Mach mal das Logo größer - Episode 1 - Podcast-Skript

00:00:00 Hannah: Hey, du wolltest ja noch Feedback für deinen neuen Entwurf haben. Und ja, hier ist das Feedback. Mach mal das Logo größer. Design Tales and Fails mit Hannah Leonie. Hallo und herzlich willkommen zur ersten Folge von Mach mal das Logo größer Design Tales und Fails mit Hannah Leonie Ich würde euch erst mal ganz kurz erzählen, wofür dieser Podcast hier überhaupt eigentlich steht. Und zwar ist es ja so, dass es eigentlich nicht so viele Graphic Design Podcasts gibt. Zumindest habe ich jetzt keine zufriedenstellenden gefunden, die die Themen behandeln, die mich und ich glaube auch viele, die in einer ähnlichen Situation sind, interessieren könnten. Und das ist ja eigentlich quasi die Motivation, warum es diesen Podcast jetzt gibt. Es wird hier wahrscheinlich nicht ganz ausschließlich nur um Grafikdesign gehen. Wie wir hier auch in der ersten Folge noch merken werden, ist es ja mittlerweile einfach sehr eng verknüpft mit Marketing in diversen Aspekten. Also natürlich Social Media Marketing, aber auch das allgemeine Marketing. Und da das auch eben zu meiner persönlichen Rolle in der Arbeitswelt passt, wird das natürlich auch einen gewissen Einfluss haben. Vielleicht ganz kurz, was wir heute vorhaben. Und dann stelle ich mich natürlich auch noch vor als Host dieses Podcasts. Ich habe hier ein buntes Programm zusammengestellt. Wir haben natürlich ein Hauptthema und das Hauptthema ist quasi Arbeitsbedingungen und der Jobmarkt für Designerinnen aktuell. Einfach mal ein bisschen drüber schnacken. Ich habe auch spannende Gäste tatsächlich eingeladen, die uns da vielleicht ein bisschen eine andere Perspektive drauf geben können. Hoffentlich. Ja, gibt es auf jeden Fall noch eine bunte Wissens und Unterhaltungsmischung. Also ich finde es ja einfach sehr spannend, wie sich Grafikdesign auch entwickelt hat und dazu gibt es eben auch eine einen kleinen Teil, wo wir uns das anschauen. Mehr verrate ich jetzt noch nicht. Es wird einen kleinen Quicktipp geben, einfach so etwas, woran man sich halt irgendwie ab und zu mal erinnern sollte als Designerin. Und ja, falls ihr Lust habt, gibt es auch eine kleine Challenge. Natürlich ist es so, dass man in einem Audio Podcast jetzt nicht so sehr viel mit visuellen Beispielen arbeiten kann. Das ist ja irgendwie naturgemäß dem Medium zu verschulden oder zu verdanken. Deswegen sind die visuellen Beispiele in den ShowNotes verlinkt und ihr könnt sie euch jederzeit anschauen, während ihr euch das anhört. Falls nicht, ist es natürlich auch nicht so tragisch. Ich versuche das hier auch einfach irgendwie zu beschreiben, so dass sie auch ein bisschen eure Vorstellungskraft trainieren könnt. Und dann würde ich sagen Legen wir doch mal los mit meiner Vorstellung, jetzt, wo ihr wisst, was wir heute überhaupt alles vorhaben. Ich bin Hannah. Leonie, Das habt ihr jetzt schon hoffentlich Verstanden. Ich studiere im Master, Informationsdesign und Medienmanagement. Und ich arbeite auch tatsächlich als Werkstudentin im Bereich Grafik, Design und Unternehmenskommunikation. Daher würde ich sagen, dass ich da schon einen ganz guten Einblick habe. Mein Weg ins Design war jetzt auch nicht so klassisch. Ich war auf einer Waldorfschule aber immer jetzt nicht so die beste im Kunstunterricht und ich habe mich aber sehr früh für Collagen interessiert und das ist ja irgendwie schon ein bisschen witzig, wenn man bedenkt, dass ich jetzt im Design quasi das Studium mache und man da ja auch sehr viele Sachen anordnet. Und das ist, glaube ich, irgendwie so ein bisschen mein Einstieg gewesen. Ich habe auch Schülerzeitung Layout gemacht, also es war wirklich horrible ausdrücklich. Also wenn das irgendwer herauskramt, dann kann ich meinen zukünftigen Job an den Nagel hängen. Aber nee, Quatsch. Also so ja, mittlerweile ist das. Also ich sage mal so über mein Studium ja, es ist von dem Bauchgefühl, was ich vorher schon hatte, jetzt zu so handfesten Regeln geworden und das finde ich eigentlich richtig cool. Ja, aber eigentlich genug zu mir. Als Expertin für die heutige Folge habe ich Mona von der Designgewerkschaft ver.di eingeladen und ihr werdet sie immer mal wieder in O Tönen hören, vor allem im Hauptteil, wo sie uns eben noch mal eine Einordnung aus einer anderen Perspektive gibt. Und natürlich werden wir auch noch mal über die Designgewerkschaft an sich sprechen. Aber hier erstmal noch mal eine ganz kleine Vorstellung von Mona, damit ihr auch wisst, was sie so macht.

00:04:25 Mona: Ich bin Mona, ich bin freiberufliche Grafikdesignerin aus Berlin und habe hier mein eigenes kleines Studio Studio Mona Osterkamp und ich habe vor fast neun Jahren meinen Abschluss gemacht in Hamburg um einen Bachelor Abschluss und habe davor in zwei Festanstellung gearbeitet und bin jetzt seit drei Jahren selbstständig. Und ich mache ganz viel Editorial Design, aber auch Branding. Fotografiere auch mal Keramik. Also von allem ein bisschen was.

