was, wenn ich so eine Angst davor habe, dass du mich verlässt, dass ich gar nicht mehr sehe, dass ich dich eigentlich verlassen sollte.
Transkript Folge: Toxisch, aber Liebe?
Toxische Menschen provozieren dich so lange, bis deine hässliche Seite rauskommt.
Er redet dir nicht nur deine Familie schlecht, sondern auch all deine Freunde. Und warum? Einfach nur, um dich zu isolieren und dir das Gefühl zu geben, dass du niemanden brauchst außer ihm.
Eine narzisstische Beziehung ist nicht nur ein einzelnes Trauma.
Sie ist viel mehr.
Hier sind jetzt für euch drei Tipps, an denen ihr erkennen könnt, ob ihr in einer toxischen Beziehung seid.
Das erste Mal, wenn er dich im Streit beleidigt, machst du Schluss.
Mache einen Finger runter, wenn dir dein Freund das Gefühl gibt, dass deine Gefühle unangebracht oder zu viel sind.
Welcome to Day in Hell in einer Beziehung.
Mir wurde monatelang weisgemacht, dass ich bescheuert, kindisch oder labil wäre, während er genau das gemacht hat, wovor ich die ganze Zeit Angst hatte.
Hallo und schön, dass ihr da seid. Ja, wir sind die 3 dazwischen, Vivian, Leonie und Juliana, und wir reden über alles, was zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsensein passiert, über das, was verbindet, trennt und manchmal einfach schwer zu erklären ist. Wir möchten also Brücken bauen zwischen Eltern und Kindern, mit Gesprächen über das, was sonst oft unausgesprochen bleibt. Also, let's get in Between.
Frage der Woche.
So, bevor wir jetzt ins Thema einsteigen, starten wir wie immer mit unserer Frage der Woche. Und diesmal geht es um die große Leinwandliebe und ich will mal wissen von euch, was euer Lieblings-Liebesfilm ist. Also bei mir persönlich ist es ja so, dass ich schon eher lieber Krimis schaue, aber wenn ich es jetzt sagen müsste, dann wär es Titanic, irgendwie so ein Klassiker, find ich schon irgendwie einen beeindruckenden Film.
Juliana, was ist bei dir dein Lieblings-Liebesfilm?
Also Liebesfilme an sich, ich bin eigentlich schon ein großer Fan, aber ich z.B. mag deswegen sehr „Someone Great“. Also es ist nicht ganz der stereotypische Liebesfilm, aber definitiv eine Empfehlung wert. Einfach weil's auch darum geht, wie gehe ich eigentlich damit um, wenn die große Liebe endet. Und da geht's auch sehr viel um Selbstliebe und davon bin ich einfach ein großer Fan. Und Leonie?
Also ich bin da eher wie Vivien. Ich steh auf die Klassiker und ich liebe Liebesfilme tatsächlich und deswegen Notebook. auf Deutsch heißt der, glaube ich, wie ein einziger Tag. Und aber auch Pretty Women sind meine absoluten Lieblingsfilme.
Ja, gut zu wissen, müssen wir mal reinschauen, können wir uns ja gegenseitig noch mal austauschen. So, von romantischen Liebesfilmen kommen wir jetzt noch mal zur Realität, weil um Liebe soll's bei uns heute zwar auch gehen, aber leider ist sie ja nicht immer so perfekt und schön wie auf der Leinwand. Und manchmal wird aus der Liebe etwas, das wehtut. Etwas, das uns klein macht oder sogar gefährlich werden kann. Wir sprechen heute deswegen über toxische Beziehungen und darüber, wie Eltern ihre Kinder in solchen Situationen besser verstehen und auch unterstützen können. Und dazu erzählt uns heute Leonie ihre ganz persönliche Geschichte und kann schon so viel sagen: Es wird toxisch. Juliana hat dazu recherchiert und spannende Einblicke gesammelt, wie wir und andere besser mit so schwierigen Situationen und Beziehungen umgehen können. Und ich, ich leite euch durch die Folge und hake nach, wenn es spannend wird. Juliana, magst du uns vielleicht mal zum Start erstmal kurz abholen, was Jugendliche oder diese Jugendliebe bedeutet? Welche typischen Herausforderungen gibt's da? Und hast du auch Zahlen und Fakten für uns?
Na klar.Und zwar bringt die Liebe uns einfach zusammen. Sie stärkt Bindungen und trägt auch dazu bei, dass Kinder geschützt und geborgen aufwachsen können. Auch kennen wir da vielleicht manch körperliche Reaktionen. Frisch Verliebte haben häufig einen erhöhten Puls, feuchte Hände oder erröten. Ich weiß nicht, vielleicht kennt ihr das ja sogar. Also ich werd da manchmal ein bisschen ganz rot, mir sieht man das auch ganz gut an.
Ja, total.
Und spannend ist nämlich, Liebe findet einfach auch im Gehirn statt. Schon der Anblick des Partners oder der Partnerin, da reichen uns manchmal sogar nur Fotos, kann dafür sorgen, dass die Bereiche im Gehirn, die für unser logisches und rationales Denken zuständig sind, weniger aktiv sein können. Das bedeutet, wir haben viele gute Gefühle, sind auf Wolke 7, treffen aber manchmal auch nicht die allerbesten Entscheidungen. Ich weiß nicht, vielleicht wird uns das in der Geschichte. Von Leonie auch 'n bisschen Die Jugendliebe ist dabei oft auch die erste große Liebe überhaupt. In einer kleinen Studie aus dem Jahr 2005, ich weiß, etwas älter, aber die Fakten stimmen immer noch, in der 52 Paare im Jugendalter untersucht wurden, im Schnitt waren sie da etwa 17 Jahre alt, zeigte sich, dass viele ihre erste feste Beziehung schon mit ungefähr 14 Jahren hatten. Ich weiß nicht, wie es bei euch aussah. Passt das?
Ja, ich glaube, bei mir war es mit 15 so diese Schulhofbeziehungen. Aber so die erste richtige Beziehung war dann später.
Nee, bei mir war es tatsächlich sogar mit 14 und die ging dann auch schon ein bisschen über ein Jahr sogar. Also es war schon, ich fall da voll rein, scheinbar.
Ja, passt auch perfekt, denn die Beziehungen in der Studie dauerten im Durchschnitt auch rund 14 Monate, also auch deutlich länger, als man vielleicht auf den ersten Blick vermuten würde.Und wenn man da die Jugendlichen fragt, was sie in ihrer Beziehung am liebsten miteinander machten, was denkt ihr? Was trat da besonders häufig auf? Was habt ihr da gerne gemacht?
Boah, ich glaub schon viel, viel unterwegs so, auch mit anderen Freunden. Also ich war schon immer, glaube ich, gerne in einer Gruppe. Ja, und irgendwie so schon auch gerne zu mehr unterwegs, aber auch super gerne dann zusammen zu Hause irgendwie so.
Ja, das kann ich auf jeden Fall unterschreiben, dieses so zusammen mit Freunden weggehen, das war schon toll, aber so knutschen war jetzt nicht an erster Stelle.
Ja, stimmt.
