und das mit uns machst. (.) Genau, wie würdest du denn, also das Femfuck gibt es ja noch nicht so lange, wie würdest du beschreiben, wie die Szene früher war und wie die sich vielleicht jetzt über die letzten Jahre, auch vielleicht mit eurer Arbeit, die du ja auch gleich nochmal beschreiben möchtest, wenn du mal, also kannst. (.) Genau, wie hat sich das geändert? Wie erlebst du die Szene als Flinterperson?
S00: [00:06:43] Die Historie davon auch. (.) Filmfuck gibt es jetzt seit fünf Jahren. Wir hatten, glaube ich, diesen Herbst unser Fünfjähriges. Da, zu dem Zeitpunkt, bin ich auch intensiver in die Szene eingestiegen und ich habe durch einen Aufruf davon mitbekommen. Also Femfuck war ein Ableger von Fuck, V-A-K. Das war früher auch eine, kein Kollektiv, sondern eher auch das, was wir sind, so ein Netzwerk und hat versucht, so viele Kollektivleute, einzelne Leute aus der Szene zusammenzubringen und hat auch solche Netzwerktreffen veranstaltet, was ja erstmal ein total guter Gedanke ist (.) und geguckt, wie machen wir die Szene zusammen zu einem cooleren Ort. Und bei Fuck hatten auch Flinterpersonen, also Frauen, da kann man schon von Frauen sprechen, die hatten selbst keinen Bock mehr auf die Machtstrukturen, von was in Fuck drin war oder was heißt die Machtstrukturen, sagen wir mal so dieses Gemackere, was bei Fuck auch war. Was man halt in jedem, in jeder Initiative hat, wo halt Männer irgendwie halt auch miteinander macht sind. (..) [00:07:49] Fast, not all, fast. (..) Wir kennen es alle. (.) Die hatten einen Aufruf gemacht und wollten quasi Femfuck gründen, die feministische Initiative davon, weil die auch gemeint haben, wir möchten irgendwie einen Ort schaffen, wo wir uns wohlfühlen, wo unsere Bedürfnisse umgesetzt werden und die müssen wir uns halt selber schaffen. Die anderen übernehmen das nicht für uns, wir machen das einfach selber. Ist ja auch voll okay. (.) Und das war dann kurz vor Corona und dann hat Corona auch so richtig reingeschlagen. (..) Also ich habe es nicht gegründet, sondern ich bin nur von Anfang an mit dabei. Deswegen werde ich meistens auch zu so Podcasts geschickt und so in meinen Talks, weil ich dann da ziemlich groß alles erzählen kann. (..) Erstmal hatten wir ja gar keine, dadurch, dass es in Corona war, hatten wir gar keine Möglichkeit, groß zu veranstalten. Und irgendwie hat es diese Zeit auch gebraucht, dass man sich erstmal zusammengehockt hat, übelst viel reflektiert hat über, was ist die letzten Jahre, Jahrzehnte in der Szene passiert, [00:08:50] was haben wir alles erlebt. Gefühlt war das eher so eine Antisexismus-AG, wo man sich viel austauschen konnte über die Missstände. Und wir saßen da teilweise mit 30 Personen zu Videocalls und jeder hat erstmal erzählt, was irgendwie alles passiert ist. Und alle sitzen da, schlagen sich an die Stirn, wie das eigentlich so lange irgendwie nicht aufgeklärt werden konnte. Und ja, es wurde sich viel ausgetauscht erstmal. Und daraus resultierten dann die ersten Veranstaltungen, was damals noch Events von Flinters für Flinters war. Also dann wirklich sehr eng gefasst. Und über die Zeit hat sich das auch verändert. Also wir machen jetzt nicht nur Events von Flinters für Flinters, wir machen jetzt Events für Flinter-Queers und auch Allies, weil wir auch immer mit der Zeit gemerkt haben, wir müssen mehr Leute mitdenken, Sachen sind halt für uns dann auch nicht so schwarz-weiß. Also ich glaube, Femfuck war damals extremistischer und irgendwie engstirnischer [00:09:51] und so ein bisschen radikal-feministischer. (.) Und jetzt ist das alles weicher geworden, jetzt ist das alles offener, jetzt haben wir, wir lernen immer mehr mit dazu. Das ist auch ein fluides Projekt. Also je nachdem, welche Person sich einbringt, nimmt das auch immer ganz andere Formen an. Und ich würde schon sagen, dass wir viel Aufarbeitung betrieben haben seither. Und damals, als ich dazu gestoßen bin, ich habe schon die ersten Sachen miterlebt, die immer besser wurden. Also dass ich mehr aufs Booking geachtet wurde. Wer ist denn da auf dem Booking mit drauf? Sind es nicht nur Cis-Männer? Und das war bei mir schon damals so. Und ich würde heute die Szene, ich mag sie. (.) Es gibt immer noch so voll viel, wo voll problematisch ist. Aber im Großen und Ganzen finde ich sie schön. Für mich ja auch wohl, ansonsten wäre ich nicht hier. (..)
S02: [00:10:41] Okay, jetzt hast du ja schon gesagt, dass ihr jetzt schon weicher geworden seid über die Zeit und nicht mehr so radikal seid. (..) Wodurch kamen diese Entscheidungen? Oder also warum gab es diese Entwicklungen? Kannst du dir das irgendwie erklären?
S00: [00:10:57] Wir sind immer mehr in die Richtung von intersektionaler Feminismus gerutscht, intersektionaler Queer-Feminismus gerutscht, weil wir gemerkt haben, mit unserem Feminismus kommen wir an Grenzen oder mit dem, wo zum Beispiel aus, was mainly Cis-Frauen irgendwie zum Beispiel leben. Und, aber wir alle haben die Einstellung von, wenn wir es uns schön machen, dann wollen wir es aber für alle schön machen. Und das reicht über unsere Privilegien hinaus und über das, was wir nur für uns schön machen können. Und deswegen haben wir geguckt, was bedeutet Doppel-Dreifach-Marginalisierung? Wo sind noch die Probleme von anderen Menschen? Und je diverser dieser Haufen wurde, desto mehr Meinungen kamen halt dazu, die manchmal, wenn man in seiner eigenen Haut steckt, halt nicht sieht. Und das ist auch voll legitim. (.) Und so wurde das halt immer weicher, immer offener, immer, ja, immer großzügiger irgendwie. (.....)