00:05:01 Hannah: Ich würde sagen, wir legen jetzt mal richtig los. Ratschlag der Woche. Kommen wir jetzt zum Ratschlag der Woche? Ja, vielleicht ganz kurz dazu. Also das ist hier ein bisschen ein Mitmachformat. Und da das jetzt hier natürlich die erste Folge ist, könnt ihr euch natürlich denken, dass ich jetzt hier noch keine Einsendungen von irgendwelchen höheren Hörerinnen habe. Und demnach werde ich jetzt darauf eingehen, was eine Freundin mir geschrieben hat. Und zwar hat sie mir neulich auf WhatsApp geschrieben, nachdem sie sich Stellenanzeigen im Internet angeschaut hat. Hey, ich habe gerade total Probleme bei meiner Jobsuche und muss das alles mal loswerden und würde mich auch super über Tipps freuen. Und zwar ist es so, dass ich jetzt schon seit einer Weile mit meinem Studium fertig bin und nach Jobs im Bereich Design suche. Und ich habe einfach das Gefühl, dass die Ansprüche da total hoch sind, weil einfach super viel von den Bewerbern verlangt wird. Und man hat teilweise das Gefühl, es sollen eigentlich mehrere Stellen besetzt werden, aber die wollen nur eine Person einstellen. Also es soll quasi also die Bewerber sollen halt alles im Bereich von Marketing auf der Strategieebene können. Anzeigenmanagement, Webseitenoptimierung mit SEO und SEA und natürlich irgendwie alles im Bereich Design von Online über Printmedien bis hin zu Webdesign. Und es sollen teilweise auch Videos und wenn es geht auch noch Animationen produziert werden, möglichst in 3D. Und ich finde, das ist einfach alles sehr viel und auch gerade das alles soll irgendwie in einer vierzig Stunden Woche passieren, von einer Person erfüllt werden. Und gerade für Berufseinsteiger, die jetzt irgendwie fertig sind mit dem Studium, so wie ich. Ich finde das einfach krass. Und ja, ich bin total verunsichert jetzt und weiß eigentlich gar nicht genau, wie ich mich verhalten soll und würde mich total freuen über irgendwie einen Tipp, wie ich mit dieser ganzen Situation umgehen soll. Am besten also ich finde, das bringt das Ganze irgendwie ziemlich gut auf den Punkt. Also ich hatte auch eine Bewerbungsphase vor ein paar Monaten, wo ich mir sehr viele Stellenanzeigen anschauen musste und mich auch sehr viele Stellen beworben habe. Tatsächlich. Und ja, also die Stellenanforderungen sind ein bisschen crazy so, weil diese klassische Grafikdesignposition. Also so richtig gibt es die halt irgendwie nicht und es ist halt in den meisten Fällen irgendwie stark mit Marketing verbunden. Es ist natürlich jetzt auch nicht weiter verwunderlich ein Unternehmen. In der Regel ist es ja auch so, dass man vielleicht jemanden beauftragt für jetzt irgendwie Branding oder so und dann geht man davon aus, dass die Social Media Manager das schon umsetzen können. Aber ich meine, allein schon Social Media ist mehr als eine Rolle, also das. Also es gibt halt die strategischen Rollen. Es gibt die gestalterischen Rollen, da gibt es ein Video, dann gibt es Texte, dann gibt es irgendwie ja so ein bisschen so die Leute, die so die Templates machen. Das klingt jetzt sehr herablassend, aber halt so was, so diese textbasierten Posts, einfach oder so, Korsetts usw Also allein das sind doch schon mehrere Rollen. Vielleicht nicht in jedem Fall, aber allein schon diese strategische Part, wo Leute irgendwie krass die KPIS auswerten und irgendwelche Reports schreiben. Also diese Analyse Part, das ist doch schon ein eigenständiger Teil. Ja, und da sind wir schon richtig tief drin in diesem Problem eigentlich. Und was ja auch hier die Freundin von mir hat das eben irgendwie nach Allroundtalenten gesucht wird und das ist halt. Aber das ist ja nicht das, was wir beigebracht bekommen in der Regel. Also ich kann jetzt hier nur von mir sprechen. Meine Allrounderkenntnisse sind halt Berufserfahrung in dem Sinne, dass ich eben ein Jahr glücklicherweise in einem Unternehmen arbeiten konnte, wo ich sehr viel Verantwortung hatte, aber auch sehr viel machen musste. Eine gute Mischung auf jeden Fall. Direkt, direkt rein. Aber das ist ja das, was man on the job lernt, quasi. Natürlich habe ich auch unsere Expertin Mona gefragt, was sie denn zu diesen Allroundjobs zu sagen hat.

00:09:16 Mona: Ja, und ich glaube, das spielt heutzutage dann auch tatsächlich die Inflation und die immer niedrigeren Budgets irgendwie eine große Rolle, dass es halt gar keine Gelder eigentlich gibt, um vielleicht auch tatsächlich drei Personen einzustellen. Und am Ende sitzt dann halt eine Person da, die dann aber einen Lohn gezahlt bekommt, der aber auch nicht der Arbeitszeit entspricht. Also ich glaube, in Teilen kann es manchmal auch sinnvoll sein, dass die Gestaltung quasi aus einem Guss kommt, dass man dann vielleicht die auch auf Marketingmaterialien und Social Media anwendet. Das habe ich so auch schon gemacht, aber tatsächlich auch eher in meinem späteren Berufsleben. Also zu Beginn war ich da tatsächlich sehr spezifisch unterwegs und auch im Studium war es tatsächlich so, dass die meisten von meinen Mitstudis sich alle irgendwie auf ein bestimmtes Thema fokussiert haben und dass man eben nicht dieses Allroundwissen auch irgendwie sich angeeignet hat, sondern dass das eigentlich eher mit der Arbeitserfahrung so über die Jahre gekommen ist.

00:10:27 Hannah: Und das ist eben auch das Problem, was diese Freundin von mir hat. Also erstens mal soll sie hier zehn verschiedene Jobs auf einmal machen gefühlt allein das ist ja schon fragwürdig. Wie soll das eine Person schaffen? Mal ganz abgesehen von der Expertise Wie schaffst du es, dein Tag so zu strukturieren, dass du all diese Aufgaben machen kannst? Und das ist ja auch alles zeitintensiv. Und ja, es gibt KI und die Chefs stellen sich vor, dass man dann eh alles mit KI machen kann. Aber so ist es halt auch einfach nicht. Man hat ja auch einen Anspruch, man hat ja auch einen qualitativen Anspruch. Und es gibt ja sogar auch Studien, die nahelegen, dass wenn wir jetzt quasi im Marketingbereich sind, ebenso KI generierte Inhalte das Vertrauen in das Unternehmen einfach senken an der Stelle. Jetzt kommt natürlich die große Frage, was für einen Ratschlag man dieser Person geben könnte. Ich hatte witzigerweise neulich tatsächlich so eine Situation, wo ich auf so eine Stellenanzeige in so einer Telegramgruppe reagiert habe, die auch wirklich total voll mit richtig crazy Ansprüchen war. Und dann zehn Wochenstunden und ich so okay, da hat jemand irgendwie keinen Plan von den Aufgaben, die da irgendwie aufgeführt werden. Naja, jedenfalls habe ich dann auch so geantwortet und meinte so ein bisschen schwierig. Und die Person, die die Anzeige geteilt hat, hatte dann eben auch so gesagt Ja, das ist halt das, was wir uns wünschen, aber es muss nicht sein und wir bauen quasi gerade erst unser Social Media Team auf oder unser Marketingteam und ich glaube, so muss man das auch irgendwie ein bisschen verstehen. Meistens kommen solche Stellenanzeigen nämlich von Unternehmen, die bisher in dem Bereich noch gar nichts gemacht haben und deren andere aktuelle Mitarbeiter, vielleicht auch, die dafür zuständig sind, wirklich von der Materie gar keinen Plan haben. Und ich glaube, man kann sich dann trotzdem irgendwie überzeugend bewerben. Ich glaube aber, dann ist es total wichtig, dass man ihn, also falls man den Job dann bekommt, dass man dann da aber auch Grenzen setzt, dass man halt sagt ja, der Tag hat nur so und so viele Stunden und wir müssen irgendwie Prioritäten gesetzt werden. Und auch wenn ich das kann, also auch wenn ich nebenbei SEO machen könnte, rein theoretisch wird es halt nicht qualitativ hochwertig sein, weil ich einfach noch andere Aufgaben habe. Das ist jetzt natürlich leichter gesagt als getan und ich finde auch, dass das jetzt nicht nur auf unserer Seite quasi diskutiert werden müsste. Also bitte auch an die HR Abteilungen und die Chefs da draußen. Beschäftigt euch doch auch mal wirklich mit dem, was ihr da wollt. Das Problem ist natürlich auch die Unternehmen, die noch nie was mit Social Media oder Design for Real inhouse gemacht haben. Die wissen ja auch wirklich nicht was, was man da macht. So die denken, so ein bisschen Bildchen bearbeiten und dann ein bisschen Text schreiben und dann auf LinkedIn hauen und schön, schön, schön und gut, die sind ja dann irgendwie auch ein bisschen auf diese Expertise angewiesen. Aber das ist halt, das ist halt genau der Punkt, wo man halt sagen muss.