Auch da seid ihr genau im Bild. Und zwar Kuscheln und Partys, also sowohl die Nähe und Zärtlichkeit als auch der gemeinsame Spaß, steht deutlich im Vordergrund. Jungendbeziehungen sind also was ganz Normales und wichtig für die Entwicklung.
Ja, vielen Dank für diese umfassenden Infos. Sind wir jetzt schon mal ein Stück schlauer und können uns jetzt ganz tief ins Thema reinstürzen und mit genug Vorwissen starten.Und das machen wir jetzt auch, weil jetzt wird es nämlich persönlich.
Throwback
Leonie erzählt uns ihre Geschichte aus ihrer Jugend und kurz gefasst, so viel nehme ich schon mal, zuvor geht es um eine Beziehung, die alles andere als einfach war und eher toxisch und leider ziemlich schmerzhaft. Leonie, wann ging es denn da los? In welchem Alter hat das Ganze begonnen? Vielleicht erzählst du uns da schon mal den ersten Einstieg.
Ja, also als ich meinen damaligen Freund kennengelernt hab, war ich gerade 18 geworden und das war so meine erste große Liebe. Also da war ich so boah, der ist so toll.
Herzklopfen, ja, schwitzige Hände auf jeden Fall.
Also ich war so richtig so, der war zwei Jahre älter als ich. Ich kannte den schon aus der Schule, da waren zwei Klassen über mir und hat immer so zu den coolen Kids gehört. Und dann nach der Schule haben wir uns dann so richtig kennengelernt, weil da war das ja dann auch nicht mehr so, die jüngeren Klassen.
Ja, stimmt, das war witzig dann, ja.
Sondern genau das hat sich dann so verlaufen und die Beziehung an sich ging zwei Jahre, aber das ganze Ding hat vier Jahre angedauert. Aber, das ganze Ding hat 4 Jahre gedauert auf jeden Fall.
O: Okay, krass. Aber wie habt ihr euch dann danach, also ihr hattet den Kontakt dann quasi nicht abgebrochen und euch irgendwie wiedergefunden oder hattet ihr auch schon damals Kontakt zu?
Es ist ein bisschen schwierig. Wir hatten so eine große Freundesgruppe. Seine Freunde waren quasi eine Klasse über mir und da aus der Klasse waren meine Freundinnen mit paar Jungs zusammen, die auch in dem Freundeskreis waren. Und dadurch haben wir uns dann noch mal so länger, intensiver kennengelernt.
Okay, verstehe.Aber Du hast jetzt auch schon gesagt, dass Du ihn schon immer so bewundert hast und halt dieses klassische Bild von, okay, erst zwei Stufen über, da kommt gleich so ein Podest, was irgendwie da so ein bisschen entsteht. Würdest Du das direkt als toxisch bezeichnen, von Anfang an, oder wie war da dein Eindruck?
Also in dem Moment damals, als 18-Jähriger, habe ich das auf jeden Fall nicht so gesehen.Für mich war das so, oh mein Gott, er findet mich toll so und aber wenn man das im Nachhinein jetzt betrachtet also als ich dann angefangen habe so zu reflektieren warum Dinge so laufen wie sie gelaufen sind also so nach einer gewissen Zeit ist mir dann auch aufgefallen ja okay da war vielleicht der erste Punkt wo es ungesund geworden ist weil wenn man jemanden auf ein Podest stellt dann kann man sich nicht auf Augenhöhe begegnen ja auf jeden Fall ja.
Und also jetzt haben wir ja so dieses Wort toxisch schon ein paar Mal gehört und oder im Vergleich mit dem Wort ungesund. Juliana, du hast dazu ein bisschen recherchiert. Was genau können wir darunter verstehen?
Unter toxisch. Ja, da gibt es schon mal die das erste Problem. Und zwar, es gibt keine klare Definition des Begriffs. Also toxisch an sich heißt einfach, übersetzt so etwas wie giftig und beschreibt einfach eine Form der psychischen Gewalt. Und dadurch sind die Muster eigentlich auch ziemlich schwer zu erkennen. Es gibt aber so ein paar Hinweise und vielleicht auch Voraussetzungen, dass man für so eine toxische Beziehung, ja ich sag mal, dass man darin hineinfallen kann. Und zwar zum Beispiel toxische Beziehungsdynamiken, die häufig schon in der Kindheit verwurzelt waren. Dadurch können einfach früher Bindungserfahrungen, wie zum Beispiel Leonie mit 18 erst, die schon geprägt haben. Und so haben auch Menschen generell mit einem unsicheren Bindungstier auch eher einen Partner, bei denen sie sich diese Nähe erarbeiten müssen. Und da fallen auch Merkmale toxischer Verhaltensmuster mit rein in den Beziehungen. Also vielleicht auch, dass die Beziehung mit einer Intensität statt einer Echtheit beginnt, vielleicht auch erst mit Love bombing, also die übermäßige Zuneigung, Aufmerksamkeit und Komplimente, die dann zu einer schnelleren emotionalen Abhängigkeit führen kann.
Aber da werden wir, denke ich mal, gleich noch was von Leonie hören, wie es da richtig losging.
Voll. Also ich finde, dazu fällt mir jetzt ein, auch mal so von meiner damaligen Beziehung, bei mir war das dann auch so, also mein damaliger Freund halt auch seine Freunde und ich durfte da beispielsweise nie mit. Also wenn er da mit denen unterwegs war, war das immer so, nee, da darfst du nicht mit.Und ich habe das damals auch einfach so hingenommen, aber wenn man das jetzt so hört, dann hat man da ja oder hätte man da ja auch schon Muster erkennen können, wo man merkt, naja, das ist eigentlich nicht so richtig, ja, das ist irgendwie schon, geht schon in so eine falsche Richtung. Und ja, findest du auch, dass da bei deiner Story auch diese Muster dann schon deutlich jetzt im Nachhinein da waren? Und wie ging es dann weiter?
Ja, also, und um auf dich noch mal einzugehen, ich hatte davor Freunde oder Jungs im Freundeskreis, die dann immer die Mädchen ausgeschlossen haben und deshalb war es bei meinem damaligen Freund so, dass ich so total überrascht war, weil er hat mich überall mit hingenommen, ich war komplett in seinen Freundeskreis integriert und ich war so, boah.
Das ist, das ist, das ist ganz anders als bei den anderen, das muss ja gut sein, aber da sind wir dann schon wahrscheinlich eher wieder in Richtung Lovebombing unterwegs, so.
Ja, und da komm ich dann auch zu Juliana, also in den ersten also in den ersten drei Wochen war es so perfekt. Also er hat mich gefühlt jeden Tag gefragt: Wollen wir uns treffen? Wollen wir was machen? Was mach st du? Wie geht's dir? Also er war so total interessiert und nach drei Wochen kam dann so dieser Cut. Er hat so Schluss gemacht aus dem Nichts für mich und ich habe so das ganze Wochenende geheult. Also es war an einem Freitag, ich weiß auch noch genau, er hat in einer WG mit seinem Cousin gewohnt und ich bin dann da runter, habe so geheult und sein Cousin hatte sich mit einer Freundin von mir getroffen und die kam da gerade und sie war so was ist passiert wie kann das wie kann das sein und hat mich so probiert aufzubauen und ich habe das ganze Wochenende war ich traurig und am Sonntagabend hat er dann gesagt ja tut mir leid willst du nicht herkommen und wir vergessen das Ganze
So einfach war das denn für ihn?