S02: [00:12:03] Okay, und du hast ja jetzt zuletzt gesagt noch, du magst die Szene und du fühlst dich wohl, aber gibt es immer noch Situationen oder Strukturen, wo du merkst, hier läuft es immer noch nicht fair ab? (.) Ja, also ganz viele. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
S00: [00:12:21] Ich weiß nicht, wo ich anfange soll. (..) Also ich gerade, erstens, dass kein Geld in der Kultur steckt. Alle reißen sich ja so krank den Arsch auf. Das ist auf jeden Fall ein riesengroßes Problem, dass hier Menschen wirklich, also wir auch nur ehrenamtlich, (..) Energie reinbuttern, was manche ihr Leben lang noch nicht gearbeitet haben, würde ich jetzt mal so richtig großkotzig behaupten. Dass hier die meisten Menschen das irgendwie aus einem guten Grund machen, aber halt auch manchmal mit dran kaputt gehen. Und das ist das Schade, was so schade ist manchmal. (.) Man muss richtig aufpassen, für was tue ich meine Energie einsetzen. //S01: Ja.// Also wirklich. (.) Und auch diese gelebte Awareness manchmal von, also das ist mein Punkt eins. (.) Punkt zwei wäre so dieses, wir tun so, als ob wir inklusiv und divers sind und solche Sachen. [00:13:23] Und dann guckt man dahinter und dann denkt sich so, oh, das steht ja, also nur weil du jetzt hier das so auf dem Plakat hast und ich bin auf deiner Party und irgendwie fühlt es sich aber nicht so an. Und dann, das ist das andere, gerade auch Leipzig mit seinem, mit seiner gespaltenen Szene, mit den Meinungen, mit auch Politik ist gut, politisch sein ist gut, aber es gibt hier so viele Meinungen, die sind auch sehr krass extremistisch, was heißt extremistisch, aber engstirnig, würde ich sagen. Also dieses auch eine andere Meinung nicht zulassen können und wenn du nicht für das bist, was wir sind, dann mögen wir dich nicht, dann hast du hier keinen Platz und sowas. Das ist jetzt nicht unser Aktivismus, wir möchten schon eigentlich so viele Leute wie es möglich abholen und dass so viele Menschen, wie es geht irgendwie, eine Bühne bieten, deren Probleme eine Bühne bieten und dass sich auf jeden als riesengroßes Problem, dass es dann auch sehr exklusiv irgendwie zugeht, dann, die Liste ist lang. (..) //S02: Ja, leider, leider ist die noch sehr. (..)// Herausforderungen, auch gerade dieses, dieses sich mitentwickeln in dieser schnellenlebigen Zeit. [00:14:37] Ich kann zum Beispiel auch voll verstehen, dass wenn man mal unterwegs war für ein paar Jahre und jetzt noch nichts von dem Wort Flinter gehört hat außerhalb dieser Szene und mal zurückkommt und gar nicht weiß, was Flinter überhaupt bedeutet, dass du hier auch direkt ausgeschlossen wirst. Also man muss sich auch schnell mitentwickeln oder Sprache entwickelt sich unglaublich schnell mit. Also wir haben zum Beispiel auch so ein Klossar auf unserer Webseite, damit man so ein paar Wörter nachschlagen kann, weil Menschen haben manchmal nicht die Bildung, Menschen haben manchmal einfach keinen Zugang dazu gehabt, Menschen sind aus einer anderen Szene. Ja, du kommst hierher als Studi, nicht aus Leipzig, nicht aus dieser Szene, möchtest hier irgendwie reinkommen, aber wir haben zum Beispiel auch einen ganz anderen Sprachgebrauch. Ich glaube, es ist schwer mitzuhalten, sich treu zu bleiben, aber auch nicht stehen zu bleiben, diese ganze Entwicklung, diese ganze Entwicklung halt irgendwie korrekt mitzugehen. Ja, und ja, ich glaube, man muss da flexibel bleiben, wenn man in der Szene ist. (.) [00:15:43] Anderer Punkt, wir sind immer wieder auf so Probleme gestoßen, dass wenn wir mit anderen Leuten zusammenarbeiten, mit anderen Veranstaltungsorten, anderen Kollektiven, das ist natürlich da auch quasi wie, was haben die Leute für einen Ruf, was hat der Ort für einen Ruf, was haben unsere eigenen Leute Probleme mit diesem Ort. Und da müssten wir auch selber für uns gucken, wie gehen wir damit um.
S01: [00:16:18] Genau, jetzt hast du ein bisschen erklärt, was generell nicht fair läuft. Vielleicht möchtest du einfach noch irgendwie kurz antiesen, was für dich persönlich einfach nicht so richtig fair läuft und wo du auch Erfahrungen gemacht hast, dass du jetzt vielleicht auch bei FemFuck bist und jetzt auch vor allem schon so lange dabei bist und jetzt auch mit uns hier sitzt, ist ja auch nochmal so ein Thema.
S00: [00:16:39] Ja, also ich muss sagen, was auch nicht so fair läuft, ist, aber das ist eine persönliche Meinung, der Umgang auch miteinander. Es gibt durchaus schöne Orte, da gehen Menschen fair miteinander um und da läuft auch alles schön und gut. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, ich habe auch mal bei einem Veranstaltungsort gearbeitet, dass es einfach auch durch die schlimmen Arbeitsbedingungen und durch die Zerstrittenheit in der Szene, da schlachten sich Leute untereinander aus, da herrscht eine kollektive Depression, da herrscht einfach ganz, ganz unfaires Verhalten untereinander, miteinander, obwohl man doch eigentlich zusammen an einer schönen Sache arbeitet. Irgendwie Kultur schaffen, Kunst schaffen, ein Miteinander schaffen, Events schaffen, die politisch gut sind, die irgendwie mehr bewegen können und solche Sachen. Und ich glaube, was nicht fair läuft, sind wir, wir untereinander, also auch das gelebte Awareness untereinander. Auch da würde ich mir einfach mehr Offenheit miteinander wünschen und ja, (.) [00:17:41] weil da sind so viele unfaire Sachen passiert, also Menschen untereinander gehen einfach nicht fair miteinander um. Ich habe auch bekannte Freundinnen, die sagen, sie würden zum Beispiel nie wieder für einen Mann arbeiten. nie wieder, weil es einfach, ich glaube, der Umgang, die Kommunikation miteinander, das ist nicht fair. Das ist das Erste, wo wir irgendwie miteinander aussteigen, uns irgendwie fehlverhalten, fehlverstehen und das würde ich mir ein bisschen offener und korrekter miteinander wünschen, auch nicht so engstirnig, dass wir miteinander fairer umgehen. (.)
S02: [00:18:18] Ja, das würde ich mir auch an sehr vielen Orten wünschen. Ich glaube, das ist ein Problem, ja, wie du schon gesagt hast, was einfach an ganz, ganz vielen Orten ist und was man selber leider erlebt.
S00: [00:18:33] Das ist sehr konfliktbehaftet einfach. Also ich war wirklich so oft einfach mehr damit beschäftigt, Konflikte mitzumachen, mitzuerleben, (.) anstatt meinen Job da zu machen, anstatt irgendwie halt irgendwie was bewegen zu können und ich finde, das ist überhaupt nicht fair. Weder für uns noch für die Zähne oder müssen wir uns irgendwie selber die ganze Zeit mal, also selbst mal eine Respektschelle irgendwie geben.
S02: [00:18:59] Ja, also das ist eigentlich worst case, wenn man nicht das machen kann, was man eigentlich machen will, sondern man die ganze Zeit eigentlich mit anderen Dingen beschäftigt ist, damit überhaupt ein Umgang miteinander irgendwie möglich ist und überhaupt ein Arbeitsklima, dass man überhaupt arbeiten kann. Ja. (.) Ja.
S00: [00:19:21] Es wäre so viel mehr möglich. Stellt euch mal vor, es wäre so viel mehr möglich, was da alles miteinander, also diese Energie, was man verbläst, an so Sachen, die man klären muss. Einfach nur klären muss, anstatt die eigentliche Sache, die man tun möchte.