00:13:05 Mona: Und ja, aber meistens geht es sich dann am Ende halt einfach nicht gut aus. Also dass eine Person tatsächlich alles bedient. Und ich glaube, das ist auch etwas, was man den Auftraggebenden immer wieder zu verstehen geben muss.

00:13:21 Hannah: Dass das so eigentlich nicht geht. Und das Beste habe ich natürlich noch vergessen, ist natürlich die Bezahlung. Wenn ihr hier Allroundtalente einstellen wollt, dann solltet ihr diese Allroundtalente bitte auch entsprechend bezahlen. Das nur so als Idee an der Stelle.

00:13:38 Mona: Dieses Preisdumping ist halt so ja unserer kapitalistischen Welt geschuldet.

00:13:44 Hannah: Ja, das war es. Jetzt erst mal mit dem Ratschlag der Woche. Ihr seht, es ist vielleicht noch nicht ganz so ausgefeilt gewesen, aber falls ihr dazu Gedanken habt, was ich jetzt so inhaltlich gesagt habe, würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihr auch einen Kommentar hinterlasst, mir eine Nachricht schreibt. Und für die nächste Folge könnt ihr natürlich gerne eure eigenen Probleme Issues, die ihr gerade habt, einsenden. Und dann schauen wir uns das mal gemeinsam an. Funfact. Kommen wir nun zu den Grafik Design FunFacts. Ich weiß nicht, ob das jetzt hier wirklich so krasser Fun wird. Vielleicht werde ich auch ein oder andere Worte darüber verlieren, dass sie vielleicht ein bisschen problematisch sind. Zumindest im heutigen Fall. Und zwar geht es um die Frage Was haben denn Schusterjunge, Hurenkind und Fliegenschiss eigentlich mit Typographie zu tun? Die versierten Designerinnen unter euch, die werden wahrscheinlich das schon kennen. Wer es noch nicht kennt, wird jetzt hoffentlich erhellt. Fangen wir erstmal mit dem Schusterjungen an. Zum Begriff kann man sagen, dass es teilweise heute auch als Waisenkind bezeichnet wird. Was ist das jetzt aber, wenn wir einen Mengensatz haben, also ein Buchtext, ein Magazintext halt ja, eine Seite mit viel Text, dann ist das, wenn ein neuer Absatz beginnt und nur noch eine Zeile von diesem neuen Absatz auf der Seite steht. Und das ist tatsächlich jetzt ein geringeres Problem als das Hurenkind. Aber es ist trotzdem nicht so sehr schön und ich werde euch natürlich am Ende auch noch verraten, wie man das verhindern kann. In InDesign zumindest. Gehen wir weiter. Ja, das Hurenkind. Heute nennen wir es eher Witwe oder Hundesohn. Ist auf jeden Fall eine größere Problematik im Mengensatz. Und zwar ist es eben so, dass das bedeutet, dass der letzte Satz eines Absatzes schon auf der nächsten Seite steht. Das heißt, der Leser, wenn er den Kontext wissen möchte, muss auch noch mal umblättern. Und erstens ist es unästhetisch und zweitens nicht wirklich lesefreundlich. Das ist eben das Hurenkind. Und wie gesagt, wir nennen es nicht mehr Hurenkind, sondern Witwe. Aber ich habe es im Studium noch so beigebracht bekommen deswegen. Aber im Englischen nennt man es auch Wido und den Schusterjungen nennt man Orphan. Also das sind schon geläufigere Begriffe als jetzt im deutschsprachigen. Übrigens nicht nur im deutschsprachigen, soweit ich weiß. Auch in anderen Übersetzungen geht es so ein bisschen in diese Richtung. So vom Begriff her kann man sich das zumindest gerade jetzt beim bei der Witwe, die wir nicht mehr so nennen, wie sie vorher hieß, hat sich das eben so etabliert, dass Hurenkinder eben nicht wussten, wer ihr Vater ist. Und deswegen sind sie eben auf der Seite. Also wirklich patriarchal konjugiert bis zum geht nicht mehr. Deswegen die Witwe. Ja, was ist der Fliegenschiss? Das ist jetzt vielleicht nicht so ein problematisches Wort. Das ist, wenn man einen Absatz hat und quasi Wortfragmente in Form von kurzen Wörtern oder Silben direkt am Satzende stehen und aber auch den Absatz beenden. Also leider ist das tatsächlich auch. Also wenn ich mir meiner eigenen Designs anschaue, etwas, was man irgendwie irgendwie ja manchmal. Manchmal ist es einfach so also da haben die Leute, die den Text geschrieben haben, nicht aufgepasst und es fällt dann erst im Satz auf. Aber ich ich denke, da kann man schon ein bisschen rumspielen. Kann man mal schauen, ob man irgendwo anders einen Absatz noch reinmachen kann, ob man einen Absatz irgendwie zusammenfassen will. Das wäre die Möglichkeit. Und zum Thema von Witwe und Waisenkind gibt es natürlich Easy Peasy Lösung für InDesign, die ich euch jetzt erzählen werde. So. Ja, basically müsst ihr in InDesign einfach in eure Absatzformate gehen. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ihr Absatzformate kennt und wisst, dass sie existieren. Falls nicht, das werde ich jetzt hier auf jeden Fall nicht erklären. Genau. Und bei den Absatzformaten, wenn man das Absatzformat bearbeitet, indem man eben diese beiden Fehler verhindern möchte, gibt es auch die Umbruchoptionen. Und da geht man einfach auf Zeile nicht trennen und kann dann auch den genauen Werte eingeben, wie viele Zeilen nicht getrennt werden sollen. So zwischen zwei und drei ist dann da ein guter Richtwert. Also zwei würde dann die Fehler, die benannten quasi komplett ausmerzen. Ich persönlich bin ja großer Fan davon, eigentlich ein bisschen auf drei hochzugehen. Aber manchmal sieht dann das Blatt auch ein bisschen leerer aus. Da muss man halt ein bisschen abwägen, was man da jetzt gerne hätte und dann funktioniert das auch. Ich hoffe, das hat euch ein bisschen geholfen. Der Fun Fact und der Mini Tipp für einen schöneren Massensatz. Nächste Woche werde ich euch was über Blocksatz erzählen und wie man dafür sorgt, dass der nicht löchrig gesetzt ist. Ja, da wird es um die Satzstellung gehen. Darauf freue ich mich schon, weil das finde ich ganz schrecklich. Schlimmer als jeder Fliegenschiss ist für mich, wenn der Blocksatz irgendwie löchrig ist.