Für ihn war es so einfach und ich war so so dankbar dass er mich so. Zurückgenommen hat
also klar das kann ich auch also so solche Situationen wenn ich da zurückdenke so man ist da irgendwie sofort wieder drauf eingestiegen, wenn man da so drin war, dass man sich so gebunden hatte schon irgendwie, dass man einfach so jede Möglichkeit genommen hat. Okay, ja, ich komme wieder zurück.
Ja, genau. Das war ja auch so schön für mich. Also ich habe nicht verstanden, warum er das beendet hat.
Ja, also da gab es auch keine Begründung für, oder? Also auch im Nachhinein nicht.
Und er hat dann einfach gesagt, okay, nee, war ne war mir so.
Ja, er war so nach drei Wochen, ja, ich fühl's nicht so.
Ach so, nach unten raus.
Ja, und das war aber öfter in der Beziehung so. Also danach kam auch erstmal eine ganz schöne Zeit. Also ich glaub, wir waren dann anderthalb Jahre sehr stabil zusammen, wo ich dann auch gesagt hätte, nichts könnte uns trennen und dann ging es halt wieder richtig los.
Ja, bevor wir dazu einsteigen, weil wir jetzt eben auch grad genau in diesem Thema sind, mit dieser Abhängigkeit und eben diesem ich komm sofort zurück, wenn geschrieben wird, weil ich eben in dieser na ja, Sucht ist vielleicht übertrieben, aber in dieser Spirale schon drin bin. Juliana, da hast du doch auch schon wieder klare Anzeichen für eine toxische Geschichte, oder?
Genau. Mit der Zeit folgt nämlich auch häufig dieses Wechselspiel aus Nähe und Entzug, Lob und Abwertung, wodurch dann auch ein Kreislauf aus Hoffnung, Angst und Anstrengung entsteht und die Betroffenen, also in dem Fall auch Leonie, einfach immer mehr Energie dort hineinstecken. Und dieses Hinhalten führt einfach dazu, dass man halt eben auch immer wieder auf eine Veränderung hofft. Also man hält die Situation aus oder hat vielleicht auch Schuldgefühle. Ich weiß nicht, Leonie, war das bei dir der Fall, den Partner zu verlassen? Hattest du irgendwie Angst, dass du ihn vielleicht auch nicht verlassen kannst, oder möchtest?
Also ich konnte ihn nicht verlassen. Also ich war sehr emotional an ihn gebunden. Aber ich hatte natürlich Angst, dass er wieder Schluss macht, also dass er wieder geht. Und das hat sich halt auch dann aufgebaut, weil nach ich glaub anderthalb Jahren hat er wieder Schluss gemacht. Das war nur für ein paar Stunden und dann kam er wieder an und war so nee, tut mir leid, meinte ich doch nicht so. Da kam er halt aus einem Jungsurlaub zurück. er war eine ganze Woche mit seinen Jungs weg und also jetzt vielleicht kurz Triggerwarnung, er hatte auch ein krasses Drogenproblem, was von Alkohol bis Cannabis zu Koks gereicht hat, also er hat teilweise jeden Abend ein Bier getrunken oder mehrere und er hat also dieses Koksen, das war wöchentlich, also...
Warst du da auch so mit dabei oder also. Ich denke jetzt mal, du hast da nicht mitgemacht, aber so, wie hat es dich so beeinflusst? Also hast du das dann auch mitbekommen und wie geht es einem damit? Oder wahrscheinlich hast du dich da wieder weniger getraut? Also ich würd mich jetzt so, wenn ich jetzt mich in die Situation reinversetzt, wär wieder an so einem Punkt, wo ich sag, na ja, einfach machen lassen, weil er könnte ja wieder Schluss machen.
Genau. Also was willst du auch machen, wenn du Angst hast, ihn zu verlieren und das schon passiert ist? Dann würde man sich ja auch denken, ich sag jetzt lieber mal nichts, weil nachher eskaliert es auch einfach die Situation.
Mir war es immer wichtig, dass er mir alles erzählt, weil ich hatte immer Angst um ihn, dass irgendwas passiert und dann war ich so okay, du erzählst mir, was du machst, was du konsumierst und ich bin nicht sauer. Und damit habe ich mir aber auch die Möglichkeit genommen, ihm quasi davon wegzubringen.Also ich habe natürlich immer mal gesagt, so das ist nicht gut, das geht nicht, aber wenn man sich mal damit auseinandersetzt, weil ich habe das dann auch recherchiert und nachgelesen, du kannst jemanden, der süchtig ist, nicht von außen dazu bewegen, dass er das lässt. Das muss von innen kommen. Und das kam dann auch, als er das so mitgekriegt hat, dass es halt wirklich nicht mehr geht, da so nach Spanien geflüchtet hat, das so ein bisschen als Auslandssemester getarnt. Und ja.
Also schon über eine längere Zeit auch dann?
Ja, also er ist dann für drei Monate quasi ins Ausland gegangen, was auch relativ gut war, weil wenn man aus dem Umfeld rauskommt, dann kommt man auch so ein bisschen los von den Drogen und das hat auch geklappt. Aber als er wieder da war, war er wieder komplett drin.
Ja, okay, das ist dann wahrscheinlich dieses klassische Umfeldproblem. Wenn halt dann deine, er wird es ja nicht alleine gemacht haben, das heißt, da gibt's ja wahrscheinlich noch genug Freunde, die da mit dabei waren. Und wenn du halt in diese Bubble zurückkommst, dann ist halt diese Chance einfach zu hoch, weil du das damit ja auch alles assoziierst, so ein bisschen.
Ja, auf jeden Fall. Also für mich war das auch mit ihm quasi der erste Berührungspunkt, so mit Drogen und auch mit härteren Drogen. Und dieser Freundeskreis, der hat das alles so verharmlost. Das Problem war aber auch, dass die kein Suchtproblem hatten.
Die haben das einmal zu einer Veranstaltung gemacht, aber er hatte dieses Suchtproblem.
Und damit war er alleine so?
Genau.
Okay, krass.
Hat er das auch mit dir kommuniziert, zum Beispiel, dass er jetzt dann drei Monate nach Spanien geht? Also hat er auch so gesagt, wie findest du die Idee? Oder war das dann einfach beschlossene Sache für ihn?
Es war so, ich mach das jetzt. Du hast das zu akzeptieren so und ich war ja auch froh, dass er das endlich angeht, dieses Problem. Aber ja, was danach passiert ist, war dann halt das Schlimmste überhaupt für mich.
Ja, dann erzähl doch mal, was ist danach passiert? Das wollen wir jetzt echt alle wissen.