S02: [00:19:36] Ja, ich kenne das auch, dass da einfach ganz viel Energie so, also was heißt verschwendet wird, aber da reingebracht werden muss und es, also zwischen allen Personen gibt es Konflikte, aber besonders wird einfach Flinterpersonen, werden irgendwie unterdrückt, werden nicht ernst genommen, deren Kompetenzen werden irgendwie anders eingeschätzt, falsch eingeschätzt und ja, da muss irgendwie ganz viel gekämpft werden für etwas, was eigentlich... //S01: Oder bare minimum?// Ja. //S00: Bare fucking minimum. //S01: Ja. (.)//
S02: [00:20:11] Das ist einfach nicht vorhanden und das ist, ja, ist einfach scheiße. (..)
S00: [00:20:17] Ideas. (..)
S01: [00:20:20] Aber dafür gibt es ja dann auch Femfuck. Ja. Genau, wer seid ihr denn, also welche Personen stehen hinter Femfuck und genau, (..) vielleicht möchtest du uns darüber ein bisschen noch erzählen, also dass wir dann ein bisschen tiefer gehen noch.
S00: [00:20:35] Also auf jeden Fall würde ich uns als einen Süßmaushaufen bezeigen. (.) Ich sage das echt gern, weil es einfach stimmt, weil wir, ich habe das Gefühl, bei uns braucht man so ein imaginäres Süßmauszertifikat, um bei uns halt mitmachen zu müssen, können, dürfen, was auch immer. (..) Wenn wir gerade auch von Konflikten geredet haben, ich muss eine Anekdote zählen von einem Panel-Talk, wo quasi eine Person vom Femfuck und ich eingeladen wurden und uns wurde auch die Frage gestellt, wie geht ihr denn mit Konflikten um in eurer Initiative? Und wir haben uns so angeschaut und haben dann auch gesagt, haben wir nicht, haben wir einfach nicht. Und das finde ich, das macht halt Femfuck aus, dass wir wirklich das Allerbeste füreinander miteinander versuchen. Also das sind die Menschen, die halt dahinter stehen, dass wir irgendwie versuchen, (.) sanft mit uns zu sein, gut miteinander umzugehen. Und da waren wir schon richtig stolz drauf, dass wir dann wirklich ins Publikum gesagt haben, haben wir nicht, haben wir nicht. [00:21:35] Wird auch so nie sein. (.) Hoffentlich nicht. Also wir haben eine ganz gute Konfliktkultur, würde ich jetzt mal behaupten. Keine, wo man sich halt nicht ernst nimmt, nicht die Probleme runterredet der anderen Person. Nur weil ich jetzt nicht in deiner Haut stecke, heißt das nicht, dass ich das nicht nachvollziehen kann. Also natürlich kann ich das niemals empfinden, so wie du das empfindest, ist aber, ich sehe dich, ich versuche das anzuerkennen, wir versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden. (.) Irgendwie, ich glaube, diese Art von Menschen steht halt dahinter. Versuchen die andere Person zu sehen. (...) Und genau, es ist ein fluides Projekt. Also je nachdem, wer mitmacht, kommt ein anderer Output raus. Das kann man auch auf unserem Instagram, glaube ich, ganz gut sehen, wie gut sich Femfuck entwickelt hat auf unserer Webseite auch. Da bin ich ja beides ganz stolz drauf.
S02: [00:22:25] Das ist wirklich auch eine sehr schöne Webseite. Und bei eurem Instagram kann man auch so richtig verfolgen, wie sich das auch entwickelt hat, auch so vom Aussehen. Ja. (.) Cool. (..)
S00: [00:22:36] Das freut mich als Mensch, der für die Außenwirkung dafür zuständig ist. Das ist halt so, ja, fühlt sich mein Ego geschmeichelt.
S02: [00:22:44] Kann's auch. Ja, auf jeden Fall. (..) Ja. (...)
S00: [00:22:49] Was ist Femfuck so an sich? Und wer sind die Leute dahinter? Ich glaube, es kommen und gehen halt auch immer Leute. Je nachdem, ob eben gerade, ob man seine Masterarbeit schreibt. Ob man dann halt, also das ist fluide. (.) Man darf sich einbringen, wann und wie man möchte. Man muss nicht fest dabei sein. Das ist ja kein Kollektiv, sondern wenn du Zeit hast, wenn du Kappers hast, komm gern, mach mit. Mach auch nur für ein Event mit. Das wird sich dann immer herausstellen, ob die Leute dann auf mehr Bock haben. Es gibt ja auch immer unterschiedliche Veranstaltungen. Also es ist unglaublich niederschwellig, bei uns mitzumachen. (..) Und dann liegt es aber an den Personen selber, ob die sich halt einbringen oder nicht und an den Kapazitäten, was die haben und so weiter. (..) Und mit diesen, ich sag jetzt, ohne diesen Druck hat schon echt viel funktioniert. Also wir haben jetzt Unmengen an Bausteinen seit fünf Jahren aufgestellt oder irgendwie ein Grundgerüst geschaffen und darüber hinaus noch mehr. (.) [00:23:53] Wir haben zum einen irgendwie jetzt, klar, Events. Ich glaube, dafür sind wir am bekanntesten, dass wir eben so queerfeministische, auch manchmal politische Events machen. Und manchmal sind sie mehr politisch, manchmal sind sie weniger politisch. (..) Seither sind, wir sitzen im Nachtrat, falls das euch was sagt. //S02: Ja. (...)// Wir haben eine Telegram-Gruppe mit den ganzen News, die abgehen. (..) Wir haben eben Social Media, wo man von unseren Events mitbekommt, wo man aber auch Kampagnen starten kann. Also gerade, für uns war das ja auch wichtig, dass eben Flinter und queere Personen ein Sprachrohr bekommen mit solchen Kampagnen und halt zu bestimmten Themen. Wir haben immer bestimmte Themen, die dadurch vielleicht eine Aufmerksamkeit bekommen. Zum Beispiel Thema, was ist mir in der DJ-Boofs passiert oder Rauchen in Clubs. Und dann kommen eben Leute zur Sprache, die damit ein bestimmtes Thema haben. [00:24:54] Zum Beispiel Leute, wenn es zum Rauchen in Clubs geht, es können nicht alle Leute einen Club besuchen, weil dort in den meisten Räumen geraucht wird. Dann ist die eine Person, ist halt schwanger, könnte echt noch lange irgendwie feiern gehen, aber in Clubs wird halt geraucht, also geht man dann lieber nicht hin. Oder Asthma oder sonstige Sachen. Also da ist sich halt der Kernpunkt unserer Arbeit, auf diese Problematiken hinzuweisen, mit sanften Aktionen, aber einen riesen Output zu haben und Aufklärung zu schaffen und Bühnen zu geben. (...) Wir hatten das auch mal, dass wir zu bestimmten Tagen bestimmte Kampagnen gemacht haben. Zum Beispiel jetzt am 25.11. ist der Tag von Gewalt gegen Frauen. und da vor ein paar Jahren haben wir auch Leute sprechen lassen. (.) Oder ich würde das gerne wieder einführen, dass wir zu bestimmten Tagen auch immer, (.) weil das ist so eine Regelmäßigkeit, (.) die man da mit reinbekommen könnte. (..) Ja. Und dann haben wir es von Social Media, also ich glaube Instagram war zuerst da, [00:25:56] haben wir jetzt seit diesem Jahr eine Webseite, (...) wo man von unseren Events mitbekommt, wo wir auch, ich habe vorhin glaube ich schon gesagt, unser Klossar, wo man dann auch die Sprache irgendwie nachlesen kann, die wir benutzen im