00:19:27 Tiktok-Clip: Ernst gemeinte Frage Wann ist es so schwer geworden, einen Job zu finden. Also, wenn.

00:19:33 Tiktok-Clip: Du heutzutage Berufseinsteiger bist, echt Gute Nacht. Also, der Arbeitsmarkt hat sich komplett gedreht.

00:19:38 Tiktok-Clip: Ich bin am Verzweifeln.

00:19:40 Tiktok-Clip: Redet niemand darüber, wie fucking schwer es geworden ist, heutzutage einen Job zu bekommen? Vor allem für die Leute, die dieses Jahr mit ihrer Ausbildung oder Studium fertig geworden sind, so der aktuelle Jobmarkt. Katastrophe.

00:19:49 Tiktok-Clip: Wie kann es sein, dass ich mit einem abgeschlossenem Studium nicht mal einen Praktikumsplatz finde? Ich meine, ich habe mich ja schon von der Vorstellung verabschiedet, überhaupt eine gute Juniorposition zu finden mit einem Einstiegsgehalt. Und es ist nicht mal so, als hätte ich null Berufserfahrung.

00:20:05 Hannah: Überall auf Tiktok, auf Social Media, sieht man ein ganz klares Bild. Und zwar Leute sagen Junge, studierte. Menschen sagen, dass sie aktuell gerade keinen Job finden. Und besonders stark ist das natürlich auch im Segment Marketing und Design. Und das widerspricht irgendwie so ein bisschen der Erzählung, die wir irgendwie früher gehört haben. Ja, wenn wir studiert haben, dann bekommen wir auch einen guten Job. Und das ist sicherlich auch die Motivation für viele gewesen, zu studieren. Aber jetzt sieht es anders aus. Und vor allem ist auch die bittere Realität, dass es insbesondere studierte Menschen gerade trifft. Aktuell mit dem Problem bei der Jobsuche und beim Arbeitsmarkt. Und damit sind wir jetzt hier beim Hauptteil von diesem Podcast angelangt. Genau. Und ich habe das quasi mir so vorgestellt, dass ich ein bisschen über verschiedene Aspekte sprechen werde. Und dann werden wir eben auch noch die O Töne von Mona von der Designgewerkschaft von Verdi hören, wo sie uns eben auch eine Einordnung gibt und aber auch die Design Gewerkschaft vorstellt und wie man eben sich auch gewerkschaftlich organisieren kann, wenn man in diesem Segment arbeitet. Kommen wir erstmal zur Jobsuche an sich. Weil es geht ja jetzt nicht nur um die Jobsuche in diesem Hauptteil, aber das ist natürlich gerade ein sehr brennendes Thema, einfach für viele. Und ja. Also um das mal einzuordnen es ist eben so, dass es auch tatsächlich weniger Stellen gibt. Also das ist jetzt nicht nur unser Bauchgefühl oder Das ist jetzt auch nicht nur der Algorithmus, der mir jetzt zum Beispiel auf Tiktok die ganze Zeit sagt Oh mein Gott, Leute finden keinen Job, die zufälligerweise dasselbe machen wollen wie du. Schlecht? Nein, es ist tatsächlich so und zwar gibt es eben eine Studie, die herausgefunden hat, dass drei und zwanzig Prozent der Unternehmen weniger Einstellungen erwarten und vierzehn Prozent sogar einen kompletten Einstellungsstopp. Das ist natürlich in den ShowNotes verlinkt. Und ja, das ist natürlich irgendwie schon ganz schön massiv. Und wir hören es auch ja wirklich tagtäglich in den Nachrichten Die deutsche Wirtschaft, der geht so schlecht und wir müssen alle mehr arbeiten und gleichzeitig gibt es irgendwie Fachkräftemangel. Aber beim Marketing, beim Design ist das ja alles nicht so nen Ding. Also da gibt es eigentlich eher zu viele Menschen und das sagt uns auch Mona von der Designgewerkschaft.

00:22:42 Mona: Also ich habe selber tatsächlich ähnliche Erfahrungen gemacht, auch wenn es jetzt schon ziemlich lange her ist. Ich habe ja zwei tausend sechzehn meinen Bachelor gemacht und bin so relativ idealistisch und naiv aus dem Studium gegangen und habe gehofft, dass der Arbeitsmarkt quasi nur auf mich und meine Skills gewartet hat, was dann tatsächlich aber nicht der Realität entsprochen hat und ich dann doch relativ lange auch nach einer Stellung gesucht habe. Und ich kann mir auch vorstellen, dass es wahrscheinlich heute noch schwieriger geworden ist, einen Job zu finden. Ja, ich denke, dass es auch hauptsächlich damit zu tun hat, dass es extrem viele Designerinnen gibt in Deutschland und super viele von denen auch selbstständig tätig sind. Also es gibt einfach insgesamt, glaube ich, zu wenig Festanstellungen in unserer Branche, weil viele sich dann halt doch auch relativ schnell dafür entscheiden, selbstständig zu arbeiten. Und teilweise glaube ich, gibt es auch sehr hohe Anforderungen für den Berufseinstieg. Also dass man schon sehr viel Berufserfahrung mitbringen soll, was natürlich schwierig ist, wenn man frisch aus dem Studium kommt und vielleicht nebenher nicht schon bereits gearbeitet hat. Genau, man glaube ich auch. Also mir ging es zumindest damals so ich bin relativ unvorbereitet so aus dem Studium rausgegangen, was zumindest den Arbeitsmarkt und die Situation auf dem Arbeitsmarkt betroffen hat. Ich glaube heute, mit Inflation und den Krisen, die sich in unserer Welt abspielen, kann ich mir vorstellen, dass das alles noch ein bisschen prekärer geworden ist. Tatsächlich?