Ja, also er ist ja nach Spanien gegangen und für 3 Monate und ich habe ihn nach der Hälfte der Zeit dort auch besucht und das war eigentlich auch schon richtiger Horror. Ich war glaube ich eine Woche da und nach 4 Tagen hat er dort auf so einem Rummel, der abends stattgefunden hat, mich einfach alleine stehen lassen. Und ich meinte so, das geht überhaupt nicht, du kannst mich nicht in einer fremden Stadt, in einem fremden Land, wo ich komplett alleine bin, alleine lassen. Und dann meinte er, mach doch Schluss. Und dann meinte ich so, ja, mach ich jetzt auch. Und war dann aber so, ja, nee, ich mein das doch nicht so. Und er war so, nö, ich zieh das jetzt durch. Und dann hat er das die letzten drei Tage, wo ich da war, auch noch durchgezogen.
Aber ihr wart da zusammen auch trotzdem, ja irgendwie...
Und warum hat er dich stehen gelassen?
Wo?
Warum?
Warum? Boah, warum? Ich wollte Karussell fahren und er wollte das nicht und meinte dann so, ja mach das doch alleine, ich geh jetzt so.
Von Juliana so richtig Bombastic-Side-Eye, aber ich fühle. Ja, also hallo?
Ja, also es waren wirklich Kleinigkeiten, die das dann manchmal eskalieren lassen haben. Auf jeden Fall habe ich dann ja 3 Tage dort noch mit ihm verbracht, war am Boden zerstört und dann kurz bevor ich zurückgeflogen bin, Ja, okay, wir sind wieder zusammen, so wie immer. Und dann hat er mich zum Flughafen gebracht und das war am Nachmittag, den Tag bevor ich geflogen bin. Also wir waren, glaube ich, 15 Uhr am Flughafen und ich wäre am nächsten Tag um 6 Uhr morgens geflogen. Und dann hat er sich quasi schon ein Busticket geholt und war so: Ja, ich bin dann jetzt weg und hat mich wieder allein gelassen an dem Flughafen, die ganze Nacht über.
Du warst da die ganze Nacht alleine? An diesem Flughafen einfach so?
Was hat er sich wenigstens mal, also wie soll ich mir das vorstellen, meldet er sich dann auch und fragt mal, wie geht es dir gerade?
Oder ja, also er hat zwischendurch mal geschrieben, aber also ich, ich dachte mir damals schon so, Alter, wenn deine Mutti das wüsste, wie du dich hier grad behandelst, dann.
Ja, vor allem, ich mein, man muss ja sagen, so, man ist ja auch in einem gewissen Alter, klar ist man mit 18 oder wie alt, er war ja dann wahrscheinlich um die 2021 zu der Zeit, wenn du sagst 2 Jahre älter, klar ist man da noch nicht voll erwachsen und reif, aber es ist ja schon auch irgendwo ein gewisses Alter, wo man ein bisschen seiner Verantwortung oder Fürsorge, sag ich jetzt mal, einfach auch rechnen kann. Also gerade ja in der Beziehung, also das ist ja schon wirklich.
Ja, definitiv. Und nach Spanien, also erst dann anderthalb Monate danach wieder zurückgekommen und ich war wirklich so, ja, jetzt kann uns nichts mehr auseinanderbringen und er ist zurückgekommen, sogar er um mich an meinem Geburtstag zu überraschen. Und ich hatte natürlich, weil ich nicht damit gerechnet hab, auch so halt meinen Geburtstag geplant. Und wir waren am Abend halt mit all unseren Freunden essen und hab ihn dann auch mitgenommen. Und da ist er dann einfach gegangen. Also wir waren dort im Restaurant und er hat sich gottlos betrunken auf jeden Fall. Und ich dachte, er geht auf Toilette. Er kam und kam aber nicht wieder. Und ich hab die Jungs schon hingeschickt: Könnt ihr mal auf Toilette gucken? Was ist da los? Und die meinten, er ist da nicht.
Aber waren die auch mit ihm befreundet? Also es war quasi, er war so in deiner Bubble, es war eigentlich alles eine eine Freundesgruppe, so okay, aber die haben das dann auch, also waren die dann auch schon so okay, was ist mit ihm oder waren die dann irgendwie auch wieder seine Bezugs also scheinbar war ja wirklich da in ihm auch ganz dolle ein Problem, so.
Auf jeden Fall. Also wenn er mal so richtig raus war, hat er auch immer gesagt, so ja, ich kann niemanden lieben, ich liebe dich nicht und
Vor dir?
Ja, vor mir. Aber da war er so raus, der hat sich am nächsten Tag daran nicht mehr erinnern können.
Durch den Rausch?
Ja
Und du bist dann quasi dageblieben und hast noch seine Wunden gepflegt und dich um ihn gekümmert.
Genau, ich dachte,
Du hast Wasser gegeben.
Je mehr Liebe ich ihm gebe, dann irgendwann kann ich ihn reparieren.
Irgendwann muss ja was zurückkommen und so, ja, aber das ist halt, ja, passt super zum Thema, weil das ist es halt einfach.
Genau, das ist der Punkt.
Das ist das Problem.
Ja, und auf jeden Fall, er ist dann halt gegangen aus dem Restaurant und als wir dann bezahlt haben raus sind hat ein Kumpel von mir gemerkt dass sein Fahrrad fehlt das hat er geklaut und ist damit losgefahren ist aber nicht weit gekommen also um dann in der nächsten Ecke im Gras lag er dann da und hat seinen Rausch ausgeschlafen ich weiß es nicht auf jeden Fall sind wir dann dahin und wollten dass er mit nach Hause kommt und da ist er dann komplett ausgerastet und wenn da nicht ein Kumpel oder mein jetziger Verlobter dazwischen gegangen wäre.
Der war da schon dabei damals, ach sehr süß, süß.
Ja, dann hätte er mich auch geschlagen. Also ja, das war ganz krass.
Das ging ja richtig weit.
Und das heißt, die haben das alle gesehen und gewusst.
Nee, bis zu dem Zeitpunkt wusste das keiner, weil ich hab mich nicht getraut, das zu sagen, weil ich hab ihn ja so geliebt und ich wollt ihn nicht in ein schlechtes Licht rücken. Ja, und aber zu dem Zeitpunkt, das haben meine ganzen Freundinnen gesehen, wie er da auf mich los ist, wie er drauf war, was er, er ist ja auch einfach abgehauen und da waren dann meine Freundinnen so, was machst du da? Also das geht so nicht.
Ja, aber das ist halt da, dieser Point, wenn man so schon in dieser Spirale drin ist, da kommst du nicht mehr raus. Also da hätte man ja ganz früh anfangen müssen, drüber zu sprechen, dieses Vertrauen, oder ich meine auch diese Offenheit, und das ist einfach auch eine Schwierigkeit in dem Alter, das werden bestimmt in einer der nächsten Folgen auch noch behandelt, so dass man auch mit seinen Freunden ja dann sogar schon Schwierigkeiten hat zu kommunizieren, obwohl man ja eigentlich wüsste, okay, die sind für einen da, aber gerade in so einer Zeit oder in so einem Alter ist alles super sensibel. So, und wenn man schon so eine große Angst gebildet, schwierig.
Ab dem Punkt, war es dann auch richtig schwierig, weil, also ich habe ihm das alles verziehen am nächsten Tag. Also ich habe gesagt, komm, ist egal, wir reden nicht drüber, es ist alles gut und er hat dann an dem Abend, Schluss gemacht.