queer-feministischen Kontext. Ein Sammelsorium haben wir auch dort, wo man die Kampagnen auch dort gesammelt lesen kann. Und unser Baby ist natürlich unser Artist Pool. (..) Das war nämlich auch die Sache, wo wir gesagt haben, sowas muss es doch geben. also es heißt immer Quoten, Quoten-Flinter, Quoten, ja, wir buchen uns jetzt halt noch eine dazu, eine Flinter-Person und dann ist unser Event ja natürlich divers und so und dann hieß es aber auch sehr oft, ja, ich finde aber keine Flinter, die das und das kann und es gibt ja keine Technikerin oder es gibt solche Sachen nicht und wir wollten was schaffen, wo wir sagen können, hier ist der Link, geh da drauf, Google, such dir eine aus, //S02: ist kein Thema,// es gibt sie, [00:26:56] nur weil du die halt nicht in deinem Umkreis hast, dann heißt das nicht, dass es die nicht gibt oder weil du dich nicht auf die Suche begibst. Wir machen nichts anderes bei unseren Veranstaltungen, dass wenn wir divers booken, wir natürlich uns auch einfach einfach durch alles durchklicken und suchen und ich habe das Gefühl gehabt, Leute machen das nicht, dass irgendein Booker dann halt, dann ist es halt, ich book meine Friends oder ich book halt das, was mir am leichtesten fällt. (..) Kann ich auch irgendwo verstehen, dass man halt mit wenig Aufwand irgendwie auch das Beste machen will. Ich meine, so funktionieren wir alle, aber das ist schon verdammt faul. Ja,
S02: [00:27:30] dann sag doch einfach halt, ich bin zu bequem so und habe halt nicht wirklich gesucht, aber sag halt nicht, ich finde die Person nicht. Das ist halt so eine dumme Ausrede. Aber ja, ich finde es auch richtig genial, dass ihr dieses Artist Pool habt und da besonders halt auch, wie du schon gesagt hast, auch Technikpersonen, auch Grafikpersonen, (..) Personen, die Performances oder sowas machen, weil so gebündelt gibt es das einfach ja nicht. das ist einfach mega, mega geil (..) und ist glaube ich einfach richtig viel wert. Ja,
S00: [00:28:02] wir haben uns angeguckt, wen brauchst du denn immer auf so einer, wer wirkt denn immer mit bei so einem Event? (..) Wen bucht man doch immer wieder oder wen brauche ich immer wieder für sowas? Und dann haben wir gedacht, ja, dann schreiben wir die Leute mal zusammen und geben den allen Reiter und man kann sich auch super easy selber anmelden. Also es ist total niedrigschwellig, da gibt es ein Formular, geht mal drauf. Du musst nicht so und so viele Follower haben, du musst nicht so und so fame sein. Also das hat auch da, kann man das Klassismus innerhalb Social Media nennen? Ich weiß es nicht.
S02: [00:28:33] Ja doch, //S00: schon langsam.// Also es geht ja auch einfach super viel, so Booking, geht ja auch einfach richtig krass nach einfach so Follower in den Zahlen. Das ist ja einfach gruselig, dass die Personen hauptsächlich
S01: [00:28:47] dann eigentlich so Influencer sein müssen, um halt gebuckt zu werden für die Kunst, die sie halt eigentlich machen. Riesenproblem. //S02: Also ja, (.)// ohne Typen meistens, die dann eine krasse Follower in Zahl haben und dann halt gebuckt werden. (.)
S00: [00:29:01] Das ist, denke ich mir auch, jedes Mal Leute Handy weg einfach auf den Veranstaltungen.
S02: [00:29:06] Ja, sowieso. (.)
S00: [00:29:07] Das Handy bringt hauptsächlich der Art des Personen was. Dass sie halt irgendwo in der Story rutscht, irgendwo gepostet wird und dann noch famer wird. (..) Wenn es alles nicht was bringt, sind die Gäste, Gästinnen dort. Die wollen eigentlich eine Wohlfühlzeit haben und ja, fühlt sich dann gleich weniger wohlig an. Es ist kein safer Space mehr. Man kann sich nicht mehr so frei bewegen und deswegen würde ich nochmal daran appellieren, dass hoffentlich das bald wieder irgendwie so ein bisschen mehr wieder zurückgeht. (..) Du hattest ja,
S02: [00:29:38] um vielleicht wieder so zurück zu Femfuck zu kommen. //S01: Was für Bausteine Femfuck noch so hat. (.)// Ja, das kannst du auch gerne das kannst du auch gerne erstmal noch zu Ende erzählen. Eigentlich waren wir da so stehen geblieben. (..)
S00: [00:29:53] Genau, Social Media Webseite. Dann ganz klassisch haben wir halt einen Podcast. Damit können Flinter bei uns einen Podcast einschicken. (.) Und wir geben denen auf unserem Soundcloud quasi die Plattform dafür. Früher war das auch da. Es war dafür gedacht, dass man das auch unterschiedlich nutzen kann. Also wenn eine Person Bock hatte, über irgendein aktivistisches Thema zu reden, hätte sie auch quasi einen Podcast, eine Audiospur dafür einsenden können. Das hat sich halt so entwickelt, dass Leute das eben nur für DJs-Sets nutzen. Aber hey, falls es irgendjemand hört und Bock drauf hat, ihr könnt es trotzdem machen. Das war nicht so gedacht. Das hat sich halt nur so entwickelt. (.)
S02: [00:30:32] Aber vielleicht auch hier so der Aufruf, wenn halt zum einen dieser Podcast dann, aber vielleicht haben ja auch andere Personen Bock, über gewisse Themen auch wirklich halt zu sprechen (.) und das darüber zu spreaden. Ja. (.)
S00: [00:30:47] Das und wir haben eine Sportgruppe. Also eine Kampfsportgruppe, weil das ist, (.) habe ich vorhin schon gesagt, je nachdem, wer mitmacht und welche Punkte einbringt, so wird es dann ein eigenständiges kleines Unterprojekt und nimmt halt seinen Gang. (.) Und das hat relativ auch früher angefangen, dass wir Lust hatten, so eine Flintersportgruppe zu haben, wo wir uns auch dort empowern können, sportlich empowern können. Jetzt jeden Donnerstag 20 Uhr trainieren wir im Westen. Man kann sich auch über unser Instagram dafür anmelden. Das ist eine sehr sanfte (..) Yin-Kampfkunst. Man macht trotzdem Schläge, Dritte, lernt das alles. Aber in erster Linie gucken wir, dass wir wieder zum Körper zurückkommen und dass wir halt so (.) Energien umlenken, nenne ich es mal eher, anstatt hart auszuteilen, versuchen wir halt eher Energien umzulenken. (...) Das ist was, was auch seit jeher Bestand hat [00:31:47] und echt immer wieder gut tut. Nicht alle von FanFact sind da drin, aber man muss auch nicht in FanFact drin sein, um da mitmachen zu müssen in dieser Sportgruppe. Es ist nur was, was wir schaffen wollten. (..) Und wir haben seit neuestem Merch. Ja, das ist auch dadurch entstanden, dass Grafikpersonen (...) Grafiken eingereicht haben für Visuals oder irgendwie sonst was für eine Party und wir hatten dann auch mal Lust, was zu siebdrucken und es ist einfach so ein Goodie von uns. Und ich möchte jetzt //S01: eine Live-Reaction// mit euch machen. (.) //S00: Weil ich habe euch nämlich//
S01: [00:32:22] Merch mitgebracht. (..)