00:24:14 Hannah: Und ich finde, das ist halt eigentlich ziemlich interessant. Vor allem, was diese Juniorposition angeht, dass man da wirklich einfach auch es schwerer hat, in den Jobmarkt erst mal überhaupt einzusteigen. Erst mal die Arbeitserfahrung zu sammeln, die dann für die anderen Positionen, also Expert und Senior, quasi gefordert werden. Also quasi diese Frage des Arbeitsmarkts trifft auch tatsächlich aktuell vor allem eben Leute, die in diesen Einstiegspositionen Fuß fassen möchten. Und das hängt nämlich tatsächlich damit zusammen, dass viele Einstiegspositionen von Generative AI quasi übernommen werden können sollen. Ich sag das mal so, weil ich bin nicht davon überzeugt, dass dies wirklich der Realität entspricht. Genau. Also dazu kann man natürlich jetzt noch mal eine ganze eigene Folge machen. Machen wir jetzt hier an der Stelle nicht. Ich wollte es nur gesagt haben, dass das irgendwie mit einer der Gründe ist. Es gibt aber auch den Punkt, dass man sagen kann Hey, vielleicht ist es nur nach außen hin eine Begründung, vielleicht ist es gar nicht wirklich so? Zum Beispiel gab es ja so massive Entlassungen im Bereich Technik. Ich meine Amazon, falls es nicht Amazon war. Don't call me on that. Ich schaue auf jeden Fall noch mal nach den Quellen. Auf jeden Fall. Es gab halt super viele Entlassungen und es wurde gesagt Ja, wir haben das alles mit AI automatisiert und deswegen brauchen wir diese Menschen jetzt nicht mehr Und dann ist es halt irgendwie Am Ende haben sie die Leute entlassen und einfach billigere Arbeitskräfte wieder eingestellt. In anderen Ländern auch noch. Also so ganz toll. Und das ist halt so ein bisschen der Punkt. Also ich habe das Gefühl, dass AI vielleicht auch manchmal so ein bisschen auch so eine Marketingfrage ist, weil du sagst ja nicht Oh mein Gott, mein Unternehmen. Uns geht es wirtschaftlich so schlecht, wir müssen jetzt ganz viele Leute entlassen. Natürlich klingt das irgendwie besser zu sagen Ja, wir haben unseren Process gestreamlined und deswegen brauchen wir jetzt nicht mehr so viele Menschen. Anyways Okay, also ja. Es betrifft halt vor allem eben diese Juniorposition. Und wie schon erwähnt, es hängt halt wirklich sehr stark mit dieser Wirtschaftskrise zusammen, in der wir aktuell sind. Natürlich wird zuerst im Marketing und im Design auch gekürzt, weil halt auch irgendwie so der Wert vom Design gar nicht so richtig anerkannt wird, weil hübsch machen. Aber das Business funktioniert auch ohne hübsch machen. Stimmt vielleicht, aber es könnte besser funktionieren mit einer ordentlichen Marketingstrategie und einem frischen Corporate Design. Und irgendwer muss die Produkte, die toll produziert werden, die toll entwickelt werden, ja auch vermarkten. Aber zum Glück gibt es ja Werkstudenten und Menschen, die Pflichtpraktika für die Uni machen müssen. Und tendenziell sind die ja auch entweder billige Arbeitskräfte oder sogar unbezahlt im Fall von einem Praktikum. Alles für die Arbeitserfahrung, würde ich sagen. Also es ist eigentlich ein gesamtgesellschaftliches Problem und das kann man auch eigentlich nur kollektiv lösen. Und dafür gibt es eben auch die Designgewerkschaft von ver.di, die sich eben auch nicht nur für die Wertschätzung von Designarbeit einsetzt, sondern eben ganz klar Menschen in diesem Segment organisieren möchte, die eben auch politische Forderungen richten möchte. Und Mona, stellt euch jetzt mal die Designgewerkschaft vor.

00:27:38 Mona: Genau. Also wir sind eigentlich eine selbstorganisierte Gruppe von Designerinnen, die alle unterschiedliche Perspektiven, Lebensrealitäten und Arbeitssituation haben. Das heißt, wir sind sowohl selbstständig angestellt im Studium, wir haben auch lehrende Personen dabei und wir sind Unternehmerinnen. Das heißt, wir decken auch eigentlich eigentlich alle Arbeitsformen größtenteils ab. Und wir haben uns zwei tausend drei und zwanzig gegründet, damals noch als komplett selbstorganisierte Gruppe und sind aber seit diesem Jahr, seit dem ersten Mai, also dem Kampftag der Arbeiterinnen, sind wir ein Teil von ver.di. Bildende Kunst und Design geworden. Und ich denke mal den meisten wird Verdi auf alle Fälle ein Begriff sein. Das ist mit eine der größten Gewerkschaften innerhalb Deutschlands und genau und wofür wir uns einsetzen. Wir kämpfen eigentlich für eine solidarische Designbranche, für eine faire Designbranche und vor allem auch eine diverse Designbranche, weil Design dann doch oft sehr weiß und privilegiert usw oft auch immer noch gesehen wird. Was uns quasi alle zusammengebracht hat, ist eigentlich so die Wut auf die Missstände in unserer Branche und die vielen Erfahrungen, die wir alle gemacht haben. Das ist so ein bisschen der Antrieb dahinter. Ja, das Design halt einfach oft auch so als Leidenschaft verstanden wird. Also das ist so eine ganz schöne Erzählung, die es immer gibt, die aber halt auch gleichzeitig Ausbeutung legitimiert und die wir ja auch alle irgendwie manchmal bestimmt schon mal in irgendeiner Form mit befeuert haben. Ich meine, wir alle machen unseren Beruf gerne und brennen auch irgendwie für das, was wir tun. Aber gleichzeitig ist es halt auch eine gute Voraussetzung dazu, uns selbst auszubeuten. Und dagegen wollen wir ankämpfen. Und das heißt, wir fordern eigentlich gerechtere Arbeitsbedingungen, faire und transparente Bezahlung, die auch für ihn das Thema Mehr Wertschätzung allgemein für kreative Arbeit. Aber wir setzen uns auch ein für transparente Ausschreibungen und Vergabeverfahren, für mehr Diversität in Lehre, Institutionen und Förderstrukturen. Also es ist eine lange Liste von Dingen, die uns beschäftigen und die uns wichtig sind. Und das wollen wir eigentlich hauptsächlich durch Austausch und Solidarität erreichen. Und deswegen ist es ganz wichtig, dass wir viele Menschen erreichen und einfach auch sichtbar Sichtbarkeit für unsere Themen schaffen.

00:29:58 Hannah: Ich finde, das klingt richtig gut und ich glaube und hoffe, dass auch ihr, meine werten Zuhörenden, das cool findet. Weil es ist eben schon voll wichtig, dass man sich einerseits für sich selber einsetzt, aber eben auch nicht nur für sich selber. Denn wir dürfen natürlich nicht vergessen, dass es natürlich auch Menschen gibt, die einfach noch mal mehr gesellschaftlich diskriminiert und marginalisiert sind als jetzt weiße Personen als Heteropersonen, ja auch als Männer. Aber ich würde einfach behaupten, Männer sind nicht meine Zielgruppe, deswegen Genau. Was ich aber damit sagen will. Also das ist ja dann umso wichtiger kollektiv zu handeln, weil es gibt zwar die Möglichkeit selber sich vielleicht knallhart für sich selber einzusetzen, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass es nicht jede Person kann.