Wow. Aber ich kann das echt krass nach, also so nachempfinden, also auch von Freunden von damals, dieses, genau dieses Schema, es ist wirklich richtig schlimm, aber ich glaube wirklich zu oft, so wie es ist. Aber man kann es jetzt gar nicht mehr so im Nachhinein denkt man sich so, ey, was war denn da los?“
Ja, und meine Freundinnen haben natürlich, als er dann Schluss gemacht hat, auch probiert, so zu mir zu sagen, ja, ey, der Typ ist scheiße und ich war aber so immer noch verliebt. Und ich dachte auch, weil es davor ja auch immer zurückging in die Beziehung, ja, ich kann das noch wenden. Und dann habe ich mich von meinen Freundinnen distanziert. Aber in eine Beziehung sind wir nicht mehr gekommen. Das war dann halt noch anderthalb Jahre oder zwei Jahre fast. eine Situationship.
Ja, das hast du so lange noch mal mitgemacht, quasi.
Wo er dann quasi halt alles, was in der, was ich in der Beziehung schon gegeben hab, also ich hab weiter quasi, ja, Wify-Things gemacht und er hat aber nicht mal sich committen können, mit mir in eine Beziehung zu gehen.
Also es war eigentlich alles ähnlich wie davor, nur dass er mehr seine Freiheiten jetzt auch offen ausleben konnte, mäßig.
Ja.
Weil es keine feste Beziehung noch mal war.
Genau.
Und du aber von deiner Seite aus, dass du es noch mal geliebt hast. Und wie am Anfang.
Also ich habe die ganze Zeit gehofft, dass es wieder in eine Beziehung geht.
Und dein Umfeld, also deine, also deine Eltern z.B.?
Also meinen Eltern habe ich das so gar nicht erzählt. Auch mit Drogen und sowas. Die hätten gleich von Anfang an gesagt, also was soll das? Und ich wollte ja auch nicht, dass sie ihn irgendwie nicht wieder aufnehmen quasi in unsere Familie. Ich wollte ja, dass das alles passt und dass sie ein gutes Bild von ihm haben. als wir uns dann natürlich da so getrennt haben, musste ich meinen Eltern schon sagen, weil wenn Geburtstage anstanden, dann kommt er ja natürlich nicht mit, wenn wir nur eine Situationship haben.
Aber das heißt, er war schon auch in deiner Familie nicht, ich sag jetzt integriert das vielleicht übertrieben, aber er war dort bekannt. Also du hast jetzt nicht das komplett verheimlicht, das ist ja schon mal was Gutes, denk ich mal, diese Beziehung oder die Bindung zu den Eltern auch soweit zu haben. Weil ich glaub, viele könnten ihre Beziehungsperson gar nicht erst vorstellen, weil es da schon vielleicht zu Problemen kommen würde oder einfach da ungeklärtes Vertrauensverhältnis besteht irgendwie. Deswegen ist ja schon mal wenigstens etwas, aber...
Ja, doch, das war auf jeden Fall möglich. Also ich habe ihn vorgestellt, aber er hatte so gar nicht Lust darauf, Teil zu werden, sich zu integrieren. Das war gar nichts für ihn.
Ja, das ist auch immer, das ist einfach auch verletzend irgendwie so ein bisschen. Also es ist einfach, ja, schade.
Auf jeden Fall.
Aber bist du da auf jeden Fall dann irgendwann nach diesen zwei Jahren oder was das dann am Ende war, war dann das Situationship auch irgendwann vorbei? Gab es da noch mal irgendeinen spannenden Wendepunkt, wie es dann zu Ende ging oder war das dann eher so ein schleichender Prozess?
Ne, es gab noch mal einen Wendepunkt. Also ich habe mich viel von meinen Freundinnen distanziert gehabt, so in der ersten Zeit, wo das so Situationship-mäßig war, weil ich wollte mir gar nicht anhören, was die zu sagen haben, wie scheße er ist oder sowas. Ich wollte das nicht hören.
Du warst ja noch so in dieser Liebe auch drin, so ein bisschen, ja.
Genau. Und bin ich von Halle wieder zurück nach Dessau gezogen, also wieder in meine Heimatstadt, weil ja, es war ja Corona und alles sowas und ich hab dann meine Bachelorarbeit geschrieben und da bin ich dann in meine erste eigene Wohnung gezogen und da hab ich dann so mitgekriegt, okay, du kannst alleine wohnen, du kannst alleine einkaufen gehen, du kriegst das alles alleine hin, wozu brauchst du eigentlich einen Typen? Ja, voll gut, wenn du alles selbständig machen kannst und das war so richtig, ja, befreiend. Und dann ist er noch mal nach China gegangen. Das war dann ein wirkliches Auslandssemester, aber er hat das natürlich auch genutzt, um wieder so ein bisschen von diesem ganzen Konsum da wegzukommen. Und da habe ich dann all meinen Mut zusammengefasst und habe ihn gefragt: Liebst du mich noch? Denkst du, das wird noch mal was? Als er dann dort war in China. Und er hat halt klipp und klar geschrieben: Nein, such dir jemanden, den oder der dich so liebt, wie du mich liebst.
Aber immerhin, also All-in-All scheiße, aber immerhin mal wenigstens eine klare Ansage.
So, das war aber auch das erste Mal. Also ich hab öfters mal gefragt und er war immer so, weiß ich nicht,
Das ist halt dieses.
Genau dieses, wir können ja noch mal irgendwann zusammen.
Ja, diese Option offen halten, einfach so.
Er wusste halt, dass er dich schon die ganze Zeit hatte, auch in der Situationship-Situation.
Auch alles für ihn gemacht, ich hab ihn zur Arbeit gefahren, ich hab ihn abgeholt, wenn es geregnet hat.
Natürlich praktisch auch.
Eine Situationship noch einmal für die Zuhörer, ist nämlich eigentlich auch keine feste Beziehung, sondern eigentlich nur dafür da, dass man, ich sag mal, eine Beziehung ohne Verpflichtung, ohne Verpflichtungen, genau.
Genau. Krass, okay. Und dann hast du quasi, ja dann, dann war bis jetzt, bis heute für immer kein Kontakt mehr, kriegt man noch mal was mit so auf Insta oder sieht man da mal noch mal was, interessiert es dich noch oder wie ist die Situation jetzt so?
Ja leider können wir nicht keinen Kontakt haben, weil wir einen gemeinsamen Hund haben und wir haben einen zwei Wochen Rhythmus mittlerweile.
Da kenne ich auch noch jemand ja.
Ja und da wechseln wir uns immer ab aber in der Zeit wo er in China war hatte ich den Hund halt die ganze Zeit und ich habe dann auch nachdem er mir da klipp und klar gesagt hat das wird nichts relativ zeitnah also ich glaube einen Monat später meinen jetzigen Verlobten halt kennengelernt und dann ist er noch mal komplett crash out gegangen, weil ich hab ihm das natürlich mitgeteilt, dass ich jetzt jemanden kennenlerne, weil ich wollt halt offen sein, die Kanten auf den Tisch legen und ja, da hat er mir dann eigentlich die Zeit noch mal so ein bisschen zur Hölle gemacht, also das war richtig schwer damals, weil er war dann so, nimm mich zurück, ich mach alles was du willst, das war so dieses er legt mir quasi jetzt offen, dass alles was ich die ganzen 2 Jahre wollte.