S02: [00:32:25] Wie geil! (..)
S01: [00:32:28] Ja, ganz süß. (..)
S02: [00:32:31] Vielen lieben Dank. Mega geil. Ich wollte eigentlich vorhin noch zurückkommen, (..) als du so gesagt hast, ihr habt keine Konflikte so richtig. (...)
S00: [00:32:46] Meinungsunterschiedenheiten.
S02: [00:32:46] Ja, ich vermute mal, dass ihr trotzdem über Sachen diskutiert und redet, aber in einem gesunden und in einem Rahmen, wo man auch einfach Verständnis für andere Situationen hat. Aber sicherlich hattet ihr trotzdem irgendwie Sachen, mit denen ihr während eurer FanFact-Laufbahn dealen musstet. (.) hattet ihr irgendwelche Herausforderungen in eurer Zeit? Einige. (.) Einige.
S00: [00:33:16] Das dachte ich mir. //S02: Gerade nochmal wegen// diesen Konflikten innerhalb, da ist mir jetzt gerade noch eingefallen, dass wir halt auch versuchen, bei uns so einen Ort zu schaffen, wo es halt okay ist, (.) Sachen anzusprechen, ohne dass man halt direkt fertig gemacht wird. Also ich kenne das aus quasi meiner alten Arbeitsstelle, dass man halt irgendwie, du bist nicht meiner Meinung, du bist direkt fertig gemacht oder irgendwie rausgeekelt und das möchte ich auf keinen Fall, keinen Fall bei uns haben. Am Netzwerktreffen war zum Beispiel auch eine Person da, die hat direkt so gesagt, hey, mir fällt Gendern richtig schwer, ich probiere es so, alle können es verstehen. Und es bringt halt nichts, wenn wir mad aufeinander sind und gar nicht das Problem von anderen Leuten verstehen, weil die halt gerade was in Fettnäpfchen getroffen treten sind oder solche Sachen.
S02: [00:34:06] Ja.
S00: [00:34:07] und man immer noch darüber reden sollte, warum und wieso überhaupt, weil ansonsten spaltet es auch und es macht nichts besser. Es macht einfach nichts besser und auch, wir müssen dem letzten Larry noch erklären, warum man halt irgendwie, warum Gendern vielleicht doch ganz cool wäre. Mhm. (.) warum seit, weiß nicht, ich glaube, ich glaube, es sind erst 100 Jahre her, da durften Frauen gerade mal fünf Jobs machen (.) und von dieser Zeitspanne, das ist echt nicht viel auf eine ganze Menschheit gesehen, das ist echt nicht viel, (.) entwickeln wir uns so rasant weiter, dass wir auch wirklich versuchen, eine letzte Person damit abholen zu wollen.
S01: [00:34:40] Das ist zum Beispiel eine Herausforderung, (.) wie halten wir diesen Raum
S00: [00:34:44] so offen wie möglich, aber ich glaube, dass die Personen, die dabei sind, die sind sich alle (.) wohlgesonnen gegenüber. Es gab schon auch mal ein paar Leute, die haben es dann irgendwie, (..) kamen aus einem anderen Kontext und waren dann irgendwie harscher und dann geht man da als Gruppe aber sanft mit um und spricht es halt irgendwie an und dann geht es auch. Ich habe das Gefühl, dann geht es auch oder Leute erkennen, das ist halt nicht der richtige Ort für mich, das ist mir nicht extrem genug, dann bitte, du hast irgendwo anders einen besseren Ort dafür.
S01: [00:35:12] Ihr wollt ja auch inklusiv arbeiten und das ist, glaube ich, dann mit sowas auf jeden Fall, mit so einem Ausschluss von Leuten, die sich ja offensichtlich trotzdem für ein Thema interessieren, (..) genau die auszuschließen, weil sie irgendwie nicht gendern können und das ist ja eine Übungssache. //S00: Also ich meine,// wenn man das nicht gelernt hat, (..) dann, wenn man vielleicht aus einer anderen Generation kommt,
S00: [00:35:35] ja, gerade das Generationsthema. Ja. Ich hatte ja auch letztens eine Unterhaltung mit einer alten Lady und sie meinte so, ihr jungen Leute, ihr gendert alle und ich war so, was meint sie? Was meint sie? Weil ich mal gecheckt habe, dass sie gendern meint und sie hat mir das so erklärt, ihr ist das zu schwer, ihr ist das einfach zu schwer, so und ich, reicht mir. Ich muss dich jetzt nicht zum Gendern zwingen, aber ich weiß, dass du es nicht böse meinst oder so. (.) und andersrum glaube ich auch nicht und ja, (..) das ist keine, also ich glaube bei uns jetzt nicht so eine Herausforderung, aber ich glaube Leute auf dieses Niveau zu holen, dass wir echt versuchen, die anderen Leute immer wohlwollend zu behandeln, uns gegenseitig auch und dann gab es natürlich auch noch weitere Herausforderungen, vor allem, wenn man halt Events veranstaltet, bist du halt darauf angewiesen, mit wem und was du arbeitest und dann tauchen halt die Probleme da auf, wo nicht mehr dein Gebiet sind, also zum Beispiel [00:36:36] andere Locations, da kennt man sich nicht aus, die Leute sind nicht so hilfsbereit oder sonstige Sachen, behandeln unsere Artists scheiße, also ich kann zum Beispiel davon erzählen, (.) dass wir, wir hatten mal Drag Artists gebucht und es war schon zum Beispiel eine Herausforderung, einen anständigen Ort für die zu finden, wo die sich umziehen können, wo die ihre Zeit haben können, die springen halbnackt rum in der Zwischenzeit, die brauchen auch ein Safe Space und wenn die keinen Ort haben, wo die sich anständig zurecht machen können, (.) dann ist es auf jeden Fall nicht, das ist nicht fair für die. (..) Und wir haben dann versucht, was zusammen mit dem Ort irgendwie für den Platz zu finden, dann haben die halt leider nur irgendwie ein größeres Bad bekommen (..) und irgendeine Person von dem Club schmeißt die einfach aus diesem Bad raus. (.) Also ich verstehe es nicht, ich verstehe es nicht, wie die darauf kommen kann, ja, nee, ihr dürft hier nicht sein, ihr dürft euch hier nicht fertig machen, raus jetzt. also diese Person war von diesem Club oder man ist eben auf Personal [00:37:36] von einem Club angewiesen und bekommt eine ganz komische Antwort. Wir haben zum Beispiel daraufhin auch gesagt, so hey, es gibt gerade ein Problem zu einem von den 90s, der meinte, Eier, aber warte, ich muss noch kurz eine ballern davon. Und wir denken so, nein, nein, musst du nicht. Nein. //S02: Oh Mann, ja.// Solche Herausforderungen. Also wirklich Sachen, die außerhalb unseres (.) Wirkungsbereich liegen, wo man halt sagt so, okay, wir müssen jetzt aber zusammenarbeiten und Sachen machen und man ist auf andere Personen eben und Locations angewiesen.