00:30:54 Mona: Denn einerseits muss man knallhart sein, andererseits muss man es sich auch leisten können. Ich glaube, da darf man, muss man einfach. Es ist immer so ein feiner Grat. Es gibt natürlich Leute, die aus privilegierteren Situationen kommen als andere, die dann vielleicht eher mal sagen Hey, so geht es nicht. Aber gerade die, finde ich, müssen halt ihr Privileg auch nutzen, um halt laut zu sein. und genau das zu machen. Ich glaube, dass es uns auch in unserer politischen Arbeit einfach wichtig, dass wir uns füreinander einsetzen. Ich glaube, all die Missstände, über die wir so sprechen, sind alle struktureller Natur. Und das bedeutet schlichtweg, dass Menschen, die marginalisiert sind, einfach schon von bevor sie vielleicht auch den Job antreten, eigentlich schon benachteiligt sind. Ich glaube, das wird in ganz vielen Dingen gar nicht mitgedacht und ist uns aber tatsächlich extrem wichtig, auch in unserer Arbeit. Weil am Ende ist es alles miteinander verbunden. Also das Preisdumping, was wir irgendwie erleben, wird immer weiter befeuert, indem Leute, die vielleicht aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, ihres Geschlechts diskriminiert werden, dann zum Beispiel für noch weniger Geld arbeiten, weil sie einfach noch stärkeren finanziellen Druck ausgesetzt sind. Das alles wirkt sich ja auf uns alle aus. Und ich glaube, das ist was, was man immer im Hinterkopf behalten sollte. Oder zum Beispiel auch der Gender Pay Gap, Also der ist in Deutschland glaube ich liegt der aktuell bei zwanzig Prozent und in der Designbranche liegt er sogar tatsächlich bei dreißig Prozent. Das sind schon extreme Diskrepanzen, finde ich, die da entstehen, bevor überhaupt wirklich gearbeitet wird, die einfach schon da sind, einfach aufgrund von den Strukturen und Zuständen, in denen wir uns befinden. Und deswegen finde ich, kann man so Veränderungen einfach gar nicht denken, ohne diese Themen mitzudenken.

00:32:49 Hannah: Falls ihr euch jetzt fragt, wie ihr eigentlich aktiv werden könnt bei der Designgewerkschaft, das kann euch Mona natürlich auch verraten.

00:32:57 Mona: An sich kann man klein anfangen, indem man halt einfach auch mal anfängt, das System, in dem wir uns alle befinden, halt zu hinterfragen, für sich und andere halt einfach einzustehen und halt nicht die Arbeitsbedingungen immer einfach nur hinzunehmen und zu sagen ja, okay, das ist halt so und irgendwie naja und besser das als gar nichts oder so nee, ich meine, uns allen steht was zu. Und ich glaube, es ist wichtig, dass wir das anerkennen und uns dafür einsetzen. Das ist total wichtig und wir können und auch nur so können wir etwas verändern. Also ich glaube, wenn wir alle zusammenkommen und für unsere Rechte einstehen, dann kann da auch irgendwie Großes draus entstehen. Und das kann entweder direkt im Kleinen passieren, indem man halt Gespräche führt, indem man Dinge aufzeigt, indem man laut ist, indem man Missstände anspricht. Aber es kann auch sein, indem man Teil von Verdi wird, dass man eine Mitgliedschaft abschließt und so einfach unsere Arbeit auch schon unterstützt. Und wenn einem das nicht reicht, bieten wir auch tolle Stammtische an, zu denen man kommen kann, wo man sich austauschen kann, wo man auch Frustrationen teilen kann, wo man sich an Aktionen beteiligen kann, wenn man Lust hat. Das ist immer. Das ist schon ein richtig cooler Schritt, wenn man den geht.