Ja jetzt wieder möglich ist, das ist doch schon spät mit dem Feuer irgendwie oder also das ist doch so, er wusste ja auch schon sicherlich wieder in sich drin, so eh nicht, weil das war ja davor schon so. Aber zum Glück warst du dann doch schon so weit an diesem Punkt, dann endlich zu checken, okay, nein, so, weil es hätte ja wieder diese Spirale weitergehen können. So, er wusste genau, wie er dich manipulieren kann, das ist nichts anderes.
Ja, ich glaube jetzt auch mittlerweile, also das Universum stellt einen so oft vor die gleiche Entscheidung, bis man aus dieser Spirale rauskommt, weil ja, Ja, wenn du immer wieder dich für das Gleiche entscheidest, dann kann sich in deinem Leben halt nichts ändern. Und ich bin so dankbar, dass ich mich damals halt nicht wieder für ihn entschieden habe, weil es war so schwer für mich, dann zu sagen okay, ich entscheide mich jetzt für den Menschen, der von Anfang an immer 100 % für mich gegeben hat, als für den, wo ich zwei Jahre hinterher gerannt bin. Aber das war ja in meinem Kopf auch so verankert, das ist das, was ich will, zwei Jahre lang.
Ja, du wolltest das ja vermeintlich so, es hätte ja perfekt sein können, so.
Ja, ich hab mir dann halt gedacht, nein, ich nehme jetzt den anderen Weg, weil irgendwann muss man ja ausbrechen aus dieser Spirale.
Ja, aber sehr gut, dass du es gemacht hast und auch echt danke, dass du das so offen geteilt hast. Ich glaube, dass ja, wie wir ja auch, auch viele andere Hörer:innen das absolut nachempfinden können, auch vieles und wie schnell sich sowas entwickeln kann irgendwie und wie unbewusst man dann da drin ist und das eben ja toxisch ist, faktisch, aber es Ja, man sieht es selber einfach nicht und das kann dir das Umfeld so oft, wie es möchte, sagen. Und ich meine jetzt heutzutage wird der Begriff so vielleicht auch ein bisschen zu allgegenwärtig verwendet, umhergeschmissen. Es ist auch nicht alles toxisch, aber das ist es definitiv. Und ja, also ich find es wirklich beeindruckend und auch krass, wie das so passieren kann und das Umfeld auch vor allem auch so gar nicht so den Wind davon hat. Vielleicht kannst Du uns jetzt noch mal zum Abschluss oder auch den Zuhörerinnen sagen, was hat dir persönlich jetzt so ganz kurz und knapp geholfen, da rauszukommen? Waren es Freunde, war es Familie, konntest du dich da irgendwie öffnen so oder was hättest du dir auch vielleicht gewünscht, was anders laufen hätte können, jetzt von außerhalb?
Ja, wie gesagt, meinen Freunden gegenüber war ich sehr verschlossen, weil die schon sehr negativ dann auch über ihn gedacht haben und ich wollte das nicht. Ich glaube, mein Wendepunkt war halt wirklich dieser Punkt, wo ich alleine in meine Wohnung gezogen bin und ich da noch mal so richtig realisiert habe, also mir ist das richtig bewusst geworden in diesen Monaten, wo ich da gewohnt habe, okay, du schaffst das alles alleine, du brauchst niemanden.
Ja.
So, und dann habe ich mich auch wieder meinen Freunden mehr geöffnet. Und also eine Freundin hat es relativ gut gemacht. Sie wollte nicht, dass ich so den Kontakt zu ihr verliere und hat immer gesagt, ja, egal was ist ich werd niemals schlecht über ihn denken und ich werd ihn immer an deiner Seite akzeptieren und dadurch hab ich ihr auch immer mehr erzählt als den anderen. Ja, aber vor allem konnt ich dann halt auch mit jemanden drüber reden, der ja nichts, also das nicht ins Negative gerückt hat in meinen Augen, aber jetzt im Nachhinein hat sie mir auch gesagt, sie dachte sich so, komm endlich los.
Aber dann ja trotzdem irgendwie so im Unterbewusstsein schlau angestellt, um halt trotzdem auch dir so ein bisschen die Möglichkeit zu geben, drüber zu sprechen. Das heißt aber mit deinen Eltern, hast du ja vorhin schon kurz gesagt, gab es da jetzt keine Kommunikation oder Hilfe bzw. du wolltest vielleicht die Hilfe auch gar nicht oder wusstest nicht eh.
Ja, ich hab mich geschämt, glaub ich, von meinen Eltern, das so zu kommunizieren. Ich weiß nicht, ich hab vielleicht auch, also ich hab ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber ich glaube viele haben nicht so dieses Verhältnis, wo man so über das redet, was man mit seinen Freunden redet und das hab ich jetzt glaube ich auch nicht, weil man halt einfach Angst hat, dass man so verurteilt wird. Ich meine, meine Eltern, die sind eigentlich mein Vorbild gewesen, die sind, haben sich mit 18 kennengelernt und sind seitdem zusammen. So haben dann geheiratet, Kinder, Hausbau. Und das wollte ich halt auch.
Und als ich dann so gescheitert zu akzeptieren und zu sagen, hey, ich bin jetzt gescheitert, verstehe ich. Also bei meiner Beziehung damals war das tatsächlich auch ein klarer, also es kam auch bei mir aus dem Nichts, diese Trennung dann nach dem, ungefähr nach einem Jahr, und der hat es mir auch so richtig an den Kopf geschmissen, so von wegen, okay, ist jetzt hier vorbei. Ich hab damit nicht gerechnet. Wir waren da bei mir zu Hause, also bei meinen Eltern damals, alleine, und es war dann so, und dann ist der einfach auch gegangen und ich war da alleine, ich war völlig fertig. Und in dem Moment hab ich dann schon meine Eltern angerufen und jetzt nicht Freunde, sondern hab dann schon gesagt, hey, Mama, bitte komm nach Hause, ich kann nicht mehr, es ist hier grad so passiert und ich war völlig aufgelöst. So, und die kamen dann auch und ich glaube, klar haben die mich getröstet und ich glaub, sowas ist ja auch wichtig. Aber so über die Details und über all das und über die Probleme, die es davor schon gab, hab ich jetzt auch nicht mit meinen Eltern drüber geredet.
Ja, also das, Erste Mal, wo er nach diesen 3 Wochen Schluss gemacht hat, da hat es ja auch ein Wochenende lang gedauert, bis er wieder zurückkam, da hab ich das meinen Eltern auch gesagt, weil ich lag da ein Wochenende lang und hab geheult, die haben sich gefragt. Warum passt das checken die auch,
Was machst mein Kind da?
Ja, was ist los?