S01: [00:38:07] Wie geht ihr dann damit um, um so eine direkte Zwischenfrage zu stellen? Also sprecht ihr das direkt an? Geht ihr dann nochmal in ein Gespräch danach? Oder habt ihr da irgendwie auch so eine Art Workflow? //S01: Ja.//
S00: [00:38:22] Im besten Fall direkt klären, weil dann lassen sich Situationen auch ganz gut entzehren und Leute sind in der Situation auch ein bisschen lernbereiter, wie danach ist es schwieriger, irgendwas aufzuarbeiten. (..) zum Beispiel dadurch, dass unsere Artists damals so beschissen behandelt wurden, haben wir gesagt, jo, das ist doch mal wieder ein Kampagnenthema wert. //S01: Wir klären jetzt auf,// was alles falsch läuft. Und das war dann auch so von unserer Seite auch ein kleines Wiedergutmachen. (..) Obwohl wir das natürlich nicht verkackt haben, aber ich möchte den Leuten dann Mehrwert bieten. Die werden schon schlecht bezahlt. Die müssen sich schon so einen Scheiß geben. So eine Art von Diskriminierung auch. Und dann haben, wenn wir doch die Tools dafür haben, dann versuchen wir quasi mit einer Aufarbeitung irgendwie zu schaffen. (..) Also es gibt auf jeden Fall dieses in Kontakt, Kommunikation danach bleiben, (.) ist ein Ding. Machen nicht alle. (.) Zum Beispiel, wir haben das auch, dass wenn wir mit Artists zusammenarbeiten, gibt es welche, die sind super süß, die machen ihren Job gut, die sind einfach Vorzeigeartists [00:39:25] für auch einen Scheißlohn. Also wir haben schon mal gesagt, es gibt nicht so viel Geld hier in der Szene und dann machen die für einen beschissenen Lohn das Bestmögliche. dann gibt es Artists und das finde ich auch komplett nicht fair, sind eben wieder die Größeren, die denken, sie haben jetzt kleinen Überflieger, dürfen unsere Crew-Scheiße behandeln, dürfen unseren Debooth kotzen, dürfen halt irgendwie sich wie der letzte Rockstar aufführen und sich übergriffig gegenüber uns oder unseren Crewmitgliedern gestern verhalten, weil sie halt irgendwie in ihrer Welt ein Star sind. I don't know, //S01: in meiner Welt bist du es nicht. (..)// und dann haben wir zum Beispiel auch Feedbacken-Artists ganz gerne, hey, danke, dass du dabei warst, war mega schön, alle haben sich wohlgefühlt oder halt du, wir waren danach nochmal im Gespräch und Punkt 1, 2, 3 war irgendwie nicht so cool und dann kommt es eben auf die Person drauf an, ist die bereit, sowas anzunehmen oder nicht und ja, je nach Person sehen sie es dann ein, dass es vielleicht [00:40:25] nicht so cool war oder schieben halt weiter ihren Ego-Film und sagen, (.) nö, ihr seid doch die Dummen, ach, keine Ahnung und also wir versuchen zumindest in Kontakt zu bleiben, so eine Art Aufarbeitung mit Kontakt und guter Kommunikation zu schaffen, also wir schreiben jetzt hier keine Fick-Dich-Mail, sondern wirklich konstruktiv ist nicht cool gewesen aus Grund so und so, ja. (...)
S02: [00:40:51] Ja, ich glaube, der konstruktive Weg ist natürlich der beste (.) und auch das, naja, halt direkt irgendwie reagieren zu können, erfordert ja schon auch irgendwie eine gewisse, naja, Souveränität, weil ich mir vorstellen kann, manchmal, also, oder was heißt vorstellen, ich kenne es selber, dass man dann eher erstmal so in so einer Schockstarre ist und gar nicht so richtig direkt reagieren kann (.) und das auch einfach ein Learning ist, dann halt, also generell, weil man ja auch so sozialisiert ist, wie man sozialisiert ist, dann halt auch zu lernen, nee, ich kann auch meinen Mund aufmachen, das geht gerade gar nicht klar und es ist auch korrekt, dass ich das so gerade bewerte, weil es geht halt überhaupt nicht klar. Ja, (.) gab es, du hast ja so ein paar Storys so angeteasert, gab es so konkrete Situationen, wo du entweder hinter den Decks warst, als veranstaltende Person irgendwie nicht ernst genommen wurdest und wo du selber so eine Situation hattest und wie hast du dann reagiert oder wie habt ihr das im Nachhinein dann irgendwie aufgearbeitet? (..)
S00: [00:41:53] Ich glaube schon, dass es die gab, auf jeden Fall. Ich muss aber sagen, ich bin einer von den Menschen, die, (..) ich glaube mir, (.) ich gehe noch ganz cool damit um. Also es hängt mir auch nicht so krass hinterher. Ich bin auch eher so die Person, die schon, deswegen sitze ich ja auch hier, die halt viel, (.) die auch dieses Auftreten hat, du kannst nicht mit mir ficken und (.....) ich glaube, deswegen trauen sich Leute dann halt auch einfach nicht und (..) ich glaube, ich strahle das halt auch aus und habe es deswegen ein bisschen leichter, muss ich sagen, (.) weil ich vielleicht jetzt ist es traurig, dass du das so sagst, //S02: aber ja. (..)// Aber es gibt genug, also guckt unsere Kampagnen an, da gibt es Leute, die erzählen ihre Situation mit der DJ-Boov. Ich kann gerade keine konkrete benennen, aber es gibt sie. //S02: Ja, auf jeden Fall. (....)//
S02: [00:42:53] Jetzt hast du ja darüber gesprochen, wie ihr das erlebt, wenn ihr an bestimmten Veranstaltungsorten seid und da mit Personen, die da arbeiten, (.) interagieren müsst und da ja auf die Person angewiesen seid. Wie ist das denn, wenn ihr von Veranstaltungsorten oder Kollektiven angefragt werdet, die auch in der Szene kritisiert werden, die irgendwie eine problematische Stellung haben, was ist, wenn ihr von denen angefragt werdet? Also diskutiert ihr das dann im Kollektiv? Wie entscheidet ihr, wo ihr dann was macht und mit wem ihr zusammenarbeitet? (..)