00:34:12 Hannah: Also ich finde es super. Ich finde die Initiative toll und ich denke auch, dass es wirklich höchste Zeit ist, dass sich hier etwas ändert. Dass Designerinnen besser bezahlt werden, besser wertgeschätzt werden und dass es auch wirklich ein Verständnis dafür gibt. Hey, das ist die Rolle. Also das ist der Grafik Designer, das ist die Social Media Expertin, das ist die Person, die für den Videoschnitt zuständig ist. Und natürlich kann man das an manchen Punkten sicherlich vereinen, aber halt auch einfach nicht an jedem Punkt. Und alle diese Sachen sind zeitintensiv und je nachdem, wie viel die Person arbeitet und sonst noch zu tun hat, muss man das natürlich auch entsprechend priorisieren und abwägen und eben auch natürlich bezahlen. So, wir haben jetzt sehr viel von der gesamtgesellschaftlichen Perspektive gehört und ich glaube eben, dass so diese kollektiven Aktionen und die Solidarität, die jetzt hier von Mona ja auch sehr deutlich angesprochen wurden, dass das schon super doll wichtig ist. Aber ich glaube, es gibt schon so ein zwei drei Sachen, die man sich auch überlegen kann, die einem vielleicht irgendwie selber doch helfen, vielleicht doch noch einen Job zu bekommen. Ich glaube, bei den Arbeitsbedingungen selber ist es natürlich auch wichtig, dass man auch mal was sagt. Aber das ist halt besser im Kollektiv. Und bei der Bewerbung ist man ja wirklich so sehr auf sich selber gestellt letztlich. Genau. Und jetzt kommen meine Lifehacks, wie man hoffentlich trotzdem einen Job bekommt. Natürlich, Es ist muss man halt auch sagen, manchmal ist es Zufall. Ja, also wenn es einfach über ein hundert Bewerber auf eine Position gibt, natürlich, dann werden diese Tipps wahrscheinlich euch auch nicht zum Traumkandidaten direkt vielleicht unbedingt machen. Let's start! Also ich glaube, das Wichtigste und das steht ja auch einfach wirklich in jeder Stellenausschreibung, ist leider tatsächlich Arbeitserfahrung. Das heißt, wenn ihr noch studiert, sucht euch wirklich einen Job als Werkstudierende in dem Bereich. Man muss auch dazu sagen die Lage für Werkstudenten ist ein bisschen besser als für Berufseinsteiger. Woran das wohl liegen könnte? Ich würde behaupten, dass viele von den Aufgaben eben tatsächlich von Werkstudenten gemacht werden, die eben auch eher vielleicht von Juniorpositionen gemacht werden würden. Und das hat natürlich eine ziemlich starke Rückwirkung auf die Juniorposition. Und wir hatten ja schon gehört, dass es eben auch gewisse Tendenzen da gibt. Genau. Also man sollte auf jeden Fall in dem Bereich schon sich die Berufserfahrung schon mal ansammeln, auch durch Praktika. Jetzt aber das große Aber. Oftmals wird es halt nur so als halbgare Berufserfahrung angesehen. Also irgendwer hat mal auf Tiktok geschrieben. Ja, also eine Werkstudentenstelle ist so eine viertel Berufserfahrung mäßig, weil es wird eben davon ausgegangen, dass man gar nicht so krass viel Verantwortung da gehabt haben kann, weil man ist ja nur Werkstudent ist oftmals nicht die Realität. Ja, genau. Also das wäre so der erste Punkt. Dann der nächste Punkt. Bleibt up to date. Was irgendwie neue Techniken angeht, muss man leider sagen. Also Techniken im Sinne von Gestaltungsmöglichkeiten, Programm, aber eben auch auf einer strategischen Ebene. Wenn es jetzt halt sich vor allem um den Bereich Social Media und Marketing dreht. Es gibt da auch so ganz gute Newsletter, die man sich so wöchentlich durchlesen kann. Es gibt auch auf LinkedIn. Eigentlich finde ich immer so einige ganz nice Insights. Es ist natürlich sehr schade, dass es sich hierbei mal wieder um unbezahlte Arbeit in den meisten Fällen wahrscheinlich handelt. Das ist auf jeden Fall auch glaube ich, sehr elementar, auch in Bewerbungsprozessen, dass man halt zeigt Hey, ich weiß, ich weiß Bescheid. Und es ist sicherlich auch gut, wenn man sich mit dem Unternehmen vorher so noch mal ein bisschen mehr beschäftigt, als normale Bewerber das vielleicht machen würden. Also wenn es jetzt eine Stelle ist, vielleicht mal überlegen, Ja, wie finde ich das Corporate Design? Kann man das vielleicht irgendwie optimieren? Also man muss natürlich nicht immer mit der Tür ins Haus fallen, aber. Oder halt bei einer Social Media Stelle. So? Ja, das wären vielleicht Möglichkeiten, um die Zielgruppe, von der ich mutmaße, dass das eure Zielgruppe ist, besser anzusprechen. Ich glaube, das ist immer ganz cool und das ist jetzt auch nicht so ein großer Aufwand. Dann ganz wichtig Portfolio. Wirklich? Ich kann euch sagen, aus meiner eigenen Erfahrung. Als ich also wirklich ein Portfolio hatte, wo Sachen drin waren, die wirklich auch real waren, also nichts gegen Personal Projects und die sind auch total wichtig und so, aber diese Sachen sind auch mal gut. Es hat viel besser geklappt, da irgendwie positive Rückmeldungen, Einladungen zu Vorstellungsgesprächen zu bekommen. Das ist wirklich wichtig. Und sei es nur die Uniprojekte, die aber oftmals dann ja auch gedruckt werden. Also das macht schon Eindruck. Und wenn die Sachen nicht gedruckt wurden, macht halt Mockups. So, es gibt halt auch kostenlose Seiten für Mockups, für Photoshop und es ist wirklich drei Minuten Arbeit und es sieht so viel besser aus. Apropos Bewerbungsunterlagen was natürlich auch sehr wichtig für uns Designer Mäuse ist, ist der Lebenslauf. Und da hat man vielleicht die Tendenz und ich spreche da jetzt auch von mir selber, ein möglichst fancy Lebenslauf zu machen, weil wir wollen ja auch zeigen, dass wir das auch irgendwie können. So, aber ich kann euch sagen, ich habe neulich auch so ein Video auf Tiktok gesehen, das ist schon wieder witzig so, meine einzige Quelle ist einfach Tiktok, peinlich, problematisch, whatever. Aber der Punkt war gut. Und zwar hatte da auch jemand sich auf Designposition beworben, hatte Berufserfahrung, hatte einen super fancy Lebenslauf, der aber total wirklich ungewöhnlich aussah. Und ich glaube, es gab mal so eine Zeit, wo man so war. Ja, kreative Jobs, Seid unkonventionell, sticht ins Auge, zeigt, was ihr könnt. So witzigerweise. Zurück zum Thema. Viele, vor allem große Firmen benutzen für die erste Sichtung von Bewerbungsunterlagen mittlerweile KI Systeme. Und da ist es halt super relevant, dass eure Lebensläufe auch dafür optimiert sind. Also dass die KI euren Lebenslauf auslesen kann. Falls euch das interessiert, schaut euch mal ATS Lebensläufe an Gibt es viele Vorlagen, gibt es viele Checklisten? Ein wichtiger Punkt ist halt, dass irgendwie so simpel wie möglich zu halten, auf Grafiken zu verzichten, keine super fancy Schriftarten zu machen. To be fair. Das würde ich auch in einem unkonventionellen Lebenslauf jetzt nicht unbedingt machen, weil es soll ja irgendwie noch lesbar sein. Das wären so die Punkte. Achso, ja und Keywords aus der Stellenanzeige kommen auch gut, weil dann ist das Programm so Oh mein Gott, Sie haben diese Sache erwähnt, die in der Stellenausschreibung stand. Perfekt geeignet. Und so reduziert man auf jeden Fall diese automatische Ablehnung, die man ja manchmal wirklich superschnell bekommt. Das liegt meistens daran, dass es gar nicht von der menschlichen Person angeschaut wurde, sondern von einem KI System. Quasi so diese Vorsortierung machen nicht so viele Tipps vielleicht. Ach so, nee, ich ich habe noch eine andere Sache und zwar man man kann in einem Bewerbungsgespräch auch mal Selbstbewusstsein, glaube ich. Also ich glaube, das ist total wichtig. Dass man irgendwie so selbstbewusst und sympathisch auftritt, hat jetzt vielleicht weniger mit dem konkreten Branchen Sachen zu tun, aber man muss ja auch irgendwie kommunikativ sein in diesem Bereich. Was ich noch gesehen habe neulich. Ich glaube aber, dass das nicht für alle gilt. Man muss, glaube ich, die Branche anschauen, wenn man jetzt wirklich Social Media Agentur macht. Ich glaube, das kommt richtig gut. Videobewerbung Manchmal wird das ja auch gewünscht, dass man eine Videobewerbung quasi macht. Dann würde ich jetzt, glaube ich, nicht bei jedem Arbeitgeber empfehlen. Vielleicht muss man auch schauen, ob die Stellenausschreibung sich irgendwie so sehr auf Video bezieht, aber also so, dass es halt