Da haben sie mich auch getröstet, aber vor allem danach wollte ich den nicht immer wieder auf die Nase binden, ja jetzt hat das schon wieder getan jetzt hat das schon wieder getan das war wie bei meinen Freunden ich wollte nicht dass sie schlecht über ihn denken ja und zum Ende hin habe ich dann auch gesagt so ja er will sich nicht mehr committen also als er dann auch nach China gegangen ist und ich dann auch in diesem Zwiespalt war zwischen ich zu meinem jetzigen oder gehe ich zurück zu dem alten ja und da habe ich dann auch mit meiner Mama drüber geredet, so was würdest du machen? Oder auch mit meiner Oma habe ich da viel drüber geredet und die haben auch wieder gesagt, ja meine Mama hat vor allem gesagt, das war das, was du immer wolltest, mach jetzt keinen Fehler so und ich bin froh, ich habe auf meine Oma gehört, die hat gesagt, nee, da geht es nicht, das machen wir auf keinen Fall.
Also hat es dir auch was gebracht, dich anzuvertrauen? Eigentlich hat es ja nur positive Effekte.
Auf jeden Fall, aber ich weiß nicht, wie meine Eltern das wahrgenommen hätten, wenn sie jetzt alles gewusst hätten.
Ja, sicher. Nee, ich glaub, das ist auch nicht einfach. Also ich mein generell so aus solchen Sachen rauszukommen. Ich mein, einen linearen Weg gibt es da nicht, das ist super individuell. Auch die Beziehung zu den Eltern ist ja nicht nicht immer gleich. Juliana, Du hast da auch noch mal recherchiert, hast Du da noch mal irgendwie wissenschaftliche Fakten oder irgendeinen Weg, an dem man sich so ein bisschen hangeln kann? Wie kommt man raus?
Also eigentlich so wie Leonie es gemacht hat, ist eigentlich auch so ein bisschen auch, was die Wissenschaft so zeigt, also genau, Wie gesagt, du meintest schon, es ist super individuell. Also jeder musste einfach so ein bisschen selbst gucken. Es ist eben der Weg aus toxischen Dynamiken, der halt viel über Selbstreflexion einfach passiert. Also es sind klare Grenzen setzen. Also wie Leonie, die verstanden hat, okay, ich bin hier alleine, ich schaff das grad auch alles alleine. So warum bin ich überhaupt noch angewiesen auf eine andere Person? Es sind aber auch Grenzen, einfach ganz klare eigene Selbstschutzregeln etablieren, wie Gespräche auch abzubrechen, wenn ich merke, ey, die wären respektvoll. Gerade das ist nicht fair, wie ich behandelt werde. Auch Schuldgefühle hinterfragen, ist das überhaupt okay, dass ich mich gerade so dafür schuldig fühle? Obwohl die andere Person eigentlich die ganze Zeit etwas falsch macht. Die eigenen Bedürfnisse regelmäßig prüfen. Also komme ich da vielleicht auch einfach viel zu kurz? Oder ist das gerade okay, wie ich mich fühle? Und auch ganz klar Unterstützung durch Freunde und Familie einholen. Also man sollte sich nicht dafür schämen. Ich meine, Freunde sind dafür da, denke ich mir immer, dass man sie auch mal nutzt.
Ja, du würdest ihnen ja auch zuhören
Man sollte ihm einfach solche Dinge erzählen.
Genau.
Ich würd's auch immer machen.
Dafür sind es ja auch deine Freunde
Man will ja auch das die Freunde sich an einen wenden.
Ja, richtig. Und bei, also ich glaube so bei den Freunden ist es noch ein bisschen einfacher nachzuvollziehen, oder sich vielleicht auch dran zu wenden, aber jetzt gerade in Bezug auf die Eltern so, denen wollen wir auch so ein bisschen helfen und diese Brücke eben bauen. Was kann man da machen, dass vielleicht auch eben die Eltern schon früh irgendwie dieses Vertrauen aufbauen, sodass die Kinder auch in dieser Pubertät und schwierigen Jugendzeit eben diese Anbindung haben.
Ja, ganz klar. Also Eltern dürfen auch eben Toxisches erkennen, sie dürfen diese Muster auch ansprechen und sollten es eben auch und das Kind unterstützen, dass es sich einfach nicht schämen soll. Das Kind soll auch Bedürfnisse und Grenzen ganz klar kommunizieren gegenüber dem Partner. Das ist nichts, was irgendwie schlimm ist. Eine Beziehung soll eben gut tun und nicht nur funktionieren. Ich möchte da aber auch mal ganz kurz was irgendwie sagen, was man auch abseits von negativen Beziehungen aber auch machen kann. Und zwar ist es eben aber auch seitens der Eltern erst mal das Zulassen, dass das Kind eine Beziehung hat. Also nicht immer gleich vom Schlimmsten ausgehen. Es ist auch das Loslassen und Begleiten. Also es ist auch ganz normal, dass Kinder erst mal eine erste oder Jugendliche in dem Fall eine erste Beziehung wollen. Es ist, die Eltern sind eben dann erst mal nicht mehr die erste Bindungsperson, was auch voll normal ist, weil das Kind dadurch eigene Werte entwickelt und auch eine eigene Identität. Man sollte einfach ganz klar Interesse zeigen. Also sich die Zeit nehmen, den Partner und die Partnerin auch einfach kennenzulernen und auch keine Verhöre irgendwie durchführen. Die Privatsphäre respektieren. Ein Kind hat einfach Recht auf Privatsphäre und das auch schon mit zwölf und 13, aber auch gleichzeitig einfach über Grenzen sprechen und auch intime Themen ansprechen. Also dieses Vertrauen, was im Vordergrund steht und dann kann man es, würde ich jetzt auch einfach sagen, gut einschätzen, in welche Richtung vielleicht auch die Beziehung geht. Und ich denke, dann könnte das Kind auch einfach sich öffnen, falls es wirklich Probleme gibt.
Das denke ich halt auch.
Das so, man sollte probieren als Elternteil, dass die Kinder keine Scham vor irgendwas finden, wenn sie was ansprechen, dass sie nicht verurteilt werden, dass man eher probiert zu helfen, anstatt zu sagen, ja, du bist da dran schuld.
Ja, und da ist dieses Grundvertrauen ebenso wichtig. Also ich meine, ich glaube, wenn ich jetzt wüsste, ich kann wirklich mit allen Themen immer offen, was ich jetzt im Nachhinein weiß, aber damals nicht wusste, offen zu meinen Eltern gehen und das von Grund auf so gelehrt ist, dann ist es ja einfacher, auch mit solchen Themen zu kommen.
Ja, wenn man halt weiß, so OK, ich hab jetzt zwar scheiße gebaut, aber meine Eltern, die stehen zu 100% hinter mir, dann ist es leichter da hinzugehen und zu sagen, hier, ich hab das und das falsch gemacht oder das und das läuft grad falsch in meinem Leben, in meiner Beziehung, bitte helft mir und dann ist nichtn es sollte die erste Reaktion nicht sein, ja, wieso hast du das getan? Sondern okay, das ist das Problem und wir lösen das jetzt.