S00: [00:43:30] Das ist eine sehr gute Frage. Das ist eine schwierige Frage auch irgendwie. (..) Aber wir haben das so für uns entschieden, (..) dass, (.) also es, wir können es nicht allen recht machen, das kann man, glaubt, niemand. wir können nur versuchen damit für uns, also dass die Personen, die bei uns mitwirken, dass die da gerade kein akutes Problem mit haben. Also ich denke mal, jede Person, die bei uns mitwirkt, die weiß, dass Club XY verschrien ist wegen das. Kollektiv XY verschrien ist wegen das. Die haben immer eine Geschichte, (.) die sie mitbringen (.) und da müssen wir gucken, wie viel Aufarbeitung es passiert, ist das irgendwie uns genug oder der Person, die vielleicht auch eine persönliche Story hat. Damit ist es der genug, weil ich würde zum Beispiel mit Club XY nie wieder zusammenarbeiten wollen. Also ich fühle mich komplett verarscht von denen, also würde ich zum Beispiel als Privatperson nie wieder was mit denen machen. Und so geht es [00:44:30] vielen anderen Leuten (.) und kommt darauf an, wo wir uns dann damit treffen können, weil die andere Person hat mit dem Club ein Problem, die andere Person hat mit dem Kollektiv ein Problem. (.) Und dann ist es aber so, dass jede Person sagen kann, hey, mir ist es gerade noch zu heikel, zu heiß, zu sonstiges oder der Außendruck ist auch zu groß oder muss man auch drüber reden, dass vieles, manchmal spricht man aus so einer Drittbetroffenheit über Problematik und ich finde das auch ein Problem, (..) dass wenn eine Story aufkommt, (..) dann entscheiden oftmals dann nicht mehr die Betroffenen, wie soll damit umgegangen werden, sondern eben die Szene entscheidet für die und das ist nicht cool. Das ist gar nicht cool. (...) Deswegen bin ich da auch kein Fan davon und wir haben das jetzt so geregelt, dass wenn ich sage, ich habe ein Problem damit, dann mache ich halt gerade nicht bei diesem Event mit. Dann können sich Leute zusammen sammeln, [00:45:31] die das gerne machen wollen, würden. Oder man entscheidet halt, indem man auch wieder viel mit Sprechen darüber, ob es irgendeine irgendeine Lösung gibt, was muss passieren, damit das irgendwie vonstatten geht. Aber nichts wird komplett gecancelt, sondern wir versuchen auch da wieder zu gucken, (.) gibt es irgendwie was, wo wir uns wieder treffen können. Es gibt zum Beispiel (.) Initiativen oder Kollektive, da fragen sich andere Leute, hä, wieso zum Fick arbeiten die mit denen zusammen? Und dann denke ich mal, bei uns ist so viel im Vorhinein passiert, dass wir halt geguckt haben, was ist die Lösung damit und können wir, auch wenn ihr jetzt nicht zu unserem Konzept hundertprozentig passt, wie können wir es passend machen? Dann müsst ihr aber sagen, ihr macht aber nur einen Flinterfloor von euch auch aus. Also wo sind unsere Werte, wo können wir uns treffen, weil anders geht es nicht. Und dann deswegen auch die Sache, ich finde das gut, so kommen wir aus unserem Wirkungsradius raus und ich habe voll oft das Gefühl, dass gerade da, [00:46:31] wo nicht unsere Bubble ist, da können wir am meisten erreichen mit quasi unseren Gedanken und Ansätzen und da können wir halt ins Gespräch kommen, da können wir mit Leuten zum Umdenken auch vielleicht auch bewirken. Weil wenn wir nur mit den Leuten Sachen machen würden, die intersektional queer-feministischen Ansatz leben, dann würden wir bei uns aufhören. //S01: Weiß ich nicht. (.)// Also nein, es gibt schon noch tolle andere Initiativen, //S01: Kollektive,// aber es ist klein. Es ist verdammt klein. Ja. (..) Und so gibt es halt mal in unserem Feed dann eine Party, da fragen sich Leute, hä, warum und wieso? Und dann gibt es wieder aber eine andere tolle Party, die passt halt zu uns. Wie jetzt zum Beispiel am 25.11. da machen wir eine Demo-Afterparty, weil da war der am Nachmittag, war die die Demonstration oder ist dann, (.) ich glaube, wenn der Podcast rauskommt, //S02: dann war die schon. Ja, vermutlich schon. (..)// Da genau ist die Demonstration für eben Gewalt, der Tag an Gewalt gegen Frauen, [00:47:32] dass man da auf die Straße geht, laut ist, für feministische Sachen einsteht, für Femizide stoppen, für häusliche Gewalt, für alles Mögliche, was nonverbale oder verbale Gewalt beinhaltet, die natürlich einfach auch genderbasiert sind. (.) Und danach machen wir eine Aftershow im Eli und haben noch einen Workshop zu Selbstempowerment, //S02: zu auch (.)// Selbstverteidigung, zu, wir haben ganz viele Infostände von verschiedenen Initiativen, die da sind, die informieren und natürlich süße, süße, queerige Musik von süßen, queeren Pieps. Und das ist was, das passt halt hundertprozentig zu uns. Die nächste Party, da mussten wir halt im Vorhinein mehr Denkarbeit leisten, wie kommen wir zusammen mit den Leuten und wo treffen wir uns und was muss passieren, damit wir zusammenarbeiten können. (.) Und ich glaube, deswegen meine ich so, das ist nicht die wichtigere Arbeit, aber auf jeden Fall eine, die auch enorm Impact hat.
S01: [00:48:28] Ja, glaube ich würde das mal jetzt hier so langsam beenden, aber würde das gerne noch mal (.) schließen und dich da auch fragen, wie können wir generell als Flinterperson (.) oder generell, wie können die kann die komplette Szene irgendwie, was kann die machen, um das Ganze für uns alle ein bisschen besser zu machen,
S00: [00:48:47] weil darum geht es am Ende des Tages. Ich kann jetzt nur für mich persönlich sprechen, meine Erfahrung. Ich möchte auf jeden Fall nicht für ganz Femfuck jetzt beantworten. Ist auch okay. //S01: Das ist auch eine schwierige Frage. Ja, auf jeden Fall. (...)// Mir ist es super wichtig, dass man offen bleibt. Also sich weiterentwickeln, (.) nicht stehen bleibt, irgendwie nicht in seinem Radius eben aufhört zu suchen, sondern immer über den Tellerrand der Szene rausblickt und Probleme angeht, viel kommuniziert, (.) gut kommuniziert, also wirklich konstruktiv kommuniziert ist halt hier ein Megaschlagwort, weil das können die meisten irgendwie nicht, so habe ich das Gefühl. Also du kommst an Orte und du wirst in Grund und Boden geredet und da fühlt sich niemand willkommen. du arbeitest schon unter beschissensten Bedingungen dort und du kriegst wenig Anerkennung und also wenig Wertschätzung. [00:49:49] Also es ist so, ich möchte zu einer Wertschätzung hin, wie wir halt das alle irgendwie weiterhin gern machen für diesen Scheißlohn, gar keinen Lohn. Also was wir machen, ist ja Ehrenzamtsarbeit. Wir haben nichts davon, außer eben, (.) also nichts Materielles davon, außer dieses (.) Miteinandergefühl, füreinander. Wir machen das alles für eine bessere Zukunft und da möchte ich wenigstens die Wertschätzung irgendwie auch bekommen. Und ich gönne, also ich will auch, dass alle anderen das erfahren und dass diese DJ-Gaschen, die so beknackt sind, also wirklich die, diese Main-Acts, die tausende Euro bekommen und unsere Crew rackert sich den Arsch ab, geben zum Beispiel DJ-Acts, eine Bühne, Social-Media-Content, alles Mögliche, die kriegen noch 500 bis 1000 bis, weiß was ich, wie viel Euro, so ein Main-Act. und aber die Leute, die es halt die Monate, Wochen im Voraus planen, die machen das halt weil Passion, (.) Passion, guten Zweck, [00:50:49] die Sache und das ist nicht fair, ich möchte, dass sich das ändert, ich möchte, dass es wieder mehr finanzielle Kulturmittel gibt, weil wenn das wegbricht, dann brechen so viele Safe Spaces weg, dann brechen so viele, so viele Orte weg, wo man sich nochmal anders begegnen könnte, austauschen könnte und das ist ein wahnsinniger Druck, unter dem wir auch alle stehen. (..) ja, (..) ich glaube, das kann die Gesellschaft eigentlich mal ein bisschen besser machen. (..)