wirklich direkt eine gute Arbeitsprobe an der Stelle. Grafik Design Geschichte. Kommen wir jetzt zur Grafik Design History für diese Folge. Und zwar möchte ich euch die Pioniere des modernen Magazinlayouts vorstellen. Und zwar ist es das Twenmagazin. Falls ihr das nicht kennt, seid ihr nicht alleine. Ich habe bei der Recherche für diese Folge das erste Mal davon erfahren. Es ist natürlich jetzt auch schon ein bisschen länger her, dass das publiziert wurde. Also mittlerweile gibt es das nicht mehr. Die visuellen Beispiele sind dann auch in den ShowNotes verlinkt. Ihr könnt euch das mal anschauen und dann könnt ihr auch mal überlegen, Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Auch wenn ihr es jetzt so direkt noch nicht gesehen habt? Stellt euch vor Ende der fünfziger Jahre, es gibt eigentlich in der Gesellschaft wenig progressive Stimmen bzw der Großteil der Medienlandschaft ist konservativ geprägt. Trotzdem gab es zwei Herausgeber, die eine revolutionäre Idee hatten für ein Magazin für Jugendliche und junge Erwachsene das twen Magazin. Sie prägten das und ihre Namen sind Adolf Theobald und Stefan Wolf und außerdem der Grafiker Willy Fleckhaus. Die beiden, Adolf und Adolf ist irgendwie voll der blöde Name. Aber so hieß man halt damals auch noch. Heutzutage hoffentlich nicht mehr. Auf jeden Fall. Diese beiden hatten eben diese zündende Idee, so ein Magazin zu machen. Und Willy Fleckhaus, der Art Director, hat es dann eben umgesetzt. Warum erzähle ich euch das? Natürlich, einmal ist es interessant, in dieser konservativen Landschaft ein solches Magazin zu machen. Man muss halt auch dazu sagen, es war schon sehr sexuell, dieses Magazin, also die Cover, zumindest bezogen auf die Stichprobe, die ich mir jetzt angeschaut habe, war halt schon irgendwie sehr freizügig. Also meistens nackte Frauen. Aber ich glaube, aus einer heutigen Perspektive ist das vielleicht auch noch mal ein bisschen was anderes. Wenn man das heute sieht, dann ist es irgendwie fragwürdig. Aber damals war es halt irgendwie ziemlich revolutionär. Also wenn man halt einfach mal daran denkt, Miniröcke waren da gerade noch so ein bisschen Jugend und Subkultur Trend. Mit Twiggy Und irgendwie war es da noch nicht so normal. Auf jeden Fall sich freizügig zu zeigen und das war dann halt irgendwie dann doch noch mal ja, recht mutig, würde ich sagen. Und auch inhaltlich ging es schon auch viel um Sexualität. Jetzt nicht ausschließlich. Es ging auch um Kultur, um Musik und Kunst, aber und auch natürlich um gesellschaftliche Fragen. Das ist natürlich auch relevant, also dass bei aller Fragen über Sexualisierung von Frauen auf der Titelseite es ging auch um feministische Themen, zum Beispiel um die Frage des Rechts auf Abtreibung. Aber genau. Also da sehen wir schon mal, dass das ja ziemlich eine radikale Idee war. Und demnach war natürlich auch das Design radikal, denn das wäre ja auch komisch, finde ich. Ja, wie sieht das Design jetzt hier aus? Also ich würde es eigentlich so beschreiben sehr schwarz weiß geprägt, vor allem die Innenseiten. Die Titelseite am Anfang war auch eher schwarz weiß bzw mit kleineren Farbakzenten, aber je länger es dann quasi die Ausgaben gab, also neunzehn hundert neun und fünfzig wurde quasi die erste Ausgabe herausgegeben, aber schon Anfang der sechziger gab es eben auch Farbfotografien auf dem Cover. So, und dieses Cover wurde aber wirklich sehr reduziert nach einem Raster ausgerichtet. Also es gibt quasi einen schwarzen Hintergrund, dann gibt es weiße Schrift jetzt auch nicht in jedem Fall, aber basierend von dem vorliegenden Material ist das schon einigermaßen dieser Richtung gefolgt. Und ja, das Ganze ist eben irgendwie sehr rasterbasiert. Auch die Schrift, die wir darauf sehen, ist irgendwie sehr kräftig, aber serifenlos und sticht eben einfach sehr stark ins Auge. Das ist natürlich auch der Sinn des Magazins, dass es ins Auge sticht. Diese Intention des Magazins von diesem ja quasi schon revolutionären Jugendmagazin ist natürlich auch aufzufallen. Ja, tatsächlich. Was eigentlich auch noch ganz interessant ist. Also so thematisch war das schon ziemlich linksorientiert. Auch spätere Persönlichkeiten, die irgendwie damit zu tun hatten, kamen viel aus der APO, aus der außerparlamentarischen Opposition zum Beispiel wurde auch Uschi Obermaier aus der Kommune eins porträtiert und interviewt. Und Simone de Beauvoir hat tatsächlich auch sogar schon mal einen Beitrag geschrieben für dieses Magazin. Ja, und was eben auch sehr interessant ist, ist nicht nur das Layout vom Cover, sondern auch vom Innenteil. Also auch das ist wirklich sehr beim Text Bild Verhältnis, zumindest bei den Beispielen, die ich jetzt gesehen habe, sagen würde, dass hier eigentlich quasi das Bild die Hauptrolle spielt. Und der Text ist natürlich schon irgendwie auch relevant. Vielleicht ist das jetzt so ein bisschen eine Bias, auch, weil natürlich die interessanteren Spreads, also Seiten Druckbögen von diesem Magazin dann eher gezeigt werden. Aber der Willy Fleckhaus, der hatte da wirklich eine sehr starke Vision als Art Director, hat auch die meisten Ausgaben tatsächlich selber als Art Director betreut. Was eben auch sehr interessant ist, ist, dass es halt irgendwie als Vorreiter des modernen Magazinlayouts gilt und wo wir jetzt eben auch uns mal modernere Zeitschriften anschauen können und uns fragen können Hey, könnte es sein, dass das eventuell zumindest davon geprägt wurde? Natürlich jetzt auch nicht jedes. Es ist völlig klar, gerade die jetzt irgendwie. Also es gibt ja auch sehr viele Magazincover, die einfach alles andere als reduziert sind, also so, wo halt wirklich alle Themen draufstehen. Also Bunte oder so, keine Ahnung. Naja, sagt auch der Name schon. Typografie ist auf jeden Fall sehr wichtig auf dem Cover. Aber eben, man hat auch einen Weißraum, der jetzt aber eigentlich ein schwarzer Raum ist, weil es ja schwarz. Aber, also die Gestaltung hat quasi die Luft zum Atmen und ich denke, das sind halt eigentlich sehr viele Punkte, wo man sich schon inspirieren lassen kann. Ist jetzt halt die Frage was? Whatever, you are going to do with this? Und ich denke, das ist halt auch so für Leute, die so Bauhaus und Swiss Style cool finden, irgendwie interessant ist. Natürlich ist das jetzt schon so ein bisschen weniger textbasiert, würde ich fast schon sagen. Ja, durch die Fotografien, also auch dadurch, dass Menschen portraitiert werden, ist natürlich auch noch ein bisschen ein anderer Punkt. Aber ich würde sagen, schon von der Grundidee, von diesem strengen Raster her und auch von der Auswahl der Typografie her ist das, glaube ich, schon ein recht passender Bezug. Auf jeden Fall. So, ich hoffe, diese kleine Geschichtsstunde hat euch gefallen. Beim nächsten Mal gibt es diese Rubrik natürlich auch wieder mit einer neuen, spannenden historischen Geschichte über die Geschichte des Designs. Ja, und weiter geht's mit dem nächsten Thema. Mini Challenge zum Mitmachen. So wie bereits zum Anfang der Folge versprochen, folgt jetzt zum Schluss noch eine Mini Challenge für euch. Und ja, ich würde mich super doll freuen, wenn ihr mir eure Kreationen schicken würdet. Die E Mail Adresse findet ihr natürlich in den ShowNotes. Ansonsten auch gerne auf Social Media taggen oder schicken. Genau, eine kleine community bildende Maßnahme. Okay, was ist die Challenge? Diese Folge und zwar das hässlichste Design der Welt. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen crazy. Klingt es ein bisschen ungewohnt? Hättet ihr jetzt vielleicht nicht gedacht, Aber genau. Es geht darum, das hässlichste Design der Welt zu machen. Denkt wirklich an dieses Graphic Design is my Passion. Ich weiß nicht, ob ihr dieses Ding kennt. Das ist ja meistens ungewollt. Aber diesmal machen wir es gewollt. Und zwar total wild. Nichts muss passen. Zu viele Schriftarten, Zu viele Farben. Farben, die sich vielleicht nicht so gut harmonisch ergänzen. Also richtig, richtig kreativ werden könnt ihr. Und ich bin mir sicher, dass das Spaß macht und freue mich auf die Ergebnisse. Die werden wir dann in der nächsten Folge auch besprechen. Da freue ich mich schon drauf. Dann bis bald.