Genau. Und ich meine, das heißt auch nicht, dass deswegen keine strengeren Regeln herrschen dürfen. So, das ist ja auch irgendwo wichtig. Also ich glaube, wenn alles offen ist, dann wird es auch schwierig. Aber es ist ja auch einfach oft so, durch Regeln will man ausbrechen und dann passieren oft mal Dinge, die noch schlimmer sind oder gefährlicher sind, als wenn es einfach klar kommuniziert ist: Hey, soweit geht's, wenn was ist, komm vorbei, wir sprechen darüber, wir sind da, einfach dieses Dasein, also so das sag ich auch schon länger, das ist für mich super wichtig in Bezug auf später eigene Kinder so, das ist das, was ich aufbauen möchte, so von diesem Grund auf zu sagen, hey, egal was ist, so ich meine, das ist mein Kind, so soll ich jetzt da kommen und das rausschmeißen.
Natürlich kann es Konsequenzen geben, und das muss es auch, aber wenn das Problem da ist, dann wird man erst mal da zusammen das Problem lösen und danach darüber reden.
Und dann kann man weiter schauen. Ja, also ich würd sagen, das war eigentlich ziemlich ein guter Abschluss jetzt.
3 Dinge, die bleiben.
Zum Ende der Folge machen wir immer noch einmal Kategorie, die heißt 3 Dinge, die bleiben, und genau da wollen wir einfach noch mal so ein bisschen das Ganze abrunden, zusammenfassen. Ich meine, jetzt haben wir schon gut drüber gesprochen, aber vielleicht noch mal ganz, ganz knapp 3 wichtige für uns wichtige Erkenntnisse der Folge, die wir teilen wollen. Also jeder von uns gerne einmal so kurz und knapp nennen, was es jetzt die Essenz dieser Folge, dieses Themas, was nehmen wir mit, was können wir weiterempfehlen, was ist für uns wichtig? Juliana, vielleicht kannst Du da schon mal anfangen.
Ich kann gerne anfangen, ja. Weil ich nämlich auch gerade dachte, auch bei Kleinkindern sollte man nämlich einfach schon anfangen, Vertrauen aufzubauen. Und da fällt mir einfach schon ein, Vertrauen, Beziehungsarbeit und Kommunikation sind eigentlich immer so 'n bisschen, find ich, der Schlüssel, was man auch durch die Folge so gesehen hat. Man muss einfach, vielleicht fängt's auch mit Selbstvertrauen an, das Als es Leonie war, die in ihrer Wohnung saß und merkte, ey, ich habe eigentlich, wo habe ich mich da irgendwie ein bisschen verloren, ich kann doch dieses Vertrauen in mich haben, dass ich das alles alleine schaffe. Beziehungsarbeit, indem ich merke, ey, ich arbeite wieder an meinen Freunden, dass die da sind, dass ich mit denen rede und Kommunikation ganz wichtig auch, ob es jetzt die Eltern sind, ob es jetzt mit dem Ex-Partner ist, zu sagen, ey, bis hierhin und nicht weiter, oder dass man eben zu den Freunden geht und sagt, ich muss dir da mal was erzählen, sonst was passiert ist. Das sind irgendwie so meine drei Dinge, die ich behalten hab.
Also meins schließt daran voll an. Also mein Point wär jetzt auch einfach einerseits eben die Kommunikation und gerade auch in Bezug auf die Freunde, wenn ich da merke, ich kann mit denen nicht kommunizieren, weil dann da, na ja, aussortieren klingt hart, aber es gibt eben auch im Freundeskreis dieses Toxische. Es ist nicht nur die Beziehungsperson. Es gibt Freunde, die toxisch sind. Und das ist genauso etwas, was dir schlecht tun kann, womit es dir nicht gut geht. Schließ damit ab, so, lösche solche Leute aus deinem Leben und wenn du mit Leuten oder deinen Freunden nicht reden kannst, da verurteilt wirst, zu einem gewissen Maß, ja, es sollte immer irgendwie eine Kritik geben, ist klar, dann brech damit ab, so.
Ja, also was ich auch aus der Beziehung mitgenommen habe, ganz klar und deutlich, sind Grenzen setzen und diese Grenzen nicht einreißen lassen. Ja, also nur weil du jemanden liebst und vor allem, wenn dich jemand liebt, sollte er deine Grenzen respektieren. Also natürlich es mal dazu kommen, dass man aus Versehen sowas überschreitet. Aber wenn das immer und immer wieder der Fall ist, so dann lieb dich so sehr selbst, dass du gehst und das nicht an dich rankommen lässt, dann nimm das an, was deine Eltern, deine Freunde dir sagen, wenn du gewisse Dinge erzählst. Und vor allem, teile dich auch mit.
So, das sind schöne Worte, ja.
Da ist was passiert, was so nicht gut ist, dann teile dich mit, hol dir andere Meinungen ein und dann setze deine Grenze und sag, hier ist ein Punkt erreicht, da mache ich nicht weiter mit.
Ja, voll.
Dann noch zum Abschluss, also es hat es jetzt schon mal ziemlich gut zusammengefasst und ich finde, da kann sich jeder irgendwo so einen Tipp rausnehmen. Aber apropos Tipp,
Tipp der Woche.
Am Ende der Folge gibt es noch mal einen Tipp der Woche und bei uns machen wir das so, dass diesen Tipp immer die Person, die die Geschichte in der Woche erzählt, auch weitergibt. Das kann ein Film sein, eine Buchempfehlung, ein Kinofilm, irgendeine Aktivität, Leonie, ja, eine Serie, was auch immer. irgendwas, was vielleicht auch die Jugend mit den Eltern zusammenbringt, irgendeine schöne Aktivität? Oder ein Tipp, was ist dein Tipp, Leonie?
Mein Tipp der Woche ist, ruft vielleicht mal wieder eure Großeltern an.
Ja, das stimmt.
Oder verabredet euch mit euren Eltern oder euren Großeltern zum Kaffeetrinken und tauscht euch mal ein bisschen aus, weil ja, ist immer wichtig. Die sind nicht mehr so lange da.
Kommunikation, Beziehungsarbeit.
Sollten wir alle mal machen. Ja, voll. Ja, das waren unsere drei Dinge, die bleiben. Hoffentlich habt ihr ein paar hilfreiche Gedanken für euch mitnehmen können. Danke, dass ihr heute dabei wart, Leonie, für ihre Offenheit und Juliana für die spannenden Einblicke. Die Quellen dazu findet ihr in den Shownotes. Wir hoffen, dass ihr jetzt ein bisschen besser versteht, wie kompliziert Liebe sein kann und wie wichtig es ist, frühzeitig hinzuschauen und einzugreifen, wenn etwas nicht stimmt. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert unseren Podcast, erzählt es weiter oder schreibt uns gern, was ihr denkt. Wir freuen uns auf die nächste Folge von InBetween, der Generationen-Podcast. in dem wir wieder über Themen sprechen, die Kinder, Jugendliche und Eltern bewegen. Bis dahin passt auf euch auf und denkt dran, immer ein bisschen inbetween zu bleiben.
Ciao. Tschüss
Ciao.
Redaktion: Juliana Oumri, Leonie Fritze und Vivian Maurer. Schnitt: Leonie Fritze. Recherche Juliana Oumri.