S02: [00:51:20] Ja und du hast ja auch gesagt, außerhalb der Szene, aber es ist ja noch nicht mal nur außerhalb der Szene. Ich denke das schon eigentlich //S01: bei uns ein irgendwie an. Es ist ja in der Szene,// es ist ja ganz tief verankert, dass diese Wertschätzung fehlt, dass nicht, ja, dass nicht konstruktiv miteinander gesprochen wird, dass da auch einfach ganz oft so der Wille einfach nicht da ist. also da wird einfach zugemacht und es ist einfach, es wäre möglich, wenn der Wille da wäre
S01: [00:51:45] und der ist einfach //S02: ganz oft nicht da.// Und auch irgendwie auch Kritik annehmen, also ich glaube, das ist schon auch diese konstruktive Kritik, also es gibt natürlich auch Kritik, die vielleicht nicht so gut funktioniert, aber auch Kritik annehmen und irgendwie auch versuchen, dass jede Person irgendwie an sich selbst mal arbeitet und irgendwie hinterfragt und reflektiert und guckt, okay, (.) wo will ich hin, wo will ich, wie will ich von anderen Leuten wahrgenommen werden, wie will ich mit anderen Leuten umgehen. Ja, (..)
S00: [00:52:11] und hier auch nochmal Männer.
S01: [00:52:14] Ja, (..)
S00: [00:52:16] Männer. Daran musste ich leider auch gerade denken. (.) Das kann die Gesellschaft besser machen. //S01: Ja,// Männer. Wir können bitte, also vor allem Männer, ihre Männerkumpels und nicht nur, es gibt so ein richtig geiles Wort jetzt, (.) performative. //S01: Mails.// Also das ist auch so eine Sache, die bringt das mit. Ihr sollt, bitte, handelt aus eigener Überzeugung und weil ihr es gecheckt habt, nicht weil ihr unter Druck steht, das machen zu müssen, das bringt gar niemanden irgendwas. Ja,
S02: [00:52:44] es verschlimmert sogar meistens
S01: [00:52:46] ihr die Situation. Ja. (..) Nicht nur Fingernägel lackieren, //S02: Sondern nachhaltig was tun und nicht nur selber//
S02: [00:52:55] sich als feminist bezeichnen. (.)
S01: [00:52:58] Ja.
S02: [00:52:58] Das ist auch
S01: [00:52:59] vielleicht zu hören, was dann die andere Person irgendwie sagt.
S02: [00:53:03] Ja, sich einfach halt nicht feministisch verhalten. //S01: da fand ich es nicht.// Aber ich glaube auch, (..)
S00: [00:53:11] die tun ihr Bestes. Und das ist manchmal der bare fucking Minimum wieder. (.)
S02: [00:53:16] Ja, also die, die es wirklich wollen und sich irgendwie schon feministisch verhalten, da denkt man sich auch so, ja, es ist eigentlich der bare Minimum, aber man hält das dann so hoch und ist so, oh mein Gott, diese Person verhält sich, dieser Mann verhält sich mal so und so und wertschätzt das so und dann ist man so, nee, also das sollte man eigentlich gar nicht so krass wertschätzen, weil es eigentlich nichts Besonderes sein sollte.
S00: [00:53:42] Das, wo ich es sehr oft gemerkt habe, wo ich mich riesig drüber freue, zum Beispiel, jemand bekommt von irgendeinem Event mit und dann slidet ein Mann in unsere DMs und sagt so, hey, braucht ihr noch Plakatierer? Ich würde für euch gerne eine Runde gehen. Oder andere, ich würde gerne für euch eure Crew vorkochen, damit ihr an dem Abend irgendwie einen Topf habt, wo ihr auch was essen könnt. Also wirklich diese eins Sachen, diese Care-Arbeit, die für uns so normal ist, wo wir mitdenken, wo ich mir manchmal das Gefühl habe, wir denken so in 100 Millionen verschiedene Richtungen, wie geht es allen gut und dieses Ansatz halt auch mal irgendwie zu überdenken, was kann ich dazu beitragen, damit die es leichter haben. (.) Und da würde ich halt auch gerne wirklich an Männer appellieren, es gibt, ihr könnt uns mit so wenig Sachen könnt ihr glücklich machen. Also, (..) denkt, also, ich kann euch eine Liste geben, ihr könnt auch ein bisschen drüber nachdenken. (.) //S02: Slides in die DMs// von Fanfuck. Und überlegt mal, [00:54:42] was ihr dazu beitragen könnt, dass die Welt schöner ist. Also, ich möchte ja keine Sachen vorgeben, die ihr unter Druck steht, die ihr machen müsst. Aber auch dieser... Ach, das ist ja auch schon wieder Leistung,
S02: [00:54:53] die dann wieder //S01: Flinterpersonen,// queere Personen machen, (.) ja, wo sich auch Männer einfach mal die scheiß Gedanken machen können so und einfach mal logisch denken können. (.)
S00: [00:55:05] Also, diese Ressourcen, die man hat, teilen. Ja. Dass irgendwie alle was von diesem Stück Kuchen abbekommen. (.)
S02: [00:55:12] Das ist, würde ich sagen, ein gutes Schlusswort, oder? Ja. (....) Dann nochmal, Jojo, vielen lieben Dank, dass du bereit warst, mit uns hier zu sprechen, für deine Zeit. Und, ja, einfach tausend Dank und danke für deine Arbeit. Ja, für eure Arbeit auch. //S00: Auch Wertschätzung, //S02: es tut so gut.//
S00: [00:55:34] Ich glaube, das brauchen wir einfach
S01: [00:55:35] ganz tolle, gerade in der, in der heutigen Zeit. Und, ja, (.) schön, (.) dass ihr so tapfer bleibt.
S00: [00:55:43] Ja. Wir wollen auch als nächstes ein Verein werden und auch das kriegen wir dann irgendwann hin. Also, hoffentlich, wenn der Podcast raus ist, werden wir ein Verein oder, (.) falls wir noch kein Verein sind, dann überlegt mal, wie wir uns helfen können, die Vereine zu werden. Ja, (.) danke für die Einladung
S01: [00:56:00] von ganz FanFuck. Sehr, sehr gerne. Genau, und ich glaube, ihr könnt auf jeden Fall mal auf ein Verletzungstreffen gehen, also, ihr da draußen und kauft das geile Merch
S00: [00:56:10] irgendwann, wenn es das gibt. wenn es das gibt. //S02: Ja,// supportet unsere Partys, kommt zu unseren Partys, schnuppert ein bisschen, Süßmausluft.
S02: [00:56:18] Ja, oder kommt vielleicht auch zum, wie war das? Ying? (.) //S00: Kampfsport? (.) Ich habe schon wieder den Namen vergessen.//
S00: [00:56:27] Jeden Donnerstag gibt es Kampfsport im Westen. Geil,
S02: [00:56:30] vielleicht komme ich da auch mal hin. //S00: Ja, ich glaube,//
S00: [00:56:33] ich würde auch kommen. Sport mal rein, (.) egal wo, es ist schön. (.) Cool. (.) ich bin. (.) Ich bin. (30 Sekunden Pause) Ich bin.